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14) Erlaß des Pupillen-Senats des K. Ober-Tribunals an die
Pupillen-Senate der K. Gerichtshöfe, vom 25. August 1828,
betreffend: die Frage von der Ausdehnung des gesetzlichen Pfandrechts-Titels der Ehefrauen auf ein
bloß versprochenes Heirathgut.
Aus Anlaß eines, bei einem der K. Oberamtsgerichte erhobenen Zweifels haben
Erörterungen über die Frage von der Ausdehnung des geseblichen Pfandrechts-Titels
der Ehefrauen auf ein bloß versprochenes Heirathgut Statt gefunden, welche
den Auftrag des K. Justiz-Ministerium an den diesseitigen Senat zur Folge hatten.
diesen Gegenstand in Erwägung zu ziehen, und in Gemäßbheit des gefaßten Beschlusses
die Pupillen-Senate der K. Gerichtshöfe zu weiterer Versügung an die nachgesetzten
Stellen zu bescheiden, falls gedachter Beschluß mit der von dem K. Justiz=Ministerium
geäußerten Ansicht über die Sache übereinslimmen sollte.
Da nun Leßteres der Fall ist, so wird den Senaten hierdurch Folgendes zu
erbennen gegeben:
Es ist zwar keineswegs zu verkennen, daß, so lange dem Ehemanne das versprochene
Heirathgut nicht geleister ist, ein Anspruch gegen denselben auf Zurückgabe
dieses Heirathgutes in keiner Beziehung als gegründet angesehen, mithin von dem
Ehemanne wohl schon aus diesem Grunde, und abgesehen von der bestimmten Fassung
des Geseßes, ein gegen ihn, gleichsam als Beklagten, gerichteter Antrag
auf wirkliche Sicherstellung eines solchen Anspruches durch Unterpfänder zurückgewiesen
werden kann.
Da jedoch, wenn nicht schon bei den Zubringens-Inventarien für die Sicherstellung
der Frauen gesorgt wird, dieß in den meisten Fällen versäumt werden mochte,
so findet man es, obgleich den betreffenden Vehörden dießfalls keine Verantwortlich.
keit obliegt, und daher süglich den Vetheiligten überlassen werden kennte, ihre Interessen
selbst zu wahren, dennoch zu möglichster Verhütung von Vernachtheiligungen
für angemessen, den Rotaren und Waisengerichten zu empfehlen, daß sie bei den Zubringens-Inventarien
jene Sicherstellung wegen des ganzen, wiewohl noch nicht vollständig
geleisteten Beibringens jedesmal in Anregung bringen, und deßhalb wenigstens.
auf die allgemeine Vormerkung, nach Art. 32 und 80 des Pfandgesebes, antragen.