Vermächtnis *2171—2178
8 2171. Ein Vermächtnis, das auf eine zur Zeit des Erbfalls
unmögliche Leistung gerichtet ist??) oder gegen ein zu dieser Zeit bestehendes
gesetzliches Verbot verstößt, ist unwirksam. Die Vorschriften
des § 308 finden entsprechende Anwendung.
§ 2172. Die Leistung einer vermachten Sache gilt auch dann
als unmöglich, wenn die Sache mit einer anderen Sache in solcher Weise
verbunden, vermischt oder vermengt worden ist, daß nach den 88 946 bis
348 das Eigentum an der anderen Sache sich auf sie erstreckt oder Miteigentum
eingetreten ist, oder wenn sie in solcher Weise verarbeitet oder
ungebildet worden ist, daß nach § 950 derjenige, welcher die neue Sache
hergestellt hat, Eigentümer geworden ist.
Ist die Verbindung, Vermischung oder Vermengung durch einen
anderen als den Erblasser erfolgt und hat der Erblasser dadurch
Miteigentum erworben, so gilt im Zweifel das Miteigentum
als vermacht; steht dem Erblasser ein Recht zur Wegnahme der verbundenen
Sache zu, so gilt im Zweifel dieses Recht als vermacht.
Im Falle der Verarbeitung oder Umbildung durch einen
anderen als den Erblasser bewendet es bei der Vorschrift des
8 2169 Abs. 3.
§ 2173. Hat der Erblasser eine ihm zustehende Forderung vermacht,
so ist, wenn vor dem Erbfalle die Leistung erfolgt und der
geleistete Gegenstand noch in der Erbschaft vorhanden
ist, im Zweifel anzunehmen, daß dem Bedachten dieser Gegenstand
zugewendet sein soll. War die Forderung auf die Zahlung einer Geldsumme
gerichtet, so gilt im Zweifel die entsprechende Geldsumme als
vermacht, auch wenn sich eine solche in der Erbschaft nicht vorfindet.
§ 2174. Durch das Vermächtnis wird für den Bedachten das
Recht begründet, von dem Beschwerten die Leistung des vermachten
Gegenstandes zu fordern.:) v
8 2175. Hat der Erblasser eine ihm gegen den Erben zustehende
Forderung oder hat er ein Recht vermacht, mit dem eine Sache oder
ein Recht des Erben belastet ist, so gelten die infolge des Erbfalls
durch Vereinigung von Recht und Verbindlichkeit oder von Recht
und Belastung erloschenen RNechtsverhältnisse in Ansehung des Vermächtnisses
als nicht erloschen.) .
§2176. Die Forderung des Vermächtnisnehmers
kommt, unbeschadet des Rechtes, das Vermächtnis auszuschlagen,
zur Entstehung (Anfall des Vermächtnisses) mit
dem Erbfalle.#0)ö
§ 2177. Ist das Vermächtnis unter einer aufschiebenden Bedinzung
oder unter Bestimmung eines Anfangstermins angeordnet und
tritt die Bedingung oder der Termin erst nach dem Erbfall ein, so ersolgt
der Anfall des Vermächtnisses mit dem Eintritte der Bedingung
oder des Termins.-:)
§ 2178. Ist der Bedachte zur Zeit des Erbfalls noch nicht erzeugt
oder wird seine Persönlichkeit durch ein erst nach dem Erbfall eintretendes
Ereignis bestimmt, so erfolgt der Anfall des Vermächtnisses
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