Die Politik Bismarck’s gegenüber dem Vaticanischen Concil. 147
Provinzen aus und bringt es durch die Ergebnisse seiner Forschungen
über die Unzuverlässigkeit der dortigen Beamten dahin,
dass die Gemeinden jener Provinzen von dem Antheil an der
neuen Kreis- und Provinzialordnung ausgeschlossen werden. Das
hitzige Treiben dieses Geschichtsforschers bildet den würdigen
Übergang zu dem Eifer der Berliner Witzblätter, die wir ihrer
Inferiorität wegen nicht einmal unter den Musenproducten der
neuen Ära aufführen konnten; ihre Jubel-Illustrationen zur Brotkorbgesetzgebung
sind das rechte Gegenbild zur Sybel’schen Bevormundung
der westlichen Provinzen; nur um einen Schritt hat
eins dieser Blätter den gelehrten Forscher überflügelt, in jener
Illustration nämlich, in welcher es den Bischöfen ihr gerechtes
Ende weissagt: — ein Schlächter erhebt den Hammer gegen
ein Rind, welches unter der neuerfundenen Schlachtmaske seine
Hömer in der Gestalt der bischöflichen Mitra ausstreckt.
‘Wir werden das Getümmel sofort lichten, indem wir die
Vertreter der Mehrheit nach ihrer Vergangenheit fragen und an
ihre Gegenwart erinnern.
Sie glauben gegen die bischöflichen Streiter der Minderheit
einen vemichtenden Schlag zu führen, indem sie denselben ihre
anfängliche Gegnerschaft gegen die päpstliche Unfehlbarkeit vorwerfen.
Allein, wie sind sie denn nun zu ihrer jetzigen Macht
in den Tageblättern, auf der Tribüne und in der Gesetzgebung
gekommen? Woher stammt ihre journalistische und parlamentarische
Dienstmannschaft? Woran liegt es, dass sie auch jetzt
noch, wo sie sich brüsten, Gesetz und Ordnung in einem militärisch
mächtigen Reich zu bestimmen, ihrer Zukunft unsicher
sind, — dass sie glauben und zittern?
Sie sind eine Eroberung des Mächtigen, dem sie nicht
einen Groschen bewilligen wollten, eine Kriegsbeute derselben
Armee, deren Formation sie sich fünf Jahre lang widersetzt
hatten. Dem ohne ihren Beistand und gegen ihren Willen durehgedrungenen
und früher von ihnen verwünschten Sieger gaben
sie sich als Diener seiner Dietatur hin und als Nivelleure und
Regulatoren der Geschäfts- und Verkehrsfreiheit in seinen territorialen
Eroberungen. Das Bürgerthum nahm als Schmerzensgeld
für ihre Zustimmung zur militärischen Dietatur das Geschenk
hin, welches sie ihm in der Planirung und Erweiterung seines
Geschäftsbetriebs darreichten. Es jubelte ihnen im Culturkampf
gegen die katholische Minderheit zu und liess sich von ihnen,
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