— 166 —
den früheren Zusammenhang der Insel mit dem australischen Festland.
In der Tat ist die Meeresstraße auch heut noch sehr flach, nirgends
über 12 Faden tief.
Das heiße Klima wird durch die Einwirkung des Ozeans und die
Erhebung des Bodens gemäßigt. Die mittlere Küstentemperatur be—
trägt 260 C, das Thermometer steigt nicht über 35°0. Der gelindeste
Monat ist der Juni, der heißeste der Februar. Regen fällt das ganze
Jahr zwischen 30 und 364 mm. Die Hauptregenzeit währt vom November
bis April.
Die Papuas sind, wie wir schon von Mr. Pratt erfuhren, ein sehr
gemischtes Völkchen. Wenige Meilen auseinander Wohnende unterscheiden
sich derart, daß sie einem ganz anderen Stamme anzugehören scheinen,
und keiner des andern Sprache versteht. Es gibt neben den Baumauch
Sumpfbewohner, die fast amphibische Entartungen aufweisen sollen.
Man unterscheidet nämlich in Ozeanien außer den Australiern und
Tasmaniern:
1) Die Melanesen auf Neu-Guinea, Neu-Britannien (Bismarck-Archipel),
Neu-Kaledonien, den Neuen Hebriden, Salomon= und Fidschi-Inseln.
2) Die Mikronesen auf Jap-, den Mortlock, Palau-, den Gilbert-,
Karolinen-, Ruck= und Marschall-Inseln.
3) Die Polynesen auf den Tonga-, Hervey-, Markesas= und Gesellschafts-Inseln.
Zu ihnen rechnet man auch die Maoris auf Neuseeland,
ferner die Samoaner und Tuamotu= oder Paumotuaner.
Die Nahrung der Papuas besteht fast nur aus Pflanzenkost, und
zwar bildet die Yamwurzel, unserer Kartoffel ähnelnd, deren Hauptbestandteil.
Nur bei Festlichkeiten genießt der Papua Fleisch von Schweinen,
Beuteltieren und Fischen; letztere werden auch geräuchert und sind auch
bei Europäern beliebt. Der Hund ist ein treuer Hausgenosse der Papuas,
während er den Chinesen bekanntlich gemästet einen über alles geschätzten
Braten liefert.
Der Ackerbau, soweit von einem solchen die Rede sein kann, ist
Sache der Frauen. Ein paar von ihnen gepflanzte Brotfruchtbäume
genügen für eine Familie. Der Glaube an ein Fortleben nach dem
Tode besteht auch unter den Papuas. Man gibt den Verstorbenen
Speise und Trank mit in das Grab. Die Verstorbenen genießen göttliche
Verehrung. Ihre Schädel, die eingetrockneten Mumien von Kindern