Contents : Quellen und Studien zur Verfassungsgeschichte des Deutschen Reiches in Mittelalter und Neuzeit. Traktat über den Reichstag im 16. Jahrhundert. (1)

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I,  1.]  Ausgabe  Cap.  VIII.  69

Sachen  vorfallen,  die  jrer  Qualitet  halber  nit  mögen  füglich  oder
fürderlich  in  den  dreyen  ordinari  Rähten  tractirt  werden,  oder  das
auch  etwa  solche  Händel  sein,  darzu  sondere  Ceut,  derselben  erfahren,
  müssen  gebraucht  werden  (als  Religion,  Müntz,  Soll,
Justitien,  Holicei,  und  dergleichen  Sachen),  oder  da  auch  etwa-Drivat=
  oder  schlechte  Händel  sein,  die  incidenter  uf  dem  Reichstag
  vorkommen,  damit  man  andere  Reichs-Sachen  nit  gern  uffhielt:
  und  deßwegen  umb  mehrer  Befürderung  willen,  werden
von  den  Stenden  sondere  Leut  deputirt  und  verordnet,  die  solche
Sachen  abgesondert  der  andern  Räht  tractieren,  welche  Derordnung
  man  ein  Ausschuß  oder  Deputation  nent.  Und  beschicht
solche  uff  dreperlep  Weiß:  Fürnemlich  erstlich  von  Churfürsten,
Fürsten  und  Ständen,  das  ist  allen  drepen  Reichs-Rähten  sambtlich,
  und  solches  entweder  in  gemeinen  Reichssachen  und  über
ein  oder  mehr  Articul  der  Hroposition  und  desselben  Relation,
oder  aber  in  supplicationibus  et  privatis  negotiis.  Sum  andern
auß  einem  oder  zweyen  Rähten  allein,  also  da  die  Churfürsten
von  wegen  andern  ihnen  obliegenden  Geschäfften  etlichen  auß
ihrem  Raht  einen  Articul  zu  tractiren  bevolen,  oder  die  im
Fürsten-BRaht,  wie  bey  inen  vast  bräuchlich,  etliche  deputiren,
so  umb  Forderung  der  Sach  willen  einen  Huncten  berahtschlagen
und  jhnen  wieder  referiren.  Sum  dritten  in  Ireyßsachen,  de
quibus  infra.

Wiewol  nun  nimand  verneinen  mag,  daß  die  expeditio
causarum  Imperü  in  obgemelten  3  Rähten  vast  verzüglich  und
die  Sachen  per  deputationes  viel  schleuniger  und  fürderlicher
erörtert  werden  möchten,  so  ist  hinwieder  auch  die  Warheit,
das  solche  deputationes  primi  generis  in  rebus  arduis  et  magni
momenti  causis  nit  allein  geferlich,  sondern  auch  dem  Reich  und
fürnemlich  den  Thurfürsten,  als  desselben  fürnemsten  Säulen,  an
jrer  Reputation  und  Draeeminentz  nit  wenig  verkleinerlich  und
verhinderlich,  auch  geferlich,  indem  das  hochwichtige  Sachen
nicht  leichtlich  anderen  bevolen,  sondern  durch  die  Stend,  welche
sie  treffen,  selbst  besser  und  mit  mehrerm  Bestand,  Authoritet
und  Gewißheit  bedacht  mögen  werden.  Den  Thurfürsten  ver-2

  dreven]  fehlt  A.  7  manj  fehlt  A;  vorhanden  in  Lon.  10  Sachen)
fehlt  A.  13  Ständen]  Stätten  A.  Reichs-Rähten]  Reichstagen  A;  Lon
pichtege  e  s  Räthen.  24  nimand  verneinen]  jemand  vermeinen  Li.

en]  Sachen  A.  30  fürnemsten  Säulen]  fürnemen  Ständen  A.
31  und  —  geferlich]  fehlt  La.  33  anderen  bevolen]  anbevolen  A.