134 Von den Qnellen und Hilfsmitteln des preußischen Staatsrechtes.
(S. 7.)
a. d. Spree am Tage St. Matthiä 1473“, die berühmte dispositio Achillea. Sie
bestimmt, daß, wenn nach dem Ableben des Kurfürsten drei Söhne oder auch männliche
Abkommen von diesen vorhanden, drei verschiedene Landesteile gebildet werden sollten
(die Mark Brandenburg, das Land zu Franken und das Land auf dem Gebirg und
im Voigtlande). Innerhalb jeder Linie ward die Ordnung der Erstgeburt festgesetzt
und niemals sollte es mehr als drei regierende Herren geben. Die Achillea wurde
vom Kaiser unter Zustimmung der Reichsstände ausdrücklich bestätigt.
3) Der Geraische Hausvertrag dd. Onolzbach d. 11. Juni 1603 7, geschlossen
nach dem damals erfolgten Tode des Markgrafen Georg Friedrich s zwischen dem Kurfürsten
Joachim Friedrich und seinen beiden ältesten Brüdern Christian und Joachim
Ernst. Es ist dadurch eine neue Abzweigung fränkischer Nebenlinien erfolgt, die mit
den zwei ältesten der jüngeren Brüder des Kurfürsten Joachim Friedrich anhob und
deren eine im Jahre 1769, die andere im Jahre 1806 erloschen ist. Dieses Hausgesetz,
sich auf die Achillea stützend und dieselbe als ein bleibendes Hausgesetz anerkennend,
hält den Grundsatz fest, daß es nie mehr als drei regierende Herren (von dem später
erworbenen Preußen abgesehen) geben dürfe. — Auf die Verhältnisse der fränkischen
Fürstentümer bezog sich dann noch insonderheit das sog. Pactum Fridericianum
v. 24. Juni, 11. und 14. Juli 1762.“
4) Das mit den Fürstlichen Häusern Hohenzollern unterm 20./30. Nov. 1695 aufgerichtete
pactum gentilitium et successorium 3, und das vom 30. Jan. 1707.“
5) Das Edikt König Friedrich Wilhelms I. v. 13. Aug. 1713 von der
Inalienabilität derer alten und neuen Domänengüter u. s. w.“, an welches
fich später
00) das Edikt und Hausgesetz v. 17. Dez. 1808 über die Veräußerung der
Königl. Domänens, bestätigt durch Staatsgesetz v. 6. Nov. 1809, angeschlossen hat,
welches (im §. 1) zwar ausdrücklich ansgesprochen hat, „daß es bei den Hausverträgen
und Grundgesetzen des Königl. Hauses, insoweit solche die Unteilbarkeit und Unveräußerlichkeit
der Souveränetätsrechte, mittelst Anordnung der Primogenitur und des Fideizollernherrschaft
in Franken (Ansbach 1890) und
derselbe, Die Burggrafen von Nürnberg (Ansbach
1897). .
IVgl.Schulze,HausgehllhS.678ss.
Abgedr. auch in der alleg. Abhandl. von v. Gundling,
Anl. PP.; desgl. bei Lentz, Markgräfl.
brandenb. Urk., II, S. 676 ff., und in den Beichtungen
über die Successionsordnung in den
brandenburg. Fürstentümern (1778), Anhang. —
Die Kaiserl. Bestätigung der Achilles dd. Augsburg,
Montag vor Himmelfahrt 1437, s. in der
Abhandl. von v. Gundling; Anl. n*E*u1 und in
Gercken, Codex diplomat randenburg., Tom.
VIII, n. 61.— Vgl. Über den Inhalt und die Bedeutung
dieses Hausgesetzes: v. Lancizolle,
a. a. O., S. 521 ff.; v. Ohnesorge, a. a. O.,
S. 163 ff.; H. Schulze, a. a. O., 1I, S. 32 ff.;
Georgii Goezü s. Joann. Georgii Layricii diss.
Achilles Germanicus sive Albertus Elector
Brandenburgicus delineatus (Jena 1670). BVgl.
auch das Erk. des Ob. Trib. v. 24./28. Juni
1872 in Striethorsts Archiv f. Rechtsf., XC,
S. 1 ff. .
«Bgl.Schulze,Hausges.,lll,S.7-08ss.
Abgedr. auch in Lünigs Deutsch. Reichsarchiv,
X. Pars sp. Cont. 2, Fortsetz. S. 45; desgl.
in Hempel, Staatsrechtslexikon, TI. IV, S. 553;
Pauli, Allgem. preuß. Staatsgesch., III, S.
369 ff., und in v. Falkenstein, a. a. O.,
S. 643. — Vgl. auch: Historische Nachrichten
vom mitausschreibenden Fürstenamte im Fränkischen
Kreiß und wie es mit demselben zwischen
beiden Hochfürstl. Häusern Kulm= und Onolzbach
vor eine eigentliche Bewandniß gehabt und
noch habe (Leipzig 1739), Anl. I. — Betrachung
über die Successionsordnung in den brandenburg.
Fürstentümern im fränkischen Kreise
(1778), Anh. — v. Lancizolle, a. a. O.,
S. 536 ff.; v. Ohnesorge, a. a. O., S. 176
—189 u. S. 195—196; H. Schulze, a. a. O.,
I. S. 40 ff. — 390 auch das in der vor. Note
cit. Erk. des Ob. Trib.
2 Des letzten der kraft der Achillea in Franken
regierenden Nachkommen Albrecht Achilles'.
* Vgl. Schulze, Hausges., III, S. 740.
*Bgl. Schulze, Hausgesf., III, S. 723 ff.,
ferner abgedr. in Lünigs Deutsch. Reichsarchiv,
Spicilegium, T. I, S. 349.
* Auszugsweise abgedr. in Mosers Teutsch.
St. R., Tl. XXXIII, S. 33. — Vgl. über diese
Urkunden: Anmerkungen über das zwischen dem
Kur= und Fürstl. Hause Brandenburg, dann dem
Fürstl. und Gräfl. Hause Hohenzollern ausgerichtete
pactum gentil. et succ. (in Lünig,
Selecti scriptores illustres, S. 399—413).
7 Vgl. Schulze, Hausges., III, S. 737 ff.,
abgedr. in Mylius, C. C. M., IV, u. S. 161,
Nr. 13, und in Rabes Samml. der Verordn.,
I, 1, S. 318.
s Vgl. Schulze, Hausges., III, S. 750, in
der G. S. 1806—10, S. 883, und bei Rabe,
XIX, S. 175.