Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XXI. Jahrgang, 1910. (21)

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find,  beschädigt,  oder  geraten  fsie  in  Verlust,  so  werden  sie  an  der  der  Bedienung  des  betreffenden
Schiffes  dienenden  Anzahl  Fahrzeuge  gekürzt.

7.  Sind  durch  Aufkommen  schlechter  See  oder  aus  einem  sonstigen  Grunde  weiße  oder
eingeborene  Angestellte  der  Pächterin  daran  gehindert,  an  Land  zurückzukehren,  so  ist  jeder  Schiffsführer
  verpflichtet,  ihnen  angemessene  Unterkunft  und  Verpflegung  für  Rechnung  der  Pächterin
so  lange  zu  gewähren,  bis  vom  Lande  der  Betrieb  wieder  aufgenommen  wird.  Die  Pächterin  wird
den  Schiffsführern  für  diese  Leistung  ersetzen:

“  3,—  für  den  Tag  für  jeden  weißen  Angestellten  einschließlich  Kaffee  oder  Tee;
.  0,50  für  den  Tag  für  jeden  Eingeborenen.

Ein  angefangener  Tag  wird  für  voll  gerechnet.  Den  Eingeborenen  ist  genügend  Wasser
zu  verabfolgen,  und  wenn  das  Kochen  nicht  schiffsseitig  geschieht,  ausreichende  Gelegenheit  hierzu
zu  bieten.

Für  die  Kosten  durch  Verabfolgung  von  Spirituosen  an  weiße  oder  farbige  Angestellte
kommt  die  Pächterin  keinesfalls  auf.

8.  Solche  Dampfer,  die  mit  Barkassen  ausgerüstet  sind,  sind  verpflichtet,  solche  auf  Wunsch
der  Pächterin  zum  Schleppen  ihrer  Leichterfahrzeuge  zur  Verfügung  zu  stellen.  Eine  Vergütung
seitens  der  Pächterin  findet  nicht  statt,  weder  für  Mannschaften  und  Kohlen,  noch  für  die  Benutzung
der  Barkasse  selbst.  Weigert  sich  ein  Schiffsführer,  seine  Barkasse  der  Pächterin  auf  Wunsch  zur
Verfügung  zu  stellen,  so  ist  diese  berechtigt,  dessen  Schiff  in  der  Bedienung  entsprechend  zurückzusetzen.

F.  Verschiffung.

1.  Die  zur  Verschiffung  bestimmten  Gepäckstücke  und  Güter  müssen  mindestens  24  Stunden
vor  Abfahrt  des  Schiffes,  für  welches  sie  bestimmt  sind,  der  Pächterin  im  Zollhof  ordnungsmäßig
übergeben  werden.  Sie  ist  nicht  verpflichtet,  Güter  früher  als  drei  Tage  vor  Abfahrt  des  Schiffes
im  Zollhof  in  Empfang  zu  nehmen;  doch  sind  ihr  größere  Gütermengen  auf  ihren  Wunsch  schon  früher
zu  übergeben.

2.  Die  Empfangnahme  von  Tieren  durch  die  Pächterin  erfolgt  erst  im  Augenublick  der
Verschiffung.  Der  Verschiffer  oder  sein  Vertreter  muß  während  der  Verschiffung  zugegen  sein.  Bei
Anlieferung  der  Güter  hat  der  Verschiffer  der  Pächterin  die  ordnungsmäßig  ausgefüllten  Übernahmescheine
  sowie  auch  die  Schiffszettel  zu  übergeben.  Die  Übernahmescheine  und  Schiffszettel  sind  bei
der  Pächterin  erhältlich.  v

3.  Vor  der  Übergabe  müssen  die  betreffenden  Gepäckstücke,  Tiere  oder  Güter  von  der
Zollbehörde  freigegeben  sein.

Über  die  empfangenen  Tiere,  die  Raumgepäckstücke  und  Güter  wird  die  Pächterin  dem
Anlieferer  eine  Empfangsbescheinigung  erteilen.

4.  Gepäck  und  kleinere  Gütermengen  erhalten  bei  der  Verschiffung  den  Vorzug.

5.  Gütermengen  von  über  100  t  sind  möglichst  frühzeitig  bei  der  Pächterin  anzumelden,
welche  die  Zeit  der  Anlieferung  jeweilig  festsetzen  wird.

6.  Die  Pächterin  hat  alle  ihr  vorschriftsmäßig  übertragenen  Verschiffungsaufträge  auszuführen.
  Eine  Haftung  für  ihre  rechtzeitige  Ausführung  trifft  sie  jedoch  nicht,  wenn  während  der
Frist  für  die  Übergabe  an  die  Schiffe  Verhältnisse  eintreten,  welche  nach  dieser  Betriebsordnung
eine  zeitweilige  Einstellung  des  Betriebes  notwendig  machen,  oder  wenn  es  sich  um  größere  Gütermengen
  handelt,  die  später  als  einen  Tag  für  je  100  t  vor  der  erwähnten  24  stündigen  Frist  vor
Abfahrt  des  betreffenden  Schiffes  ihr  übergeben  wurden,  oder  wenn  das  Schiff  den  Roberthafen  vor
der  angegebenen  Abfahrtszeit  verläßt.

7.  Die  Übergabe  der  zur  Verschiffung  bestimmten  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter  durch  die
Pächterin  an  die  Schiffe  findet  durch  Einlegen  in  die  Schlinge  oder  eine  sonstige  schiffsseitig  zu
stellende  Ubernahmevorrichtung  statt.  Die  Schiffsleitung  hat  den  Beamten  der  Pächterin  über  dergestalt
  empfangene  Tiere  und  Güter  eine  Bescheinigung  in  doppelter,  über  empfangene  Gepäckstücke
in  einfacher  Ausfertigung  auszustellen.  Eine  Ausfertigung  hat  die  Pächterin  dem  Verschiffer
von  Tieren  und  Gütern  auf  dessen  Wunsch  zu  überlassen.  Z„

G.  Landung.

1.  Die  Empfangnahme  der  zu  landenden  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter  durch  die  Pächterin
geschieht  längsseits  der  Schiffe  in  ihren  Fahrzeugen  durch  Herausnehmen  aus  den  Schlingen  oder
sonstigen  Löschvorrichtungen.