logie meinte er also: wir könnten uns die Freundschaft
und sichere Neutralität Englands durch solche Bünd—
nisse verscherzen — eine Freundschaft, einen Neutralitäts—
willen, die allein in seinem Kopfe bestanden!
Als ich begriffen hakte, war unser Gespräch beendigt.
Ich legke die Hand an die Mütze und ging.
Es gab nur eine Hoffnung, gab nur eine Kraft, auf die
wir alles setzen mußten: das deutsche Volk in Waffen —
das deutsche Heer. Mit ihm konnken wir es vielleicht trotz
unserer Diplomaten und kroß dieses bis an die Grenze
des Gespenstigen welktfremden Kanzlers schaffen! —
Die unglaubliche Auffassung von unserer polikischen
Lage, wie sie Herr von Bekhmann Hollweg in dem hier
wiedergegebenen Gespräche zum Ausdruck brachke, klingt
auch in dem Berichte des englischen Bokschafters Sir
Edward Goschen über seine schon am nächsten Tage erfolgke
enkscheidende Aussprache mit dem Kanzler auf.
Danach hat Herr von Bethmann, nachdem er hier endlich
Englands wahres Gesicht vor sich sehen mußte, erschüttert
zugegeben: nun sei seine ganze Polikik wie ein
Karkenhaus zusammengebrochen. —
Ich habe seit jenen verhängnisschweren Sommertagen
des Jahres 14 viel über diese Ereignisse nachgedacht, umd
namenklich hier in der Einsamkeit der Insel haben sie
mich immer wieder beschäftigk. Auch die Lekktüre all der
Blau-, Rot-, Weißbücher der verschiedenen Länder hat
mir dazu manchen Fingerzeig über die kakfächlichen Vorgänge
in den letzten Wochen vor Kriegsausbruch gegeben.
So glaube ich heute mein Urkeil schärfer denn
je dahin zusammenfassen zu müssen: Die Politik des
Reichskanzlers von Bekhmann Hollweg und das Aus-138