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herrschaft der Römische Bischof als eine Schenkung der
Fränlischen und Deutschen Könige ansah, war noch weit
mehr Aristokraten= Anarchie, und in Unter-Italien entstund
durch allmählige Eroberungen ein Normännisches Reich.
21r. Schon war auch seit dem letzten Viertel des eilften
Jahrhunderts die Krise völlig reif, die endlich zwischen den
neuen Communitäten und so wohl großem als
kleinem Landadel, ein Menschenalter nachher, voͤllig ausbrach.
Der Pabst selbst beschleunigte den Ausbruch. Sein
Simonie= und Coelibatkrieg raubte den Bischöfen und großen
geistlichen Proprietairs alle Sicherheit und alles Ansehen,
und da ohnedies der rege, politische Vergroͤßerungsgeist
der neuen Communitäten gern immer zuerst an den Bischöfen
sich vergriff, auch selbst der Kaiser das Gedeihen dersel-1140.
ben unvorsichtig zu begünstigen schien, so entwickelte sich
1150 ndlich die letzte Krise so unaufhaltbar, daß sie schon vollendet
da war, noch ehe man ihrer scheren Vollendung
recht entgegensah.
Es war dabei ein seltsames Gähren und Drängen in
den Ideen des Zeitalters. Die Meinungen der Gelehrten
waren fast alle zu Gunsteu des Kaisers oder der höheren
geistlichen und weltlichen Stände, und sie hatten überdieß
noch gerad um diese Zeit durch das neuaufblühende
Römische Recht einen ungewöhnlichen neuen Schwung
gewonnen. Welche Aussicht war dies nicht für den Kaiser
und die höheren Stände, da fast allen Erfahrungen zufolge
die Meinungen der Gelehrten zuletzt immer die herrschenden
Ideen des Zeitalters werden. Allein die Volks-Geföähle
und Volks-Meinungen, die aus gesellschaftlichen Bedürfnissen
entsprangen, siegten über alles. Kein Schriftsteller
hatte den Ton angegeben; kein gelehrter Mann weckte oder