Full text : Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Zweiter Band. (2)

„Wir  batten  die  W—  Arce  schlagen.  Nur  Srrri  brieische  Dfionen
waren  noch  unber#t  Wut  onen  waren  53,  und  von
dasen  25  mebrmals,  in  8  ——  eingese  ewesen.  Die  de  570

belnahe  mit  der  Hälfte  ihrer  Divisionen  eeree  müssen.  Die  Geräteeinduße
auf  feindlicher  Seite  war  groh“  (Ludendorff).

Aber  die  deingenden  Hilferufe  Englands  und  Frankreichs  hatten  die  amerikanische
  Regierung  zur  Vervlelfachung  ihrer  Katkraft  angestachelt.  Die  rücksichtslose
  Inanspruchnahme  des  neutralen  Frachtraumes  setzte  die  Entente  in  die
Lage,  von  nun  an  dle  Uberführung  amerikanischer  Lruppen  auf  den  europälschen
Kontinent  sprunghaft  zu  steigern.  Die  schlunmsten  Vorausberechnungen  der
deutschen  O.  H.  L.  wurden  durch  die  gewaltsamen  Maßnahmen  der  Gegner  über
den  Haufen  geworfen.  Im  März  waren  70  000  Amerikaner  gelandet  worden,
im  April  kamen  fast  100  000,  im  Mai  200  000,  im  Juni  fast  300  OCO0.  Im
Oktoder  hat  die  Zahl  der  Amerlkaner  auf  amerikanischem  Boden  1  700  000  betragen!
  England  und  Frankrelch  stellten  ihnen  Ausrüstung  und  Bewaffnung
zum  größten  Tell  erst  in  Europa:  dadurch  sind  3  ½  Millionen  Tonnen  Schifferaum
  für  die  Ozeanfahrt  gespart  worden.  (Zablen  nach  Volkmann,  S.  159.)

Dabel  hatte  sich  der  U-Boot-Krieg  immer  ungünstiger  entwickelt.  Es  erwies
sich  jetzt  die  zu  letzter  Klarhelt,  daß  die  Marine  sich  gründlich  verrechnet  hatte.
Den  feindlichen  Truppentransoporten  stand  das  ganze  unendlüche  Meer  und  für
die  Landung  die  ganze  französische  Küste  zur  Verfügung.  Hätten  die  deutschen
U-Booteauch  nur  Telle  dieses  endlosen  Gebietes  auf  der  Suche  nachamerikanischen
Transportschiffen  adpatroulllieren  wollen,  dann  hätte  der  U-  Boot-Handelekrieg
so  gut  wie  völllg  eingestellt  werden  müssen.  Beides  zusammen  war  nicht  zu
leisten.  Und  die  Ausslchten  füc  den  Handelskrieg,  der  auf  bestimmte  Fahrwege
angewlesen  war,  schienen  immerbin  günstlger.  Dle  Hoffnung,  England  durch
dle  tatsächlich  noch  immer  steigende  Frachtraumnot  friedenewillig  zu  machen,
mochte  die  Marine  sich  nicht  entwinden  lassen.  So  verzichtete  sie  so  gut  wie
bölllg  auf  den  ja  üdrigens  wirklich  nicht  sehr  hoffnungevollen  Versuch,  die
amerlkanischen  Truppentraneporte  zu  erfassen.  Dem  Volk  aber,  den  Derbündeten
  war  deldes  versprochen  worden.  Das  völlige  Auobleiden  jeder
MWirkung  der  U-Boote  nach  dieser  Richtung  wirkte  in  Deutschland  wie  in  der
Doppelmonarchie  gleich  deklemmend  und  niederwuchtend  auf  Stimmung  und
Glauben.

Also  Eile,  dringende  Eile  war  gedoten  —  wenn  man  überhaupt  noch  auf
Fortführung  der  Ausfälle  bestand.  Krotzdem  —  eine  Pause  mußte  kommen  und
kam.  Die  Frage,  wo  angegriffen  werden  sollte,  war  dald  entschieden.  Ludendorff
stellte  seine  gesamten  Maßnahmen  auf  den  Grundgedanken  ein,  der  Vorstoß
auf  Calale  müsse  so  bald  als  irgend  möglich  wieder  aufgenommen  werden.  Zurzeit
  war  das  auegeschlossen:  der  Widerstand  war  zu  stark  geworden.  Es  dlieb
nur  die  eine  Möglichkeit:  zundchst  einen  „Adlenkungsstoß“  zu  unternehmen,
um  die  hinter  der  Flandernfront  angehäuften  Reserven  der  Entente  von  dort
wegzuzlehen.  Sollte  dieser  Zweck  erreicht  werden,  so  mußte  der  Vorstoß  an
einer  Stelle  geführt  werden,  wo  sein  Gelingen  ein  Ledenezentrum  des  Feindes
dedrohte.

Das  waren  die  Erwägungen,  die  zu  dem  Entschlusse  führten,  dem  nächsten
Angriff  die  Richtung  eines  Herzstoßes  zu  geben:  er  mußte  auf  Parie  zielen.

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