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Gemeinkasse angelegt, wo Jeder eine gewisse Summe in
einmal anerkanntem gutem Gelde deponiren könnte. Fuͤr
diese Summe wird ihm eine Bescheinigung (Bankbiller)
ausgestellt und der Betrag auf seinen Namen in das Buch
der Anstalt (Bankbuch) eingetragen. Will er die Summe
einem andern ausbezahlen, so darf er sie in jenem Buche
nur auf den Letzteren überschreiben lassen. Er braucht sie
nun nicht zu zählen, er erspart die Mühe des Hin= und
Herschaffens, hat keine Gefahr und es können in wenigen
Stunden mit eben demselben Gelde zehen, zwanzig Jahlungen
gemacht werden; und da es einmal anerkanntes gutes Geld
ist, so kann der, welcher es öbertragen erhält, nicht nur
des wahren innern Werthes seiner Jahlung versichert seyn,
sondern er kann auch leicht jedes andere, etwa zu derselben
Zeit kurrente Geld darauf reduziren; weßhalb Bankgeld gegen
Kurrentgeld immer Agio erhält. Es heißt dieses Institut
in dieser Form Girobank (vom italiänischen giro,
Umkreis; weil das daliegende Geld in einem gewissen Kreise
von Eigenthümern zirkulirt) oder Depo sitenbank. Die
älteste nach dieser einfachsten Idee in Europa errichtete ist
die Venetianische. Ganz so war ursprünglich auch die
in Amsterdam 1600, und die 1618 in Hamburg angelegte
eingerichtet. Zu beiden gab wohl Veranlassung das
damals kurrente und so schuell wechselnde schlechte Geld
und der Umstand, daß die Kaufleute, weil das gute Geld
so selten war, oft ihre Wechsel nicht gehdrig zahlen konnten.
Nun aber wurde nicht nur die Zirkulation bedeutender
Summen möglich auch ohne jenes baare Auszahlen, sondern
man erhielt nun auch einen sichern Maaßstab, worauf
jedes Geld sogleich zu reduziren war, jeder Wechsel,
der nun hier bezahlt wurde, harte einen gewissen bestimm-Spittlers
Politik. 26