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den ersteren Jahrhunderten war ·Guosiicismus Ketzerci der Gelehrten;
der Gnosticismus, der in der Geschichte des mittleren
Zeitalters vorkommt, ist immer nur Ketzerei der völlig Unaufgeklärten.
Ein Umstand, der sehr leicht auf die Enrdeckung
des völligen Unterschieds dieser späten und jener frühen gnosiischen
Meinungen führen muß. Noch wird gewöhnlich immer
auch übersehen, daß der Inquisikor ganz vorzügliches
Interesse dabei hatte, jene kleinen mißvergnügten Partien in
manichäische Partien zu verwandeln, weil gegen keine aller
alten Ketzer so strenge Gesetze im roͤmischen Recht vorhanden
waren, als gegen Manichäer. Herr Nikolai hält es mit
Recht für wichtig, daß man auf den Fortgang und die mannichfaltige
Abwandlung der Meinungen der Albigenser und
Waldenser Acht habe; aber wer wird es wagen können, dogmatische
Meinungen gewisser Partien und oft noch einzelner
Sekten solcher Partien mit einiger beruhigenden Gewißbeit darlegen
zu wollen, da wir gar, keine eigenen schriftlichen Aufsätze
derselben haben, fast Alles nur aus Zeugnissen der Feinde
wissen, die selbsi weder Willen noch Fähigkeit hatten, diese
von ihrer Vorstellungsart abgehenden Meinungen getreu aufzuzeichnen,
und wenm man bloß bei summarischen Bezeichnungen
bleiben muß, wie doch unter solchen Umständen nothwendig
ist, so scheinen oft da Aehulichkeiten zu- seyn, wo in
der That eine im Grund hoͤchst verschiedene Denkart herrschte;
ein Geschichrforscher, der sich alsdann einmal ein solches Bild
der Aehalichkeit gefaßt hat, malt vollends ein Bild nach dem
andern aus, und so wird oft der ganze Gesichtspunkt verdreht,
aus welchem allein gewisse Meinungen im Sinne ihres Jahrbunderts
hätten gefaßt werden können.