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Vorzüglich bewies Friedrich lI. seinen edlen Sinn gegen solche Diener
seines Vaters, welche ihm in früheren Zeiten entgegen gewesen waren, wie der
Oberst von Derschau und der General Hacke; Ersterer wurde zum Generalmajor
ernannt, Letzterer erhielt andere Beweise der königlichen Huld. Des jungen Königs
Ungnade traf nur einen einzigen Diener der vorigen Regierung, nämlich
den Geheimen Kriegsrath Eckhard, welcher seinem Herrn zu drückenden Auflagen
und zu manchen harten Maßregeln der Erhebung gerathen hatte. Er
wurde, was allerdings zu bedauern ist, ohne Untersuchung entlassen. Als er
vergebens durch schriftliche Eingaben seine Rechtfertigung versucht hatte, wendete
er sich persönlich an Friedrich II., worauf er die Andeutung erhielt, sich jederzeit
zwanzig Meilen vom Hoflager entfernt zu halten. Uebrigens fand diese
Strenge fast allgemeinen Beifall, denn Eckhard war im Volke verhaßt.
Den Beifall aller Menschenfreunde hatte Friedrich 1I. durch die Abschaffung
der Tortur erworben. Man fing an, seine Festigkeit zu achten; soviel stand nach
wenigen Wochen der neuen Regierung fest, daß der junge König ein durchaus
selbstständiger Herrscher sei, der nach einem wohlüberlegten Plane die Kräfte
des von ihm beherrschten Staates zusammenhielt, um sie zu ernsten Zwecken,
sobald sich die Gelegenheit darbot, anzuwenden. Kein auch noch so erfahrener
Diener durfte sich rühmen, irgend eine Autorität auszuüben, sondern jeder wußte,
daß diese einzig und allein in den Händen des Herrschers ruhte, zur sichern
Anwendung, wenn der Augenblick es erheischte.
Friedrich U. zeigte keinesweges die Absicht, durch Gegensatz gegen seinen
Vater neue Grundsätze und Bestrebungen an den Tag zu legen. Im Gegentheil
verharrte er großentheils in den bisherigen Formen, weil er als praktischer
Geist wohl erkannte, daß man mit solcher Aenderung vorsichtig sein müsse.
Nur mit der Abstellung von Uebelständen zauderte er, wie wir schon gesehen,
keinen Augenblick.
Ein wesentliches Erforderniß erschien es für den jungen Regenten, jeglichen
Druck, welcher die freie Entwickelung des Geistes hinderte, möglichst zu beseitigen,
jedes Mittel der öffentlichen Belehrung zu fördern; deshalb kam man
auch wieder auf die Herausgabe der Berliner Zeitung zurück, welche Friedrich
Wilhelm J. als die Quelle des Müssigganges und des nutzlosen „Raisonnirens“
unterdrückt hatte. Sein Sohn war der entgegengesetzten Meinung, daß
geistiger Verkehr zu den nothwendigsten Bedingungen eines gebildeten Lebens
gehört. Sogleich wurde die Verlagshandlung Haude und Spener zur Herausgabe
„Berlinischer Nachrichten von Staats= und gelehrten Sachen“ bevorrechtigt;
ja der König hielt Mittheilungen der Art für so wichtig und der Intelligenz
förderlich, daß er sich selbst dem Berliner Journal für politische und literarische
Neuigkeiten als Mitarbeiter anbot.
Eine heilige Pflicht für ihn war es, das Unrecht seines Vaters gegen den
berühmten Lehrer der Philosophie in Halle wieder zu vergüten, welcher sich trotz
der dringenden Aufforderung Friedrich Wilhelms bisher nicht zur Rückkehr in