Full text : Das Buch von unsern Kolonien.

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Eisen  aus  den  Erzen  des  Gebirges  gewonnen  wird.  Die  Hacke  ist  allgemeines
  Zahlungsmittel  im  Seengebiet.

Die  Bantu  züchten  Rinder,  Ziegen,  Hühner  und  neuerdings  auch
Schweine.  Wir  wollen  hier  gleich  erwähnen,  daß  sie  sich  sehr  gelehrig
zeigen  und  unter  europäischer  Anleitung  den  Anbau  unserer  Früchte,
Zitronen,  Orangen,  Mandeln,  Guyaven,  Erd-  und  Stachelbeeren,  Wein
und  aller  nennbaren  Obst-  und  Gemüsesorten  in  Angriff  genommen
haben.  Ob  man  mit  dem  Anbau  von  Baumwolle,  Mohn  und  Kaffee  gute
Erfahrungen  machen  wird,  steht  noch  dahin.  Die  Teestaude  verspricht
dagegen  recht  gute  Erträge,  ebenso  die  Agave,  die  einen  vorzüglichen  Hanf
liefert.  Ferner  wird  der  Kautschukbaum  (Manihot)  mit  Erfolg  gebaut.

Auch  die  Einführung  anderer  Rinderrassen  ist  unsererseits  in  Angriff
genommen  worden.  Die  Viehzucht  ist  namentlich  am  Viktoria-Nyansa
ein  blühendes  Gewerbe.  Sie  liefert  bereits  der  Deutsch-Ostafrikalinie
ihren  ganzen  Bedarf  an  frischem  Fleisch.  Sehr  lohnend  scheint  sich  ferner
die  Eselzucht  gestalten  zu  wollen.

Von  Mai  bis  September  wird  Ostafrika  durch  Südwinde,  Passate,
vom  November  bis  März  durch  den  Nordost-Monsun  beherrscht.
Dies  sind  die  sogenannten  Tradewinds  (Handelswinde),  weil  sich  die
Schiffahrt  nach  ihnen  richtet.  Auch  in  der  Südsee  werden  wir  dieselbe
Erscheinung  wiederfinden.  Hier  hatte  sie  zur  Folge,  daß  die  Araber  und
Inder  einen  regelmäßigen  Verkehr  mit  dieser  Küste  aufrecht  erhielten,
dessen  Entstehung  Tausende  von  Jahren  zurückliegt.

Eine  schwere,  aber  vielleicht  unerläßliche  Aufgabe  der  Deutschen
wird  es  sein  müssen,  sich  mit  diesen  Elementen  gut  zu  stellen,  namentlich
mit  den  Arabern,  welche  auf  dem  Wege  von  Maskat  über  Sansibar
Karawanenstraßen  ins  Innere  organisiert  haben.  Das  Ziel  derselben
war  der  Tanganyika  und  über  diesen  hinaus  der  Kongo.  An  den  Mischlingen
  fanden  sie  willige  Helfershelfer  ihrer  Sklaven=  und  Elefantenjagden,
  willige  Träger  und  Arbeiter  auf  ihren  Plantagen.  Auch  die
Massai,  ein  Hirtenvolk  in  der  regenarmen  Senke  westlich  des  Pangani
(infolge  der  Rinderpest  des  Jahres  1891  völlig  verarmt),  leisteten  den
Arabern  gutbezahlte  Heerfolge,  und  ebenso,  wie  wir  es  selbst  zu  unserem
Schaden  erlebten,  die  Wahehe.  Das  gleiche  kann  von  den  Wahuma  und
den  Mahenge  gesagt  werden,  welche  von  den  friedliebenden  Bewohnern
der  fruchtbaren  Gebiete  wegen  ihres  oft  lächerlich  kriegerischen  Gebarens
mit  dem  Namen  Affen  der  Zulu  belegt  worden  sind.