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Guten zu leben. Je weniger bemerkbar ihre am Ende erklärliche Eifer—
sucht ist, um so wohltätiger und segensreicher kann ihre Wirksamkeit
sich gestalten. Es ist eine Freude, aus den Berichten der Missionsgesellschaften
ersehen zu können, daß ihre Stationen und Schulen, gegen
50 an der Zahl, bereits über 2000 Schüler zählen, die alle dem Fetischdienst
entrissen wurden.
Allerdings auf einschneidende Umgestaltung der bestehenden Gebräuche
wird diese Lehr= und Bekehrungstätigkeit wohl verzichten müssen. So
wenig wie man die Palme in eine Eiche verwandeln kann, so wenig wird
man aus dem Neger einen Arier machen. Auch könnte es leicht kommen,
daß ein „Höriger“, der nicht mehr als Hauskind betrachtet werden soll,
noch schlechter behandelt würde als der ehemalige Bantu, der als Handelsware
in die finstern Kerker der portugiesischen Sklavenschiffe verstaut,
und, wenn es wegen Sturmes oder auf der Flucht vor englischen Kreuzern
sein mußte, zu Hunderten über Bord geworfen wurde. Daß man dieser
Scheußlichkeit Herr geworden ist, dankt der Eingeborene dieser gesegneten
Küste der treibenden Kraft des Christentums. Andere Beweggründe, die
zu dem Eingreifen Englands wohl auch Anlaß gaben, wird er sich nicht
vorstellen können. Der Hinweis auf diese Befreiung und Erlösung wird
es am letzten Ende der Christenmission leicht machen — sofern sie nur
unter sich den Frieden bewahrt —, auch dem Islam siegreich zu begegnen.
Aber alles dies muß geschehen, wie es der Heiland verlangt, der uns
die Lehre gab: Seid klug wie die Schlangen und sanft wie die Tauben.
An Geschichtlichem ist folgendes nachzuholen.
Die große Mehrzahl der Erforscher dieses Gebiets folgte dem
großen Nigerstrom. Auch bot das Hinterland von Dahome und Aschanti
größere Anziehung. Schon zu Anfang und in der Mitte des vorigen Jahrhunderts
wurde es von Mungo Park, Clapperton, Lander, Vogel,
Overweg, Richardson und Barth durchzogen. Dann folgten in den sechziger
bis achtziger Jahren Hornberger, Nachtigal, Rohlfs, Lenz und Flegel.
Das deutsche Gebiet wurde erst nach der Besitzergreifung fleißiger
in Angriff genommen. Doch verdanken wir dem Franzosen Bonnat
(1875—76) wertvolle Aufschlüsse über den Voltastrom; 1884 folgte Hugo
Zöller, 1885 Pater Baudin, 1887 Henrici. Die Regierung sandte dann
1888—1890 drei Expeditionen aus, um mit den Eingeborenen Verträge
abzuschließen. Hauptmann Kurt von Francois gelangte bis Salaga,
Gambaga und Mossi und kehrte über das Adeliland zurück. Auf einer
Beta, Das Buch von unsern Kolonien.