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zweiten Reise wurde er in Salaga abgerufen, um den Oberbefehl im
Witboikriege zu übernehmen. Dr. Ludwig Wolf eröffnete den Osten
des Togolandes, gründete Bismarckburg, durchzog das nördliche Dahome
bis an den Niger. Dort erlag er in Dabari einer tödlichen Krankheit,
wie man vermutet dem Gifte, das in der Hand der Fetischgläubigen eine
unheimliche Rolle spielt. Sein Nachfolger, Hauptmann Kling erlag den
Einwirkungen des Klimas. Ihm folgten Hering, Herold und Büttner
(1890—92). Ersterer gründete in zentraler Lage zwischen Bismarckburg,
Kratschi und Lome die Feste Misahöhe. Die Aufgabe der Besatzung
dieser Plätze ist namentlich, die völlige Ausrottung der Kautschukpflanzen
zu verhindern. Dr. Hans Gruner endlich, der durch eine Privatgesellschaft,
das deutsche Togokomitee unter dem Konsul Ernst Vohsen,
ausgerüstet wurde, war beauftragt, den Franzosen in ihrem Wettlaufe
nach dem Niger zuvorzukommen und uns das Hinterland zu sichern.
Mit Dr. Döring und Leutnant v. Crarnay-Quernheimb drang er 1894
in Eilmärschen bis Sansanne-Mongu vor und schloß mit den Sultanen
von Mongu, Gurma und Gando Schutzverträge ab, welche zu dem deutschfranzösischen
Togo-Abkommen vom 10. Oktober 1897 führten. Wir
verloren zwar hierbei die Verbindung mit dem Niger, da Frankreich
ältere und bessere Rechtstitel auf Gurma nachzuweisen hatte, erhielten
aber die Straßen nach Kratschi und das Mündungsland des Mono
zugesichert. Dies hat zur Folge, daß eine Reihe der großen französischen
Faktoreien von Groß-Popo nach Klein-Popo (Anecho) jetzt übersiedeln
werden. Von der Gesamtausfuhr dieser Gebiete beträgt die des Kautschufs
etwa ein Drittel; Palmkerne, Mais und Palmöl folgen auf der Liste
des Jahres 1905 und ergeben zusammen ebenfalls etwa ein Drittel des
Exports. Da es sich hier um Erzeugnisse des Küstenstrichs handelt, kann
unser Abkommen immerhin als ein Erfolg für Deutschland gelten, dessen
ganze Kraft durch die Aufgaben, die ihm die Aufschließung Afrikas stellt,
ohnehin zur Genüge in Anspruch genommen ist.
Nach Niederwerfung der aufsässigen Dagomba 1897 durch Oberleutnant
v. Massow ist durch die Anlage von weiteren Stationen bei
Kpando, Baßari, Bafilo, Paratau, Dadaura, Sansanne der friedlichen
Entwicklung dieses reichen und zugleich konsumfähigen Gebiets ein dauernder
Rückhalt gegeben worden.
Auch zurzeit sind wir nicht untätig. Der Oberleutnant Dominik
warb in Liberia Kruleute, um von Sanaga aus nordwärts durch