Contents : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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Kindern  und  alten  Leuten  werden  für  1000  Stück  1  Mk.  bis  1,25
Mark  bezahlt.  Die  Einrichtung  eines  solchen  „Schneckengartensist
  bei  den  geringen  Futterkosten  äußerst  billig;  da  bei  dem  Versand
  nach  Frankreich  durch  die  Exporthäuser  1000  Stück  mit  10  bis
12  Mk.  bezahlt  werden,  so  könnte  nicht  nur  das  Sammeln,  sondern
auch  die  Anlage  von  „Schneckengärten  in  Gegenden,  wo  es  viele
Weinbergschnecken  gibt,  armen  Landfamilien  einen  lohnenden
Nebenerwerb  bieten.

Ebenso  sind  Froschschenkel  für  Delikateßhandlungen  im  Elsaß,
Süddeutschland  und  Frankreich  ein  vielbegehrter  Handelsartikel,
doch  kommt  für  den  Handel  nur  der  große  amerikanische  Ochsenfrosch
  in  Betracht;  gut  in  Nordamerika  besonders  angelegte  Froschfarm
  versandte  z.  B.  in  2  Jahren  5000  Pfund  abgezogene  Froschschenkel
  nach  gekarkeiin  Der  Rest  des  Froschkörpers  ist  für  Fischzucht
  als  Futter  verwertbar.

Diesen  Beispielen  lassen  sich  noch  manche  hinzusetzen,  da  fast
jede  Gegend  noch  besondere,  ihr  eigentümliche  Naturprodukte  zum
Sammeln  und  Verwerten  besitzt.

Der  Schwerpunkt  liegt  in  der  Beschaffung  eines  lohnenden
Absatzes  für  die  gesammelten  Erzeugnisse.  Der  Verkauf  an
Zwischenhändler  mit  seinen  schädigenden  Folgen  für  die  arme
Landbevölkerung,  die  dadurch  meistens  den  größten  Teil  ihres
Verdienstes  verliert,  muß  überall  durch  eine  gut  geleitete  Absatzorganisation
  ersetzt  werden.  Hierbei  kommen  in  Betracht

1.  Der  direkte  Absatz  an  die  Konsumenten  oder  Großhandlungen
  selbst  durch  Verkauf  auf  Märkten,  an  Hotels,  Kurhäuser,
  Apotheker,  Drogerien,  Kaufhänser  und  solche  Fabriken  und
Großhandlungen,  die  sich  mit  dem  Vertrieb  oder  der  Verwertung
der  angebotenen  Waren  besassen.

2.  Der  durch  einflußreiche  Persönlichkeiten  auf  dem  Lande
organisierte  genossenschaftliche  Absat.  In  verschiedenen  Waldund
  Berggegenden  haben  sich  anf  Veranlassung  und  mit  Hilfe
der  Landräte  2  ften  gebildet,  die  als
ausgesprochene  Wohlsahrtseinrichtungen  jeden  geschäftlichen  Ge.
wimn  für  sich  selbst  ausschließen  und  nur  die  Verbesserung  der
kümmerlichen  Lage  der  armen  Landbevölkerung  bezwecken.  Die
genestenschrssiche  Sammelstelle  bezahlt  den  armen  Leuten  für  die
abgelieferte  Ware  den  vollen  Marktpreis,  sie  selbst  übernimmt
den  Versand  an  Konsumenten,  Geschäfte  usw.  Einige  Genossenschasten
  haben  Anlagen  zum  Einkochen  der  Beeren  begründet,  um
die  keinen  langen  Transport  vertragenden  Beeren  an  Ort  und
Stelle  zu  verwerten;  sie  versenden  daher  sowohl  frische  Beeren,
wie  Marmcladen,  Saft,  Wein,  Gelee  usfw

Die  seit  17  Jahren  bestehende,  von  Landrat  Sasse  Wrgrünndete
Deetengensfsenschaft  zu  Kalterherberg  auf  dem  HLohen  Ven
Eifel,  Kr.  Montjoie  zahlte  in  16  Jahren  ihres  Beftehens  im  ganzen  uimen
75  000  Mk.  an  die  Sammlerinnen  und  versandte  die  den  Sammlern  ab-11°