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greulieb war es, wenn sie ihre feinde langsam töteten
Keller Werke 1, 71; — in abgeschwächter Bed., zur
Bezeichnung eines hohen Grades nach der schlimmen
Seite hin: es herrschte eine greuliche unordnung; eine
Bräuliche demuthigung Freytag Handschr. 1, 367.
Griebe, k. Rückstand von ansgebratenem Fett oder
Talg; ahd. griupo, griubo (auch = Röstpfanne, wie
altengl. greofa), mhd. griebe nur in heutiger Bed.; im
Ablautverhältnis zu gravpe (s. d.), sonst dunkler Hertunft;
eremium griebe, gribe, greuben, griefen Die.;
meine gebeine seind dur gebraten wie eine gribe Pf.
102, 4 Variante; grieben von gebratenem speck, ausgelassenem
tett u. ähnl.; kraftgrieben als Name eines
Zuckergebäckes Simpl. 4, 164. — Griebs, m. Samengehäufe
des Kernobstes, Nebensorm zu gröbs (s. d.), mhd.
Zrobiz, grabiz, grabiz. grübe; dunkler Abstammung.
Gries, Grieß, m. grobkörniger Sand, grobgemahlenes
Getreide; in der ersteren Bed. gemeingerm. Wort,
im Gothischen erhalten in dem alten ostgothischen Stammnamen
Greutungi, d. i. Griutuggos, Sand= oder Steppenbewohner,
altnord. grjöt, altengl. greöt, altsächs. griot,
ahd. grioz, mhd. griex: die nhd. Schreibung griesz ist
die richtige, jetzt aber kanm noch üblich; das Wort steht
im Ablaut und Verwandtschaftsverhältnis zu graus
und grutze (s. d.). Als Stoffname: sabirlem gricsz,
grysz, gries Dief.; kies und gries und sand und letten
Goethe Faust II, 2; zwischen dem gries und gestein
Heyse 8, 311; Bezeichnung eines sandigen Platzes: in
dem kamen sie an den gries bei dem wasser Lutber
3, 4512; übertragen auf eine Krankheit, bei der sich in
Blase und Nieren kleine Körner bilden, harngrics: griesz
der nieren Henisch; als Müillerausdruck grobgemahlencs,
enthülstes Getreide zu Speisen, im 15. Jh. erst
bezeugt: oryse grisz, griesmel, gerstenmus Dies.;
suppe, brei von gries, griessuppe, griesbrei. — grieselicht,
griceselig, dem Gries oder Sand ähnlich, mhd. griereleht:
murbe und gricszlicht Mathesins Sar. 9d. —grieseln,
als Sand sich formen, sandähnlich fallen Abelung;
übertragen auf das Fallen von leichtem Hagel, es grieselt
(vgl. auch graupeln); — anderes grieseln, zu grausen
(s. d.) gehörig, schauerndes Entsetzen empfinden: es
Brieselt mir über den ganzen leib Stieler; die methode
weckt mir grieselndes entsetzen Lenau 118.
Griesgram, m. mürrische Stimmung und Mensch
in solcher. Mhd. grisgram, Zähneknirschen, von dem
Verbum ahd. grisgramön, grisgrimmôn, mhd. grisgramen,
grisgrimen abgeleitet, dessen erster Teil aus
grist das Reiben, Knirschen entstellt ist, während der
zweite Teil mit grimm (s. d.) zusammenhängt, altsächf.
entspricht das Subst. gristgrimmo knirschende Wut,
Zähneknirschen Heliand 2144. Die Bed.: serichor grisgram
der 2en Dief., hat sich in der neueren Spr. abgeschwächt:
der griesgram, mürrische, unzufriedene Gemütsstimmung
Campej; und besonders als Scheltwort
für einen mürrischen Menschen ansgebildet: das ganze
menschliche geschlecht machts ihm, dem griesgram,
nimmer recht Goethe Faust II 2; als Adj.: grau.
grämlich, grisgram ebd. — griesgranten, in mürrischer
Stimmmug sein, in älterer Spr. (vgl. unter griesgram),
auch uhd. noch = mit den Zähnen tnirschen: atridere
grisgramen, grisgrammen Dief.; grisgrammen, grimmen,
kirren mit zenen Henisch; übertragen — zornig,
wild gegen Einen sein: wie wol Springinsfeld noch
immerhin wie ein alter böser hund gegen mir griszgrammete
Simpl. 3, 175; (er) tobt und griesgramt wie
ein gewaltiger Scheffel Ekkeh. 291; in abgeschwächter
Bed. — mürrisch sein: ich sahe wol, wie er zu zeiten
griszgramete Simpl. 1, 195; griesgramen und sauer
schn Kojegarten bei Campe. — griesgrämig, Griesgram
habend: griesgramicht, stomachose, ẽntemperan ter
Stieler; in neuerer Spr. gewöhnlich = mürrrisch:
er verzog ucin griesgrämiges gesicht zu einer art von
Griebe — griesgrämig.
Griff — Grille. 1248
lücheln Gaudy Erz. 31; auf der seite des griesgrümigen
alters stchen Keller Werke 8, 267; dafür: seine griesgrämische
Kantippe Wieland Arist. 1, 26; griesgramliche
zuge, u. 5.
Griff, m. Handlung, Art, Ort des Greisens, ahd.
mhd. grif; Handlung und Art: einen gritł in etwas
thun, einen kuhnen grifl wagen, mit leisem griffe fassen,
wegnehmen; richtiger, falscher griff; wag es einmal
mit unzuchtigem griff meinen leib 2u betasten Schiller
Näub. 3, 1; ein missethäter, der auf einem bösen griff
überrascht wird Fiesko, Bühnenbearb. 5, 6; legte sich
hammer und zange zum grike bereit Immermann
Münchh. 1, 127; das rechte blind erfassend mit dem
pritt Grillparzer 1, 155; mit éinem grisf hätt er
sie bündgen können Heyse 21, 202; bildlich, gewendet
auf geistiges Erfaffen: bei der wahl seiner gattin hat
er den richtigen griff gethan; das gluck im richtigen
gritf Bismarck Reden 5, 34; musikalisch: ein paar
griffe auf dem klavier thun, die grifle des geigenspiels
erlernen; so leicht, als ein akkord dem griff des
lautenspielers Schiller 5, 192; in der Heerspr. —
Ubungen mit dem Gewehr Ex. Regl. 10 ffg.; als Maß,
— so viel man mit der Hand greist: ein grief wolle
Steinbach; bei den Nadlern ein grifk, so viel Drahtenden
man mit spitzen Fingern auf einmal zum Spitzmachen
sassen kann Jacobsson; sprichwörtlich etwas
am, im griffe hahen (mit den Zusätzen wie der leiermenn,
oder wie der beitler die laus), ohne Weiteres
richtig zu fassen wissen; in der älteren Spr., gritt —
Kunststück, Kunst (vgl. auch kunstgriff): wolt sie zm
zeigen einen griff BWaldis Esop 1, 20; regel und
griff die schrift auszulegen Luther wider das Bapstum
1545; meist mit übler Nebenbedeutung, Betrugsstückchen:
hinterlistige gritte Briefe 1, 237; grif, eine
tücke, damit man einen berucket Henisch; der kern
des ganzen rechts, das ränk und grifle lehrt, wodurch
sich recht in schuld verkebrt Lichtwer Fab. 4, 25,
jetzt verschollen; — Ort, Stelle wo man greift, angreift:
der griff am ruder Henisch; gritt eines lötfels,
messers, schwertes, einer thüre, u. a.; bei Schlachtern
eine Stelle voll Fett oder Talg zwischen den Keulen
schlachtbarer Tiere; am Hufeisen der Pserde hervorragendes
Stück, womit das Pferd in die Erde eingreist;
weidmännisch Klaue eines Raubvogels: wirt inen (den
Adlern) der griff oder die klawen ynwerts gebogen
Eppendorff Plinius 140; übertragen: der grosten
griffe fablen Hagedorn Schreib. an e. Freund 188.
Dazu: Griffbrett, n. an Musikinstrumenten Brett, worauf
die Töne gegrissen werden. — Grissel, m. ritzendes
Schreibwerkzeug, ahd. grifll, griffel, criphil, mhd. grancel,
frühe Umdeutung des griech. graphion gleicher Bed.
unter Anlehnung an griff und greiten; skis#er grittel
Dief.; ein griffel eins guten secbreibers Ps. 45, 2; geschrieben
mit eisern grifteln Jer. 17, 1; in neuerer
Spr. noch dichterisch: den griffel gottes Schiller Fiesko
2, 3; mit scharfem griffel grab... die natur den
nachgeschlechtern ein des flucbes spur Lenau 128;
landschaftlich auch übertragen auf den Schieferstift; in
der Botanik — stielförmiger Fortsatz an oder auf dem
Fruchtinoten. **-Grille,
f. Art kleiner Henschrecken mit zirpendem
Tone, ahd. grillo, mhd. grille, wegen ihres Tones so
genannt (vgl. grell), das griech. grölles Heuschrecke ist
nicht verwandt, sondern klingt nur zufällig an; grillus
grill, grillen, grilligin Dief.; ime ist als der grillen
hinter dem ofen, er redet so man doch nit gern hört
D. Städtechr. 3, 42; eine faule grille sang einen ganzen
sommer lang Gleim 3, 320; es zirpten grillen und
heimen Hölty 162; die grillen pfeisen Uhland 164;
wie die grill im grase springt ihm des herz Keller
Werke 10, 88; — übertragen auf wunderliche Gemütsstimmung,
die sich in eigensinnigem Streben oder Be-