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vcreine, kurz, nehmen sich an Stelle einer fehlenden Diakonissin
der örtlichen Gemeindepflege in jeder Weise an. Es
find in etwo 30 Dörfern in Hannover derartige freiwillige Gemeindepflegerinnen
angestellt. Die Kosten der Ausbildung betragen
etwa 150—180 Mk.,. die Einrichtung wird als cvangelisch
tirchliche Hilfsarbeit von der Innern Mission unterhalten. — In
Preußen wurden in verschiedenen Kreisen durch den Kreisausschuß
in Verbindung mit dem Vaterländischen Frauenverein
ähnliche Einrichtungen geschaffen. Das erste grundlegende Beiiviel
diefer Art war die Kreiskrankenpflege im Kreise
Siegen, von Landrat Schepp und dem Vaterländischen Frauenverein
eingerichtet. Evangelische und katholische Mädchen und
Frauen aus den Dörfern werden sechs Monate lang in zwei
Krankenhäusern (Siegen und Augustahofpital Berlin) ausgebildet.
Kosten 90—150 Mk. In ihrer Heimat mit 300 Mk. Gehalt angestellt.
Pflegerin hat besondere Tracht und verpflichtet fich zu
fünf Jahren Dienst, verwaltet die Krankenpflegehilfsstation und
das Pflegemagazin. Die im Kreife Siegen, Provinz Westsalen,
von der Kreiskranken pflege aufgestellten Grundsätze in
bezug auf Ausbildung, Anstellungsbedingungen usw. dieser freiwilligen
Landkrankenpflegerinnen gelten im allgemeinen für
sämtliche von den Vaterländischen Frauenvereinen getroffenen Einrichtungen
diefer Art. Auch die zum Verbande des Vaterländischen
Frauenvereins gehörenden Landesvereine in den kleineren norddeutschen
Staaten, z. B. der Marienverein im Herzogtum Koburg,
der Agnes-Frauenverein in Sachsen-Altenburg, die Vereine in
Sachsen-Meiningen usw. haben ähnliche Einrichtungen gefchaffen,
in den meisten Fällen mit großem Erfolge. Die einzige Schwierigkeit
liegt darin, daß fich nicht genügend Helferinnen finden, die die
Krankenpflege im Nebenamt ausüben können.
In Bayern hat der Frauenverein vom Roten Kreuz
in sämtlichen acht Kreisen des Landes die Ausbildung solcher freiwilligen
Landkrankenpflegerinnen in die Hand genommen; sie werden kostenlos
in den Mutterhäusern des Vereins ausgebildet und von den Zweigvereinen
in kleinen Landgemeinden ihres Leimatbeirke angestellt gegen
fest es Vehan. Die Gesamtzahl aller im Jahre 1906 angestellten Landkrankenpflegerinnen
in Bayern betrug 55; sämtliche Versicherungsanstalten
unterstützen diese Einrichtung des HBayerischen Frauenvereins.
— Von kirchlich konffessionellen 4örperschoaften hat zertt der Charitasverband
für das latholische Deutschland im
Jahre 1897 mit der Heranzieung freiwillig wirkender Kräfte in
armen Landgemeinden onnen, die indessen im Gegensatz zu den
Pflegerinnen in anderen Einrichtungen ihre Hilfe lxprzrei
geben sollen. Theoretischer Unterricht 14 Tage (später 4 Wockt) lang
im Kloster Arenberg bei Koblenz für 15 Landmädchen im Alter ven
25—45 Jahren, weitere 14 Tage oder vicr Wochen praktische Uebung
8 legedienst in 8 rheinischen Krankenhäusern. In ihre Heimat 2t
en und verpflichtet, die Pflege an Kranken und Armen freiwillig
unden, unbesoldet auszuüben; sie erhalten gedruckte Anweisungen für alle
möglichen Fälle; verwalten den Krankenpflegeschrank und führen ein