II. Städteordnung. 99
werden. Nach den Bedürfnissen der Schulen, in Ansehung des
Unterrichts und seiner Hilfsmittel, haben sie sich sorgfältig
zu erkundigen, und so oft sie dergleichen wahrnehmen, oder
sie ihnen angezeigt werden, ihnen nach Möglichkett entweder
selbst abzuhelfen oder den kompetenten Behörden darüber
Anträge zu machen.
§ 16. Das Ansehen der Schulen und ihrer Lehrer haben ste
aufrecht zu erhalten und dahin zu streben, daß diesen durch
eine sorgenfreie Lage die zur Erfüllung der Pflichten ihres
verdienstlichen und schweren Berufs nöthige Heiterkeit und
Muße erhalten werde. Das Interesse ihrer Mitbürger für
das Schulwesen sollen sie zu beleben und dasselbe zu einem
der wichtigsten Gegenstände ihrer Aufmerksamkeit und Pflege
zu machen sich bemühen. »
Zu it der Fürsorge für die Schulen hängt zusammen
die Aufsicht über die Verwaltung ihres Vermögens, welche
den Schuldeputationen in Betreff der ihnen uneingeschränkt
( 10) übergebenen Schulen zusteht. Wo ein gemeinschaftlicher
chulfonds in den Städten schon eristirt oder noch gebildet
wird, da steht dieser unter unmittelbarer Administration der
Schuldeputation. So wie diese das Maß des Schulgeldes für
diejenigen Schulen, welche ihnen uneingeschränkt anvertraut
worden, nach den Lokalverhältnissen der Re terung vorschlagen
und darauf antragen können, welcher Theil desselben zum allemeinen
Schulfonds zu zehen, und welcher den Lehrern einer
eden Schule zur Vertheilung nach gewissen Verhältnissen zu
lassen sei, so sorgen ste auch andererseits für pünktliche Ausführung
der höheren Orts hierüber etwa schon getroffenen
oder noch zu treffenden Festsetzungen.
8 1à. Auch haben ste die Einrichtung zu treffen, daß das
Schulgeld nicht durch die Lehrer, sondern durch die Vorsteher
der einzelnen Schulen erhoben und der Schuldeputation nach
en in jeder Stadt angenommenen Grundsätzen berechnet werde.
19. Jede Schule behält aber ihr eigenes Vermögen, und
nur die Etats sämmtlicher Schulen werden den Deputationen
jährlich vorgelegt, von ihnen revidirt und der Regierung zur
Vollziehung eingesandt. Auch die Jahresrechnungen werden
en Deputationen vorgelegt, welche sie von den Stadtverordnetenkollegien
dechargiren lassen.
8 20. Jährlich vor dem Jahresschlusse erstatten sie einen
ausführlichen Bericht über die in dem Schulwesen vorgegangenen
Verändernngen und den gegenwärtigen innern und
äußern Zustand deffelben an die vorgesetzte Regierung.
821. Die Lehrerwahlen bleiben bei den Schulen, die rein
städtischen Patronats sind, noch bei den Magisträten, nur daß
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