— 174 —
motoren von ungleicher Größe wandern von Hof zu Hof zum Antrieb
von Dreschmaschinen, Schrotmühlen, Schneidemaschinen uswm. Die
Leitung ist überall zum beliebigen Anschluß vorhanden. Ein“ großer
Dreschsatz mit Strohprefse drischt auch monatelang für 5 M. pro Stunde
das Getreide der nichtangeschlossenen Kleinbesitzer des Dorfes und der
Nachbardörfer. Elektrisch erleuchtet werden die Gehöfte, Wohnräume
und Ställe der Genossenschafter. Der Betrieb hat sich als durchaus einträglich
bewährt, obwohl keine Wasserkraft da ist, sondern die
elektrische Energie durch Dampfmaschinen mit Steinkohlenfeucrung erzeugt
wird. Eine Anlage für Beleuchtungszwecke allein dürfte sich
imrentabel gestalten. Ein tüchtiger Maschinist ist auch ausreichend für
die Licht. und die Krafterzeugung. — Im Bezirk von Ochsenfurt
in Bayern haben Gutsbesitzer in der Nähe des Ortes Bütthard in Unterfranken
ein kößeres Elektrizitätzwert errichten lassen, das ausschließ-|#
landwirtscha
1
100 — Dampf zum Betrieb der elektrischen
Maschinen erhalten werden. Der Strom wird als Drehstrom mit 65000
Volt Spannung nach den Marktflecken Bütthard und Laudenbach, sowie
nach den Dörfern Gützingen, Simmringen, Bernsfelden und Nassau geleitet,
wo er die verschicdenartigste Verwendung findct. Elektromotoren
dienen zum Betriebe von Dreschmaschinen, Juteerschneidemaschinen
Schrotmühlen usw. Die Elektromotoren sind fahrbar eingerichtet und
können von jedermann durch bewegliche Zuleitungsdrähte mit einer der
Anschlußstellen verbunden und in Betrieb gesetzt werden. Auch das
clektrische Licht wird wegen seiner größeren Feuersicherheit für ländliche
Gebäude immer mehr benurtzt.
Die Beispiele zeigen, daß sich die Anlage elektrischer Kraftzentralen
auf dem Lande auch da lohnt. wo keine Wasserkraft zur
Verfügung steht!
Im Rheingaukreise ist durch Vermittlung des Landrats nach
einem Vertrage mit der Allgem. Elektrizitätsgesellschaft in Eltville eine
Hauptzentrale geschaffen, der sich von den 25 Gemeinden des Kreises 15 mit
*½2000 Einwohnern angeschlossen haben, so daß nur noch 10 kleine Gemeinden
mit ctwa 6200 Einwohnern der Möglichkeit entbehren, sich die
Annehmlichkeit elcktrischer Belcuchtung und Kraft zu verschaffen. Auch
der Kreis Hoerde hat die Versorgung seiner Insassen mit elektrischer
Energie in Angriff genommen, während der Kreis Krefeld die
Versorgung der Gemeinden mit elektrischem Strom zu Licht- und Kraftzwecken
bis auf die entferntesten Höfe zu Preisen, wic sie keine Großstadt
billiger hat. vertraglich gesichrrt hat. („Aus der soz. Tätigkeit der
preus Kreisverwaltungen“, S. 90.)
urchweg gute Erfabrungen hat man auch mit der Anwendung
der mim in manchen Zweigen der ländlichen Hausludustric gemacht,
besonders in der schwer bedrängten Hausweberei. So beitd¾-
in i* Basel-Land, im Loire-Gebiet, in den Landaller
eite und e, dei sich eren aus der i aller
Arbeiter an einem On ergaben. Wie Pfarrvikar Schuster Säckingen
im Land (XVI, 131) rsbell, hat die Sache freilich da und dort einen