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Zwar raug laͤngst schon Liebe zum Frieden und Liebe zur
Freibeit, alte Familiendevotion gegen den Kaiser und Dankbarkeit
gegen seine Retter, die Schweden, oft so wunderbar
in ihm, daß sein Betragen eine verdachtvolle Unstetigkeit
gewann, über welche schon Gustav Adolf klagte, und die
auch Orenstirn, ungeachtet er ihm das Stift Minden schenkte,
nie böllig verschwinden machen konnte. Doch blieb selbst
nach manchen zweideutigen Augenblicken, deren Zweideutigkeit
Georg felbst wohl am wenigsten kannte, immer noch die
ganz frische Empfindung triumphirend, wie unbarmherzig
auch gegen das Lüneburgische Haus der siegreiche Ferdinand
ehedem gehandelt habe.
So bald er aber nun regierender Herr war, in vierteljährigen
und halbjährigen Conventen die Klagen seiner Landsiände
hoͤrte, manchen Uebermuth des Schwedischen Generals
Banner mit der Würde eines regierenden Fürsten fühlte,
wenig mehr zu gewinnen und viel nun zu verlieren hatte,
so erwachte eine Liebe zum Frieden in ihm, bei der er weder
die Größe der Vortheile, in welchen er stund, noch die
Größe der Opfer, die er dem Frieden bringen mußte, kaltblütig
überlegen konnte.
So sehr nehmlich seit der Nbrdlinger Schlacht die
Schwedische Macht in Oberdeutschland geschwächt war, so
drohend die Erklärung des Churfürsten von Sachsen schien,
wenn Schweden seinen Prager Frieden, der so ganz sein
Friede war, nicht annehmen wollte, so gluͤcklich war doch
die Lage des Luͤneburgischen Hauses, und der siegreichste
Fortgang aller bisherigen Unternehmungen Georgs hatte
demselben Vortheile verschafft, die zwar im kuͤnftigen Frieden
schwerlich behauptet werden, aber doch Hoffnung zu
nützlichen Aequivalenren verschaffen konnten. Seitdem Min-