Full text : Das Buch von unsern Kolonien.

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den  früheren  Zusammenhang  der  Insel  mit  dem  australischen  Festland.
In  der  Tat  ist  die  Meeresstraße  auch  heut  noch  sehr  flach,  nirgends
über  12  Faden  tief.

Das  heiße  Klima  wird  durch  die  Einwirkung  des  Ozeans  und  die
Erhebung  des  Bodens  gemäßigt.  Die  mittlere  Küstentemperatur  be—
trägt  260  C,  das  Thermometer  steigt  nicht  über  35°0.  Der  gelindeste
Monat  ist  der  Juni,  der  heißeste  der  Februar.  Regen  fällt  das  ganze
Jahr  zwischen  30  und  364  mm.  Die  Hauptregenzeit  währt  vom  November
  bis  April.

Die  Papuas  sind,  wie  wir  schon  von  Mr.  Pratt  erfuhren,  ein  sehr
gemischtes  Völkchen.  Wenige  Meilen  auseinander  Wohnende  unterscheiden
sich  derart,  daß  sie  einem  ganz  anderen  Stamme  anzugehören  scheinen,
und  keiner  des  andern  Sprache  versteht.  Es  gibt  neben  den  Baumauch
  Sumpfbewohner,  die  fast  amphibische  Entartungen  aufweisen  sollen.

Man  unterscheidet  nämlich  in  Ozeanien  außer  den  Australiern  und
Tasmaniern:

1)  Die  Melanesen  auf  Neu-Guinea,  Neu-Britannien  (Bismarck-Archipel),
  Neu-Kaledonien,  den  Neuen  Hebriden,  Salomon=  und  Fidschi-Inseln.


2)  Die  Mikronesen  auf  Jap-,  den  Mortlock,  Palau-,  den  Gilbert-,
Karolinen-,  Ruck=  und  Marschall-Inseln.

3)  Die  Polynesen  auf  den  Tonga-,  Hervey-,  Markesas=  und  Gesellschafts-Inseln.
  Zu  ihnen  rechnet  man  auch  die  Maoris  auf  Neuseeland,
ferner  die  Samoaner  und  Tuamotu=  oder  Paumotuaner.

Die  Nahrung  der  Papuas  besteht  fast  nur  aus  Pflanzenkost,  und
zwar  bildet  die  Yamwurzel,  unserer  Kartoffel  ähnelnd,  deren  Hauptbestandteil.
  Nur  bei  Festlichkeiten  genießt  der  Papua  Fleisch  von  Schweinen,
Beuteltieren  und  Fischen;  letztere  werden  auch  geräuchert  und  sind  auch
bei  Europäern  beliebt.  Der  Hund  ist  ein  treuer  Hausgenosse  der  Papuas,
während  er  den  Chinesen  bekanntlich  gemästet  einen  über  alles  geschätzten
Braten  liefert.

Der  Ackerbau,  soweit  von  einem  solchen  die  Rede  sein  kann,  ist
Sache  der  Frauen.  Ein  paar  von  ihnen  gepflanzte  Brotfruchtbäume
genügen  für  eine  Familie.  Der  Glaube  an  ein  Fortleben  nach  dem
Tode  besteht  auch  unter  den  Papuas.  Man  gibt  den  Verstorbenen
Speise  und  Trank  mit  in  das  Grab.  Die  Verstorbenen  genießen  göttliche
  Verehrung.  Ihre  Schädel,  die  eingetrockneten  Mumien  von  Kindern