Aus dem Briefwechsel Bismarck's mit Ludwig von Baiern. 425
das Gelingen Ihres Finanzreformwerkes von Einfluß war.
So möge auch im Uebrigen Ihr kräftiges Bestreben, eine
große conservative Partei zu schaffen, vom Glück begünstigt
sein. Es ist mein inniger Wunsch, daß Ihnen, mein lieber
Fürst, Gesundheit und Kraft zur Bewältigung Ihrer großen,
hochwichtigen Aufgaben bewahrt bleiben, und habe ich daher
aus Ihren Zeilen mit wahrer Freude vernommen, daß der
Aufenthalt in Kissingen die beste Wirkung verspricht.
Seien Sie, mein lieber Fürst, der besonderen Werthschätzung,
der vollsten Hochachtung und Vertrauens versichert, womit ich
immerdar verbleibe
Berg, den 18. Aug. 1879.
" Ihr
aufrichtiger Freund
Ludwig y.)
Mein lieber Fürst von Bismarck!
Sie hatten die Aufmerksamkeit, mir mit Schreiben vom
28. April Ihren auf die Kirchenfrage bezüglichen Erlaß an
den Prinzen Reuß vom 20. desselben Monats ?) mitzutheilen.
Ich habe von dem Inhalte desselben mit großem Interesse
Kenntniß genommen und spreche ich Ihnen für die Einsendung
wärmsten Dank aus, der ich mit besonderer Werthschätzung bin
München, den 2. Mai 1880.
Ihr
aufrichtiger Freund
Ludwigs).
1) In der chronologischen Folge würden hier die im 29. Kapitel
(Bd. II S. 275 ff.) eingefügten Stücke anzuschließen sein: Bismarck's
Schreiben vom 10. Sept. 1879, König Ludwig's Antwort vom 16. Sept.
1879 und Bismarck's Antwort auf dieses Schreiben vom 19. Sept. 1879.
2) S. denselben in Bismarck's Politischen Reden Bd. XII 25 ff.
:) Uebernommen aus dem Anhang zu den Gedanken und Erinnerungen
Bd. II S. 531 f.