Die Getreuen von Doorn. 123
schehen wäre, siegreich geblieben wäre, ganz Deutschland und
die ganze Welt als einen der größten Männer der Weltgeschichte
gefeiert? Hat nicht das Jahr 1914 Deutschland
auf einer unvergleichlich höheren Machtstellung gefunden als
bei seinem Regierungsantritt im Jahre 13882 Hat er uns
nicht dreißig Jahre lang inmitten neidischer und übelwollender
Weltmächte einen leuchtenden Weg geführt? War er nicht
ein Mehrer des Reichs, der immer nur eines wollte: das ganze
deutsche Volk einig und stark machen, daß es nicht wie
früher und jetzt das Gespött seiner Feinde sei? Ist nicht
unter seiner Führung die ungeheure Kraft des deutschen
Heeres und der deutschen Flotte auf eine Höhe gebracht
worden, die die Welt noch nach Jahrhunderten anstaunen
wird? Und war er nicht bei alledem der größte Friedensfürst
seiner Zeit, um Unterschied von Rußland, England,
Frankreich und den Vereinigten Staaten der einzige, der
während seiner Regierungszeit nie sein Schwert gezogen hat,
so verführerisch auch manchmal die Gelegenheit sein mochte?
War er nach dem unglücklichen Ende des Krieges nicht mehr
derselbe edle, ritterliche, offene Mann ohne Falsch, an dessen
Sittenreinheit sich selbst der erfinderische Klatsch niemals
gewagt hat? War er nicht vor allen Fürsten seiner Zeit
mitten in einer materialistischen JZeit, die in ihrer mammonistischen
Geld= und Genußsucht immer mehr in Gottlosigkeit
versank, der Mann, der sich auf seinem weithin sichtbaren
Mlatze bei jeder gebotenen Gelegenheit vor aller Welt zu Gott
und seinem Heiland bekannte und sein Volk mit den ernstesten
Tönen zur Gottesfurcht zurückrief? Ja, ist denn alles ausgelöscht,
daß wir ihm die Treue nicht mehr halten sollten?