Volltext : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1908. (74)

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Bei  der  erstmaligen  Einstellung  der  Direktoren  und  ständigen  Lehrer  in  die  neuen
Gehaltsstaffeln  ist  die  gesamte  für  ihre  Aufrückung  maßgebende  Dienstzeit  zugrunde  zu
legen.

Die  Zahlung  der  Zulagen  hat  mit  Anfang  des  nächsten  Monats  nach  Vollendung  der
vorstehend  festgesetzten  Dienstzeiten  zu  beginnen.

Es  haben  jedoch  auf  alle  diese  Zulagen,  bei  welchen  weder  die  freie  Wohnung  noch
die  dafür  zu  gewährende  Entschädigung  in  Anrechnung  kommt,  nur  solche  Lehrer  Anspruch,
deren  sittliches  Verhalten  und  amtliche  Leistungen  zu  begründeten  Beschwerden  keinen
Anlaß  gegeben  haben.  Über  die  Versagung  von  Alterszulagen  entscheidet,  beziehentlich  auf
Antrag  und  nach  Gehör  des  Schulvorstandes,  die  Bezirksschulinspektion.

8  5.  Eine  Anrechnung  des  Einkommens  vom  Kirchendienste  in  das  Einkommen  vom
Schuldienste  findet  nicht  statt.

Die  in  den  Schulgemeinden  für  die  ständigen  Lehrer  bestehenden  Gehaltsbestimmungen
haben  auch  auf  die  ständigen  Lehrer,  welche  kirchendienstliches  Einkommen  beziehen,  Anwendung
  zu  finden.  Ist  die  Pflichtstundenzahl  eines  Kirchendienste  verrichtenden  Lehrers
mit  Rücksicht  hierauf  unter  die  gesetzliche,  beziehentlich  ortsstatutarische  Pflichtstundenzahl
herabgesetzt,  so  kann  ihm  die  Schulgemeinde  das  Einkommen  vom  Schuldienste,  zu  welchem
jedoch  insoweit  die  freie  Wohnung  oder  die  Wohnungsentschädigung  nicht  mit  zu  rechnen
ist,  nach  Verhältnis  der  ihm  obliegenden  Stundenzahl  zu  der  den  übrigen  ständigen  Lehrern
nach  Gesetz  oder  Ortsstatut  obliegenden  Stundenzahl  abmindern.

:8  6.  Eine  Verminderung  des  mit  der  Schulstelle  verbundenen  Einkommens  darf  nur
mit  Genehmigung  der  obersten  Schulbehörde  vorgenommen  werden.

8  7.  Bei  Schulen,  welche  einem  Direktor  nicht  unterstehen,  ist  dem  Lehrer  und  bei
Vorhandensein  mehrerer  Lehrer  dem  ersten  Lehrer  beziehentlich  dem  an  seiner  Stelle  mit
der  Leitung  der  Schule  beauftragten  Lehrer  für  die  Besorgung  der  Verwaltungsgeschäfte
aus  der  Schulkasse  eine  jährliche  Vergütung  von  100.X  und  bei  dem  Vorhandensein  von
vier  oder  mehr  Lehrern  eine  solche  von  200  .  zu  gewähren.

Diese  Vergütung  bleibt  bei  der  Berechnung  der  Pension  außer  Betracht.

8  8.  Artikel  3  des  Gesetzes  vom  2  6.  Februar  1900  wird  durch  folgende  Bestimmung
ersetzt:
Gegen  besondere  Vergütung,  die  nicht  unter  75.4  jährlich  für  eine  wöchentliche
Stunde  betragen  darf,  hat  der  Lehrer  noch  bis  zu  sechs  Stunden  wöchentlich  an
der  Volks=  oder  Fortbildungsschule  zu  übernehmen.

§9.  Unter  „Lehrern“  im  Sinne  dieses  Gesetzes  sind  auch  die  Lehrerinnen  zu  verstehen.