Full text: Friedrich der Vorläufige, die Zietz und die Anderen.

Heime, mit den Nichtfachleuten umzuspringen, die ihm den 
Beifall sichert; er ist einer der wenigen, die sich ernsthaft mit 
der Siedlerfrage beschäftigt hbaben. Der Fuß, der sein Lebe- 
lang Asphalt getreten habe, sagt er, werde niemals in Acker- 
furchen zu gehen lernen. Das, was wir tun müßten, sei, den 
Industriestaat zum Agrarstaat zurückzubilden; dazu werde 
uns der Friedensvertrag mit der Entente schon zwingen. Es 
sei aber unmöglich, den heutigen Fabrikarbeiter zu einem 
Bauern zu machen. Das müsse schon in frühester Zugend be- 
ginnen. Oie einzige Möglichkeit, in der Siedlersache zu einem 
guten Ergebnis zu kommen, sei daher die Verpflanzung von 
Kindern auf das Land. Alle die großstädtischen verwaisten 
und verlassenen Kinder, die heutzutage zu schlechten Hand- 
werkern erzogen würden und dann der Fabrik anbeim fielen, 
müßten jetzt, natürlich unter Aufsicht staatlicher Pfleger, in 
einzelne Bauernhäuser verteilt werden. Mit außerordent- 
licher Spannung folgte das Haus den Ausführungen des alten 
Praktikus. Zum erstenmal seit langer Zeit hat man in der 
Halle der Schwätzer etwas von einem wirklich arbeitenden 
Geist verspürt. 
Schwarz-Rot-Gold 
Weimar, 2. Juli 
Schwarz ist unsere Zukunft, rot unsere Gegenwart, golden 
war die Vergangenheit. Das ist die Symbolik, die über Jahr 
und Tag wohl auch der letzte Deutsche in unseren neuen Reichs- 
farben erkennen wird. Noch sind sie es nicht. Erst morgen wird 
die entscheidende namentliche Abstimmung sie festlegen. Die 
Handeleflagge auf See aber soll ein Mischling werden. Die 
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