Full text : Deutsche Geschichte. Erster Band. (1)

212  9.  Lothar,  Konrad  III,  Friedrich  Barbaroifa.

Mit  den  Staufern  wurde  er  nad)  feiner  Rückkehr  erft  im  Jahre
1134  jo  weit  fertig,  daß  Friedrich  fi)  im  Dftober  dem  Sprud)
eines  Fürjtengericht3  zu  unterwerfen  verjprach,  der  dann  im  März
des  folgenden  Jahres  auf  einer  Berfammlung  zu  Bamberg  erfolgte
und  milde  genug  ausfiel;  auch  Konrad  unterwarf  fich  im  September
  und  verpflichtete  fich,  an  dem  bevorjtehenden  NRomzug  des
Katlers  teilzunehmen.  Er  wurde  im  Auguft  1136  an  der  Spibe
einer  anjehnlichen  Streitmacht  angetreten  und  ging  glüclich  von-Itatten.
  Man  gelangte  bi8  San  Germano:  aus  Apulien  wurden
die  Normannen  verdrängt  und  der  Gegner  Rogers  wurde  von
Papft  und  Kaifer  gemeinjam  belehnt:  doch  hängen  dieje  Vorgänge
mit  der  deutichen  Geichichte  jo  Loje  zufammen,  daß  wir  fie  nicht
ausführlicher  erzählen  dürfen.  Auf  dem  Heimweg,  den  der  Kaifer
\hon  frank  antrat,  in  einem  Dorfe  am  oberen  Xech,  Breitenwang,
ereilte  ıhn  der  Tod  am  4.  Dezember  1137.

Die  Snfignien  des  NReich3  befanden  fi  nach  dem  Ableben  des
Kailer®  in  den  Händen  jeine®  Schwiegerjohnes,  des  Herzogs
Heinrichs  des  Stolzen  von  Bayern,  der  den  Zug  mitgemacht,  und
den  der  Sterbende  noch  mit  Sachjen  belehnt  hatte:  ohne  Zweifel
hatte  er  ihn  zu  jenem  Nachfolger  bejtimmt.  Aber  der  hierarchiichen
Bartei  war  er  nicht  genehm:  fie  fürchtete  von  ıhm  eine  Nückfehr
zur  Ricchenpolitif  Heinrich®  V.  Er  hatte  fich  auf  dem  Romzuge  dem
Papft  mißliebig  gemacht;  feine  Verjönlichkeit  war  wenig  gemwinnend
und  als  fein  Hauptcharafterzug  trat  ein  ungemefjenes  Selbftgefühl
bei  nur  mittelmäßigen  Fähigfeiten  hervor.  Auch,  erichien  feine  Macht
zu  groß,  wenn  zu  dem  Befib  von  Tuscien  und  dem  Herzogtum  ti
Bayern  und  in  Sacdjien  noch  das  König-  und  KRaifertum  Hinzutrat:
al3  Erbe  jowohl  des  Billunger®  Magnus,  deijen  Tochter  Heinrichs
Mutter  war,  als  auc)  des  Kaifers  Lothar,  vereinigte  er  in  Sachjen
überdie3  einen  jehr  umfafjenden  Allodbejis  in  feinen  Händen.  So
richteten  ich  die  Blice  auf  den  Staufer  Konrad,  der  nicht  ohnmächtig
und  auch  nicht  übermäcdhtig  war.  Ein  Hluger,  unruhiger  Pfaffenfürft
  franzöfifcher  Herkunft,  der  Erzbiichof  Albero  von  Trier,  —  der
Mainzer  Stuhl  war  gerade  unbejegt  —  leitete  Die  Intrige  und  berief,