und Reinen, das Gott geheiligt hat, damit der Mensch
es nicht gemein mache. Hier hat auch der reine, köstliche
Humor seine Wurzeln und Stätte, der wie „Silberwolken
auf der Himmelsbläue des Glaubens dahinzieht.“
Aus dem Heiligtum der Kirche soll Kunst und Klang
nicht verbannt werden wie Karlstadt und Thomas Münzer
es wollten, Zwingli und Calvin mit rauher, strenger
Hand es ausführten. Wenn Friedrich V., der sog. Winterkönig,
streng puritanisch erzogen, als erste Tat in Prag
die Entfernung des großen silbernen Hängekreuzes in
der Kapelle des Hradschin anordnete, daß es dröhnend
auf das Kirchenpflaster fiel und in tausend Stücke zerbrach,
haben nicht nur Katholiken das mißbilligt. Lutherische
Reformation läßt in dem Frieden des Gotteshauses
alles, was nicht wider Gottes Wort läuft und lautet.
Nur den mittelalterlichen Lettner, der Priestertum und
Laiengebet scheidet, hat sie ausgetan, um des allgemeinen
Priestertums aller Gläubigen willen, doch die „Ordnung
eingerichtet und aufgestellt, daß niemand ohne rechte Berufung
lehre, den Pfarrherrn mit rechter Ehre ausgerüstet
und in sonderliche Würden gesetzt.“ (Vergl. Luthers
Lob eines rechten Pfarrherrn, der die Hölle leert und den
Himmel füllt).
So bleiben auch die Bilder der Heiligen, daß man
an ihnen seinen Glauben stärke und ihr Exempel sich
dienen lasse, und mit Fug werden die Bilder St. Thristophori
„#erneut,“ des „heiligen CThristoffel, obgleich nie je
ein Mann gewesen ist, der also geheißen oder leiblich
das getan hat, was man von ihm sagt, sondern der dieselbe
Legende oder Fabel gemacht hat, ist ohne Zweifel
ein feiner vernünftiger Mann gewesen, der dem Volke
vorgemalt hat, wie christliches Leben gericht und geschicht
sein soll.“ Und wenn das Satkramentshäuschen als
himmelanstrebender Dank, der aus den Steinen gqguillt,
wenn das ewige Licht — ich erinnere an die alte von
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