Ros enheimer Anzeig
und Felerlage).
Der „Nesenheimer Anzeiger“ erscheink täglich nachmillags 1 Uhr (mil Auanahme der Zon-—
Der Abonnementepreis beträgt viericlfährlich 2 Mark 70 Plennig.
Monallich 90 Plennig. Für Pofstabonnenlen: Zustellge ühr krel ins Haus 14 Plennig monatlich.
Fiernsprecher: Berlag und Nedaklion Nr. 72, Inseralen-Abtellung Nr. 235.
Nuwer 138 . —7
der ersiureine Vorstoß südweffl.
Noyon.
WIR. Verlin, 14. Juni, abends.
Von den Kampffronten nichte Neues.
*
Amtl.
Nach zuei Seiten bin ist der estoleniia
der Armee Hutier ein großer Erfolg beschie.
den gewesen. Neben dem großen Geländegewinn
und der Eneichung der Höhen sudwestlich von
Noyon. Ulterschreitung der Oise südlich Noyon
und neben der gewaltigen Beule an Geschützen
und Maschinengewehren, sowie Munition und
anderem Kregematerial wurde General Foch
gezmungen, die letzten Reserven einmisetzen.
Außer den acht bei Beginn des Kampfes in
der Front befindlichen Stellungedivisionen hat
Foch innerhalb dreier Tage außer vielen anderen
mehm'e Elite. Divisionen in den Kampf
werfen müssen. zu deren Unterstützung zahlreiche
Tanks die micksichtslosen Gegenangriffe begleiteten.
70 bis 80 Tanks liegen zerschossen
hinter und vor unserer Front. Außer den 15 000
unverwundeten Gefan genen erlitt der
Gegner ungeheure blutige Verluste.
Haufenmeise liegen die Leich an den Haupt.
kampsstellungen, wie 3Z. B. am Mont Renaud
und ant de Choimsy und in den Stellungen
nordöstlich Mareuil. In endlosen Zügen wandern
auf unseren rückwörtigen Wegen die leicht.
verwundeten Feinde zu den deutschen Verbandsplätzen.
Das historisch beruhmte Dorf Cam.
bronne wurde bereits in der Abenddämmerung
des zweiten Angriffstages nach Eroberung des
langgestrecten Anioval-Rückens von deutschen
Bataillonen in einem überrumpelnden Vorstoß
dem verwirrten Gegner abgenommen. Damit
war die Beherrschung der östlich Ribscourt in
longgestreckter Schleife oltwörts ausholenden
Oist-Niederung errungen.
Um sich die volle Bedeutung des im Verlauf
ven nur zuei Angriffslagen von der Armee
Hutier erstrillenen Sieges zu verdeutlichen, muß
man sich klamachen, daß unsere Divisionen hier
in 40 Kampfstunden ebensoviel Gelände er.
stritten haben, als seinerzeit die vereinigten eng.
lischen und jranzösischen Armeen in den fünf
Monate umsessenden, beispiellos blutigen An.
stürmen der großen Sommeschlacht zu erringen
peimochten. Unsere Kanonen beherrschen heute
Stadt und Bahnhof Compiögne: sie läh.
men damit an diesem für die französische Heer-„führung
bedeutungsvollen Eisenbahnknotenpunkt
die gegnerische Bewegungesreiheit aufs schwerste.
Der Kampf bei Compirgne.
Amsterdam, 14. Juni. Nach Meldungen
der Havasagenlur aus Mrrie hat die Schlacht
an der Weststont noch an Heftigkeit zugenom
men. Die Deutschen üben weiter einen kräftigen
Truck in der Nichtung von Compidghe aus. Der
gestrige Tag habe aber für die französischen
Truppen einen besonders günstigen Verlauf durch
das neue Element unserer Gegenoffensive auf
dem linken Kügel und im Zentrum genommen.
Am Montag und Denstag habe der Druck des
Feindes zeitwesse einen ziemlich getährlichen TCha-Fakter
gelragen, so daß sich die französischen
Kräfte bis an den Fluß zurückziehen mußten.
Eine Gegenossensive sei unbedingt notwendig
gewesen.
Erneute Beschiefung Amiens.
5 Genf, 14. Juni. Wie die Schweizer Blätter
berichten, wird Amiens erneut stark beschossen.
Die Entscheidungsschlacht des
n Feldzuges?
s Haag, 14. Juni. Englische Kriegsbericht.
2 von der Westfront berichten nach
VLondon, daß die noe, m gegenwärtig
eine solce Heft Sschtena n, daß man
sie als Entschei uown des
Feldsuges betrachten Nach anfäng.
lichem □u in 8 *— habe der
Widerstand der un osen den Chorakter des
Verzweislungskampses angenommen.
1 London:
—..
er
Dle einlpaltige Peslszeile im Ameigenlseil koltel 15 Plg., die Petilzerie im Reklamelell 40 Pl.
Die Annahme non Anzeigen, Reklamen und Betlagen ersoegt durch die Annoncen-Expedilion
Haasenstein & Logler, A.-G., Rosenheim, München, Nürnberg, Beriun, Breiau, Callel us##
Schluß der Angelgen-Annahme 12 Uhr muttags.
Amtlliches Bublikallons-Organ
Somutag, 16. Juni 1918
Paris geht in „Ferien“!
10000 Mann starke ruffische banden am Asowschen Meer vernichtel.
Die Räumung von Deaur. — Umbilbung des englischen Kabinetts.
9
— Der Bürgerkrieg in Ostrußl
and. ie
nnen und ein englischer
Passagterdampfer versenkt.
Fromtessen Abendbericht vom
Juni:
Im Laufe des Tages machten die Deulschen
einen kräftigen Gegenangriff von Courcelles bis
nördlich von Mery. Die angreisenden Truppen
konnten in unserem Feuer nicht bio zu unseren
Stellungen gelangen und mußien auf ihre Ausgangsstellungen
zurückgehen, nachdem sie sehr
starke Verluste erlitten Batten. Unter dem im
Laufe unserer Angriffe vom 11. Juni erben.
teten Material befinden sich 10 Geschune, dar
unter 4 schwere und eine sehr große Anzahl von
Maschinengewehren. zwischen Oise und Aisne
war der Tag ruhig. Suüdlich der Aisne sette
der Feind heute morgen seinen Vorstoß zuischen
Aisne und dem Walde von Villers-Cot.
terets fort. An den meisten Punlten murde er
zurückgeworfen. Es gelang ihm, im Dorfe La.
versine Fuß zu fassen. Alle Versuche, aus
Couvore hervorzubrechen und westlich der Maierei
Verte Feuille vorzudringen, scheiterlen voll.
fommen. Der Feind erneuerte im Laufe des
Nachmittags seine Angriffe nichl. Nordlich von
Coron wurde der Feind, der einen Augenblick
in unsere Linien eingedrungen war, zuruckge
schlagen. Wir haben unsere Stellungen bei
Champlat la Pompelle vollkommen wiederher.
gestellt. An der übrigen Front war der Tag
rubig.
Eine englische Ftiedenszielkundgebung.
* Vasel, 11. Juni. „„Daily Nems“ melden.
daß in cinem Kreile erust zu nehmender Unter.
auemitglieder eine parlamentarische Aktion sich
angebahnt habe, die eine Friedensziellundgebung.
im Unterhause vorbereitet, um die Iniliative.
zu einem Verftändigungsfrieden u gelangen,
im Unterhause zu wahren.
Dee Fchedensvorschlägedes Papstes.
* Haag. l4. Juni. Reuter meldet
Lord Stanword beantwortele
Oberhause eine Anfrage über die Frie deus
vorschläge des Papstes. Stanword sagte:
Der Fragesteller glaube offensichtlich, daß die
Regierung in dieser Angelegenheit dem Papit
zu wenig Ehrerbietung und Höflichkeit erwiesen
Labe. Das sei aber nicht der Fall. Der Vorschlag
des Papstes sei unter Würdigung der
wohlwollenden Absichten, aus denen er entstanu.
den sei, ausgenommen worden. Einige Tage
später habe Wilson eine ausführliche Antwort
gegeben. Die britische Regierung habe sich die
ser Antwort angeschlossen, da sie zu der Ueber
zeugung gelommen sei, daß dieser Antwort nichl
hinzuzufügen sei. Stanword richtete dann über
die geheime Klausel im Vertrage mit
Frankreich, Rußland und Italien,
die dem Papst nicht das Recht einräumt, einen
Vertreter bei der Friedenskonferenz zu baben.
Eine derartige Richtlinie sei nur billig. Der
Wapst sei in derselben Lage, wie jeder regie.
rende Fürst eines neutralen Landes, dessen Ver.
reter zur Friedenskonferenz nur unter allge.
meiner Buuung aller Kriegführenden zugelasen
rrde,
aus
im
13. Juni. (Stefani.; Auf eine Zu-Gchrifk
var iombardischen Enpiskopats erklärte der
Papst, daß er tief betrübt sei über den Verleumdungsfeldzu
gegen seine Person und sein
Werk. Er erwähnte, daß er alles gelan habe.
was in seiner Macht lag, um ein Ende des
Kompfes zu beschleunigen und die Schmerzen zu
Lindern. Er erinnerte daran, daß er verschie
dene Male alle Rechtsverletzungen, wo sie auch
begangen wurden, verurteilt habe. Man beschuldige
ihn, er habe den Krieg gewollt oder
er habe einen ungerechten Frieden, der nur
ciner Gruppe von Kriegfuhrenden zugute komme,
augerebt. Man entstelle seine Worte und verdachtige
seine Gedanken und seine Absichten.
Selbst sein Schweigen angesichts des einen oder
anderen Verbrechens werde verleumderisch gedeulel.
Er protestiere auch gegen die Kampagne,
die gegen den stalie#he Aus gefuhrt worde.
Der amll. öfterreschische Berichl.
WIIB. Wien, 11. Amtlich wird ver.
autbart:
An der österreichischen Gebirgsfront mäßige
Artilleriekämpfe. An der unteren Piave mißlangen
zwei inpline Erkundungsversuche. In
Albanien nordlich des Devoli wurde der An.
arifi der Franzosen nach wölfstündigem Kampf,
an dem auch bulgarische Truppen teilnahmen.
Juni.
—
abgewiesen. Bei der Abwecr eines auf Cattaro
gerichteten Luftangriffes wurde ein englischer
Flieger durch unsere Marineilugzeuge abge,
schesien.
Der Chef des Generalstabs.
— — —
Dee Brieg zur See.
Ein englischer #ofspnierd ampfer
10
London, Jan Amuch. Cin briti
sber nn turn wurde am
5 Juni torpediert und sank. Personen, dar,
unter 1 Mitglieder der Beahmg. weroden ver,
mißt.
nußland und deutschland.
Stocklolm, 11. Juni. Die „Jrvestija“,
das Blatt des Maskauer Zentralerelutivkomi'
tees, schreibt über die bevoritehenden Aerhand.
lungen der deutsch russicchen Kommission in Ver
lin: Die russiiche Politik verwirft die Geheim
Piplomatie. Wir sehen es derhalb als unsere
Pflicht an. unsere Absichten schon vor Beginn
der Unterhandlungen klar auszudrucken. Das
Blattl führt über die Absichten aus: Bei Ab.
schlußß; des Breit Litowsler Friedensvertrages
hat unsere Regierung keineswegs ihre Meinung
verhulli, sondern offen erllärt, daß dieser Friede
einen All der Vergewaltigung darstelle und den
Interessen der russischen Volles und der von
Rußland getrennten Gebiele widerspreche. Die
klarsehende Politik Deutschlands ist sich wohl
klar darüber, daß jede bürgerliche Regierung,
die dennoch einen deutschen Frieden unterzeich.
nete. baldigit die Vorbereitungen für einen Re.
vanchelrieg trejfen würde. Allein die sozia.
listische Regierung Rußlands kann sich nicht nur
Kriegsvorbereitungen, sondern auch ie der Re
pancheidee enthalten; denn nach ihrer
festen Ueberzeugung wird die ganze Welt am
Ende dieser fünfjährigen Tragödie des Welt-Irieges
ganz anders geitaltet sein. Das russische
Volk billigte den Frieden von Vrest-Litowek,
um die durch den Rrieg geschlagenen Wunden
Zu leilen und der sozialistischen Reorganisation
den Boden zu ebnen, was schließlich zur Ver.
besserung der Lage der Arbeiterklassen in der
Kganzen Welt bedeuten wird.
Verschworungen in Rußland.
* Moskau, 7. Juni. (Petersb. Telegr.=Agentu
r.) Die in * Wohnungen der Bour.
haoe in Pensa vorgenommenen Haussuchungen
jörderten eine Anzahl Wassen. Munilion und
*
Rosenheimer r Tagblatt
#jelt noch erforderlich,
64.
zutage,
Dret.: Justine
die dortige
an Hand ge
heu sollte. Wee de Nachforschungen der ort.
lichen Sowjets ergaben, hut die Bourgeeisic
den Aufrührern eine Million Rubel angeboten,
damit sie die (bewalt uber die Stadt in ihre
Hände liefern sollte.
Seutscher Reichslas.
Kriegogesangene
nierte.
s Berlin, 14. Juni. Im Reichslage uur.
den heute zunäch't kleine Anfragen erledigt. Abgeordneter
Dr. Heckscher (Fortichr. Vot.,
weist darauf hin, daß deulsche Fumilien au
Siam vollerrechlowidrig nach indischen Konzen.
trationslagern geschleppt worden find. Minie
sterialdirektor Kricge erwiderie: Bei den jeßt
im Haag slattfindenden deutsch englischen Ver
handlungen solle huuch diese Angelegenbeit gere.
gelt merden. Abg. Hescher lhebt hervor.
daß Deuntiche aus ctia nach aunralischen Konzentrationslagern
gebracht wurden. Ministeriul.
direktor Kriege sagie, die deutsche Regierung
hat gegen diesen Plau unverzuglich die nach
drücklichsten Schritte unternommen und schurr.
Vergellungsmaßnahmen in Aussicht gestellt. der
niederlandische Gerandte hal telegraphisch be
richtel, daß jent ertreulichermeise die Gefahr der
Leporianon fur die Deulichen beseirigt sei. Abg.
Dr. iresemann (natlib. fordert die Ruck.
bringung der seit 3 bis J Jahren im tropischen
Klima Aruckgenaltenen Kolonialdeutschen. Mi.
Btachätengerre re womit
und HZivilinter
Hecreselat.
nikterialdirekter Kriege erwiderte: Nach schwerken
Verhandlungen in ce gelungen, in einemn
Fall die Rucktehr zu ermoglichen. Die baldige
Ruücklehr der noch in belgt icher Gewall befind.
lichen Afrikadentichen in zu erwarten. Ebenso
werden auch die in Frankreich zurudgehaltenen
deutschen „uoilinternierten und Kolonialdeurschen
uber die Schweiz zurucktellren fonnen. Abg. Dr.
Strefentann tnatlib. weist darguf hin, daß
in Amerila Photographien verbreiten werben
die gesangene deutische ÖO ffisiete àls Sleinklopfer
zeigen. Obert v. Fraureli erlun Die schwerzerische
(besandtichait in Wasliington ist auf cile
Fälle ersucht worden, der amerikanischen Re.
gierung mitzuteilen, daß, wenn in absehbarer
heil keine befriedigende Antwori uber die An.
gelegenbeit erfolgl, amerilan hische Öffiziere Piner
gleichen Belandlung untrworsen werden. Auf
eine Aufrage des Abg. Schwabach (natlib..
erllarte General v. Wrisberg: An der ge
samten deuischen Ongrenze in in den Grenz
bezirlen ein befonderer Personalausfall auch
da trotz des Friedens.
schlusies mit Rußland mil dem Einbringen un.
sicherer Elemente zu kechnen iil.
Aledann mird die Aus'prache uber den ODeeresctat
sortgeseötl.
Zu einer erregten Szene lam es bei den Aus
fulrungen des Abg. Dr. 6% bn Nordhausen
(Soz., der sagle. in der Larareltbehndlung
sind zweisellos Mißliandlungen vorgekommen.
Fur die Ueceberwachung der Pazifisten isi von
der Heeresverwaltung ein Spinelsyftem organtsiert
worden. Hinsichllich der Gefangenenbehand.
lung hat jeder Kriegführende an die eigene
Brust zu schlagen. (Die Bemerkung des Red
ners, daß die Randländer des Ostens von den
mißbrauchten deutschen Truppen bingemordet
worden seien, veranlaßt erregte wwischenrufe
und eine Ruge des Vizepräsioenten; sämtlich=Jentrumsabgeordneten
und oic meisten klonser.
valiven verließen den Saal, in dem von den
Fortschrittlern nur 2, von den Nationalliberalen
lein Abgcordneter zugegen war. Ein wirklicher
Frieden wird durch diesen Krieg nicht herbeigeführt.
wenn der schließliche Sieg auch auf deut
scher Seite bleibt. Die Leitung der Kriegfuh.
rung muß von einem besonderen Ausschuß über.
wacht werden.
Kriegsminister v. Stein wmiderspricht einer
Behauptung des Vorredners, daß dieser Krieg
zu einer Familienangelegenheit der Hohenzollern
werde und sagt, daß ihn das ganze deutsche
Volk unter Führung seines Kaisers um seiner
Eristen; willen führe.