thumbs : Kolonialpolitik. Mein politisches Vermächtnis.

wir  waren  auf  dem  rechten  Wege  dahin  und  haben  den  Willen,
diesen  Weg  wieder  zu  gehen  und  weiter  zu  gehen.

Ein  Jahr  nach  meiner  Auseinandersetzung  mit  Lord  Robert
Cecil  und  General  Smuts  nahm  ich  in  der  Deutschen  Gesellschaft
1914,  bei  deren  Einweihung  ich  Gedanken  des  Weltgewissens
Raum  gegeben,  Gelegenheit,  auf  neuerliche  Auslassungen
Balfours  gegen  unsere  Welt=  und  Kolonialpolitik  einzugehen.
Aus  dieser  meiner  Rede  vom  20.  8.  1918  moͤchte  ich  gleichfalls
die  kolonialpolitischen  Bemerkungen  wörtlich  folgen  lassen:

„Der  Krieg  stellt  übermenschliche  Anforderungen  an  die
Vorstellungsfähigkeit  des  einzelnen.  Die  große  Kraftprobe  an
den  europäischen  Fronten,  das  Kämpfen  und  Leiden  unserer
Volksgenossen,  so  nahe  von  uns,  nimmt  die  ganze  Aufmerksamkeit
  der  Nation  für  sich  in  Anspruch.  Darüber  mochte  wohl
das  Schicksal  unserer  Kolonien  etwas  in  den  Hintergrund  treten;
ja  selbst  das  Schicksal  derjenigen,  die  schon  über  vier  Jahre  lang
einen  verlorenen  Posten  mit  seltenem  Wagemut,  mit  beispielloser
Erfindungskraft  und  Leidensfähigkeit  verteidigten,  lief  Gefahr,
ich  will  nicht  sagen,  unserem  Herzen,  wohl  aber  unserem  Bewußtsein
  ferner  zu  rücken,  als  es  die  Gerechtigkeit  verlangt.  Da  hat
sich  die  Presse  als  ein  wahrhafter  Volkserzieher  bewährt  und
das  koloniale  Gewissen  des  deutschen  Volkes  geschärft.

Ich  darf  es  heute  aussprechen,  daß  die  Sicherstellung  unserer
kolonialen  Zukunft  nicht  allein  als  das  Ziel  unserer  Regierung
und  bestimmter  Interessengruppen  gilt,  sondern,  daß  es  ein
deutsches  Volksziel  geworden  ist.  Bis  tief  in  die  Arbeiterkreise
hinein  ist  heute  das  Bewußtsein  lebendig,  daß  die  Erhaltung
unseres  kolonialen  Besitzes  eine  Ehren=  und  Lebensfrage  für
Deutschland  als  Großmacht  ist,  daß  das  koloniale  Kriegs-77