Metadata : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

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d.  H.  Unabhängigkeit  von  Kaifer  und  Reich.  Nachdem  Napoleon  hier:
durch  Das  deutjche  Neich  der  Auflöfung  entgegengeführt  und  unter  feinen
unbebingten  Einfluß  gebracht  Hatte,  ftiftete  er  1806  den  Rheinbund,
dem  16  deutiche  Neichäfürften,  durch  die  Gewalt  Der  Umfjtände  genäthigt,
beitraten,  um  ihrem  Lande  den  Krieg  zu  erjparen.  Napoleon  war  ber
Protektor  (Beihüker)  dieje8  Bundes  und  erflärte,  DaB  er  ein  beut-Tches
  Neich  nicht  mehr  anerfenne  Am  6.  Yuguft  1806  Tegte
daher  Franz  II.  die  deutjche  Kaiferfrone  nieder.  —  Sp  wurde  Das
von  Karl  dem  Großen  gegründete  heilige  zomifche  Reich  deutfcher
Nation  —  einft  der  Stolz  der  Chriftenheit  und  der  Schirm  eineß
treuen  und  tapfern  Volkes  —  zu  Grabe  getragen.  Dur)  innere
Amwietraht  und  maßtlofe  Vielherrfhaft  mar  e3  fchon  Yäangit  zum
Schatten  herabgefunfen.  —  Bon  Karl  dem  Großen  bi8  auf  Franz  D.
regierten  56  Sailer.  ,

Franz  II.  nahm  jebt  den  Titel  Franz  I,  Kaifer  von  Dfterrei),
  an.  Er  wurde  von  den  Diterreihern  wie  ein  Vater  feined
Volkes  verehrt;  daß  dad  Volf  aber  auch  Gut  und  Blut  für  ihn  Tiek,
bejagt  das  nadhftehende  Gedicht:

63.  Dofer’3  Tod“).

Zu  Mantua  in  Banden  Dem  Tambour  will  der  Wirbel
Der  treue  Hofer  war,  Nıdht  unterm  Schlägel  vor,
Sn  Mantuan  zum  Tode  Als  mun  Andread  Hofer
Zührt  ihn  der  Feinde  Schaar;  Schritt  burd  das  finftre  Thor.
&3  biutete  der  Brüder  Herz,  Andreas,  no  in  Banden  frei,

Sanz  Deutihland,  ad!  in  Schmad  Dort  fland  er  feft  auf  der  Bafter,-Bu
  und  Schmerz,  Der  Mann  vom  Land  Tyrol,
Mit  ihm  das  Land  Tyrol.  Dort  jollt  er  niederfnieen,

Die.  Hände  auf  dem  Rüden  Er  fprad:  „Das  th  ich  nit;
Andreas  Hofer  su  Will  fterben,  wie  ich  Stehe,
Mit  ruhig  feften  Schritten,  Will  jterben,  ie  ich  ftritt,
hm  Schten  der  Tod  gering;  Sp  tie  ich  fteh’  auf  diefer  Schany.
Der  Tod,  den  er  fo  mandea  Mal  63  Ieb’  mein  guter  Katfer  Yranz,

Bom  Infelberg  geihidt  ind  Thal  Mit  ihm  fein  Land  Tyrol!“
sm  heiligen  Lanb  Lyrol,  Und  von  der  Hand  dit  Binde

Dod  ald  aus  Kerkergittern  Nimmt  ihm  der  Korporal;

Im  felten  Mantun  Undread  Hofer  betet

Die  treuen  Waffenbrüber  Allhier  zum  lebten  Mal,

Die  Hand’  er  ffreden  fah,  Dann  rufter:  „Nun,  jo  trefft  mic)  recht!

Da  rief  er  laut:  „Gott  jet  mit  Euch,  Gebt  Feuer!  —  Ah,  mie  Schießt  Ihr
Mit  dem  verrath'nen  beutfchen  Ki  Oral  jr  un
Und  mit  dem  Land  Tyrol!”  Ude,  mein  Land  Tyrol!“

(Sul.  Mofen.)

 

*)  Andreas  Hofer,  Sanbiwirtb  im  Thale  der  Paffeler  in  Tyrol,  führte  feine  Randsfeute
1809  negen  bie  Franzofen  an,  als  biefe  nah  Tyrol  gelommen  waren.  Da  er  mit  feinen  Leuten
unbe  er  won  ben  dead  308  rn  in  eine  einfame  Sennbtie  zurüd.  SG  Durch  Derrath

r  von  ben  Yranzofen  entbe  efangen  genommen,  na  antun  in  Stalien  ge
und  dort  erjhoffen  (am  X.  Sebrnar  1810).  “  ß  ‚non  eranet