Metadata : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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sind.  Mit  Recht  hat  man  darum  die  Wasseckraft  die  weiße  Kohle“
genannt.

Für  die  Ausnutzung  der  ausgedehnten  deutschen  Moore  sind  anscheinend
  neue  Wege  gewiesen  durch  die  große  elektrische  Zentrale,  die
im  Auricher  Wiesmoorc  mit  staatlicher  Unterstützung  von  den  hanseatischen
  Siemens-Schuckert-Werken  gebant  ist.  Als  Kraftquelle  dient  hier
der  bei  der  Urbarmachung  gewonnene  Torf,  und  die  erzeugte  Kraft  soll
ausreichen,  um  neben  der  elektrisch  betriebenen  Kultivicrungsarbeit  die
umliegenden  Ortschaften  in  weitem  Umkreisc.  bis  zu  50  Kilomceter,  mit
Licht  und  Kraft  zu  versorgen.

In  Deutschland  ist  die  Verwendung  des  Winbes  als  Kraftquelle

n  hauslichen,  landwirtschaftlichen  oder  industriellen  Betrieben  noch
wendg  gebräuchlich,  dagegen  hat  sie  in  Dänemark  einen  außerordentlichen
Aufschwung  genommen.  #6  dänische  Regierung  hat  seit  dem  Jahre
1897  zu  Versuchszwecken  120  000  M.  beigesteuert  und  neuerdings  sager
eine  Versuchsstation  in  uetev  auf  Jütland  errichten  lassen.  Seit  1

Flerit  in  Dänemark  auch  ein  Verein,  die  „Dänische  st

Gesellschaft“,  deren  eifriger  Wirksamkeit  es  zu  danten  ist,  daß  in  Dänemark
  bereits  90  größere  und  kleinere  indeletriitaioe  in  Betrieb
genommen  sind.  Dabei  darf  jedoch  nicht  übersehen  werden,  daß  die
Stärke  und  Häufigkeit  des  Windes  in  Deutschland  geöbtenteils,  etwa
von  den  Küsten  und  Hochlagen  abgesehen,  geringer  sind  als  in  Dänecmark,
  und  daß  auch  die  dänischen  r  23  nicht  ohne  eine
Reservekraftmaschine  auskommen.  Große  Hoffnungen  darf  man  also
zurzeit  auf  die  elektrische  Ausnützung  2  Blndte  noch  nicht  setzen.

Wie  die  Wasserversorgung,  so  wird  auch  die  Licht-  und  Kraftversorgung
  am  besten  und  billigsten  gemeinschaftlich  betrieben
werden  können  durch  Gemeinden,  Geressenschasten  oder  Gemeindeverbände
  und  Kreise.  Dabei  wird  sich  rl.  Gelegenheit  finden,
durch  den  Anschluß  an  ein  schon  bestehendes  Werk
Anlage-  und  Betriebskosten  zu  verbilligen.

Ueber  ein.  Gemeindeelektrizitätswerk  im  Dorfe  Wölferlingen,
einem  400  Einwohner  zählenden  Westerwälder  Bauerndorfe,  berichtet
der  Spandbotel  ,  die  Grtrefflich=  volkstümliche  Beilage  des  „Wiesbadener
Tageblattes“:  Die  Gemeinde  schritt  im  Jahre  1904  zur  Errichtung  Einer
Elektrizitätsanlage.  Die  Leitung  wurde  jedem  EW  dant
reichen  Gemeinde-  Waldbesitzes,  frei  ins  Haus  g  t,  die  ern
Lampe  unentgeltlich  geliefert.  Für  die  S  bi  5
wird  eine  Pauschalsumme  berechnet,  die  eben  geradt  die  c
Anfangs  war  nur  Lichterzeugung  vorgesehen.  Da  diese  aber  *  Wo
der  16  Pferdekräfte  hat,  t  ganz  beschäftigte,  wurde  cine  Holzschneid

maschine  beschafft,  meit  der  jeder  Venstihter  ein  Holz  d.e  leinern
kann,  und  da  immer  noch  Kraft  übrig  Ellebt  eim  Schrotmühle  und
schließlich  auch  cine  Vorrichtung  zur  Zerkleinerung  der  Knochen  zu
Hühnerfutter.  Im  Fesse  fsenen  habre  1906)  wurde  ein  zweiter  Molor
zum  Betrieb  einer  Dressaschine  E  und  jetzt  i  man  daran,
das  warme  Wasser  der  Kessel  zu  einer  Badeeinrichtung  zu  verwenden.
Die  Gesamtanlage  lieferte  im  Jahre  1006  trod  der  billigen  Abgabe  der
Kraft  einen  Reinertrag  von  1000  M.  in  die  Gemeindekasfse.

Eine  gensfsenschsktliche  elektrische  Zentrale  haben  vor  zwei  Jahren
neun  einfache  Bauern  mit  je  200  Morgen  Grundbesitz  in  Brudersdorf
  bei  Dargun  in  Mecklenburg  errichtet.  Zwei  transportable  Elektro-