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etwas gebessert, in der Gruppe b um ganz
wenig verschlechtert, in Gruppe c ist sie unver-
ändert geblieben.
(Nach einem Bericht des Kais. Konsulats in Lourenzo
Marques.)
citeratut· Verzeichnte.
(Die eingerelchten Bücher, ang #ch Redaktion
durchaus vorbehält, werden he Foelpr. ach nden enehait
Karl Supf, Vorsitzender des Kolonial-Wirtschaft-
lichen Komitees: Deutsche Kolonialbaum-=
wolle. Berichte über die Entwicklung der
Baumwollkultur 1900 bis 1908. Mit 2 Karten,
11 Diagrammen und 21 Abbildungen.
Der verdienstvolle Leiter des Kolonial-Wirt-
schaftlichen Komitees gibt in diesem Werk einen
UÜberblick über die auf dem Gebiete des Baum-
wollbaues geleistete Arbeit vom Aufruf (März1900)
bis zum Abschluß der ersten Periode der Baum-
wollkulturversuche (Frühjahr 1908). Die bis zu
diesem Zeitpunkt erzielten Ergebnisse lassen sich
folgendermaßen zusammenfassen:
Eine Steigerung der Produktion von 0 Ballen
im Jahre 1901 und 82 Ballen im Jahre 1902
auf über 3000 Ballen zu 500 Pfund im
Jahre 1907.
Die Feststellung geeigneter Baumwollböden
und Spielarten und die Erzielung eines markt-
fähigen Produktes, nämlich in Togo einer die
amerikanische Marke „middling“, in Deutsch-
Ostafrika einer die ägyptische Marke „kull?)
good fair“ übertreffenden Qualität.
Die Heranziehung der Eingeborenen zur Baum-
wollkultur im größeren Maßstabe in Süd= und
Mitteltogo und in den ostafrikanischen Küsten-
bezirken Bagamojo, Sadani, Mohorro und
Kilwa. Die bisher erzielte Produktion stammt
in der Hauptsache aus Eingeborenenbetrieben.
Die Einführung von Erntebereitungsfabriken,
von welchen heute zehn Kraftentkörnungs-
anlagen in Togo, sieben Kraftentkörnungs-
anlagen in Deutsch-Ostafrika und über 60 klei-
nere Anlagen im Innern der Kolonien be-
trieben werden.
. Die Einführung des ersten Dampfpfluges im
tropischen Arrika, die Etablierung von drei
llschaften mit Dampf-
pflugbetrieb und von etwa 40 europäischen
Kleinbetrieben. Die Produktion der neu eta-
blierten Großbetriebe tritt erst im nächsten
Jahre in die Erscheinung.
In Wechselwirkung mit dem kolonialen Baum-
wollbau die Einführung eines neuen Industrie-
zweiges in Deutschland, nämlich der Baum-
—
1
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St
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wollentkörnungsmaschinen und Pressen, welche
bisher ausschließlich in Amerika und England
hergestellt worden find.
Im Schlußkapitel ist der Plan für die wei-
tere Entwicklung des Baumwollbaues niedergelegt.
Earl of Cromer: Das heutige Agypten.
Autorisierte Übersetzung von Konteradmiral z. D.
M. Plüddemann. Zwei Bände. Mit Bild
des Verfassers und einer Karte. Berlin 1908.
Verlag von Karl Siegismund, Königl. Sächsischer
Hofbuchhändler. Preis broschiert Mk. 14,—,
geb. Mk. 18.—.
Das große ägyptische Geschichtswerk des.
Mannes, der fast drei Jahrzehnte „hinter den
Kulissen der ägyptischen Angelegenheiten“ gestanden
hat, ist durch die vorzügliche Übersetzung des Ad-
mirals Plüddemann nunmehr auch weiteren ge-
bildeten Kreisen in Deutschland zugänglich gemacht
worden. Die wichtigsten historischen Ereignisse,
die sich in Agypten von 1876 bis zum Tode
Tewfik Paschas (1892) begeben haben, find aus-
führlich und rückhaltslos behandelt; ebenso ist die
Geschichte des Sudans bis Ende 1907 dargestellt.
Außer den allgemeinen Quellen hatte Lord Cromer,
wie er selbst einleitend hervorhebt, natürlich Zu-
gang zu sämtlichen Dokumenten in den Archiven
der Auswärtigen Amter von London und Kairo;
er hat wohl auch mit fast allen Persönlichkeiten,
die während der geschilderten Zeitperiode eine
führende Rolle in den ägyptischen Fragen gespielt
haben, enge Verbindung unterhalten. Mit Recht
kann er daher sagen, daß er sich, was die Ge-
nauigkeit seiner Darstellung anlangt, in einer
„außergewöhnlich bevorzugten Lage“ befinde.
Der Name ded Neriaer spricht für sein Werk—
„das heutige A9ypten“.
Kolonie und Heimat in Wort und Bild.
Unabhängige koloniale Zeitschrist, Organ des
Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft.
Erster Jahrgang (Oktober 1907 bis September
1908). Berlin 1908. Verlag Kolonialpolitischer
Zeitschriften (Eduard Buchmann).
Die Zeitschrift „Kolonie und Heimat“ hat
soeben das erste Jahr ihres Bestehens vollendet.
In geschmackvollem Originaleinband präsentieren
Verlag und Redaktion das Ergebnis ihrer bis-
herigen Arbeit. Diese Arbeit ist nicht umsonst
gewesen. Im deutschen Hause, auch über See,
hat sich diese gediegene Familienzeitschrift schon
lange Heimatrecht erworben und von dem Ver-
dienst um die Belebung des deutsch-kolonialen
Gedankens darf sie ihr redlich Teil beanspruchen.
Wir wünschen ihr an der Schwelle des zweiten
Lebensjahres ein kräftiges Weitergedeihen.