Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Achtundzwanzigster Jahrgang. 1900. (28)

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§.  5.

Die  Zählungsformulare  sind  bis  zum  Mittage  des  1.  Dezember  durch  die  Haushaltungsvorstände
einzeln  lebenden  Personen,  Vorsteher  der  Anstalten  2c.  (siehe  §.  2)  oder  durch  geeignete  Vertreter  nach  dem
Personalstand  an  dem  im  §.  1  bezeichneten  Zeitpunkt  auszufüllen.  Der  Zähler  hat  die  Zählungsformulare
an  Ort  und  Stelle  auf  ihre  Vollständigkeit  zu  prüfen  und  die  Ergänzung  von  Lücken  herbeizuführen.

§.  6.
Die  Zählungsformulare  müssen  für  jede  ortsanwesende  Person  folgende  Fragen  beantworten:

1.  Vor-  und  Familienname.

2.  Verwandtschaft  oder  sonstige  Stellung  zum  Haushaltungsvorstand,  insbesondere  auch,  ob
zur  Haushaltung  gehöriger  Dienstbote  für  häusliche  oder  für  gewerbliche  Verrichtungen.

3.   Familienstand.

4.   Geschlecht.

5.   Geburtstag  und  Geburtsjahr.

6.   Geburtsort  und  -Bezirk;  für  außerhalb  Deutschlands  geborene  Personen  auch  Geburtsland.

7.   Hauptberuf  (Haupterwerb)  und  Stellung  im  Hauptberufe.
8.   a)  Gemeinde,  in  welcher  der  Wohnort  (bei  verheiratheten  Personen:  Familienwohnsitz)
       belegen;
       b)  Gemeinde,  in  welcher  der  Beruf  (die  Erwerbsthätigkeit)  zur  Zeit  ausgeübt  wird
       beziehungsweise  zuletzt  ausgeübt  wurde.
9.  Religionsbekenntniß  (Konfession).
10.  Muttersprache  (ob  deutsch  oder  welche  andere).
11.  Staatsangehörigkeit  (ob  reichsangehörig  oder  welchem  fremden  Staate  angehörig).
12.  Ob  im  aktiven  Dienste  des  deutschen  Heeres  oder  der  deutschen  Marine  stehend.
13.  Ob  mit  einem  der  folgenden  Gebrechen  behaftet:
        a)  Blind  auf  beiden  Augen;
        b)  Taubstumm.
        Zu  a  und  b:  und  zwar,  ob  das  Gebrechen  seit  frühester  Jugend  besteht  oder  später
        entstanden  ist.

Es  ist  darauf  zu  achten,  daß  in  den  Zählungsformularen  die  gewöhnlichen  (Familien-)  Haushaltungen,
  die  einzeln  wirthschaftenden  Personen  (Einzelhaushaltungen)  und  die  Anstalten  aller  Art,  zum
Zwecke  späterer  Auszählung,  nach  Zahl,  Umfang  und  Zusammensetzung,  deutlich  unterschieden  werden.

Zu  8a  und  b:  Bei  der  Aufarbeitung  der  Antworten  auf  diese  Fragen  ist  vom  Beschäftigungsort
  auszugehen  und  seitens  der  Bundesstaaten  sind  Zusammenstellungen  zu  machen  a)  für  alle  Großstädte
(mit  100000  und  mehr  Einwohnern)  für  den  Stadtbezirk  und  seinen  dabei  festzustellenden  wirthschaftlichen
Bannkreis;  b)  für  besondere  Industriebezgirke,  deren  Verhältnisse  eine  Klarstellung  wünschenswerth  machen;
unbeschadet  weiterer  Ausnutzung  des  Erhebungsstoffs.  Der  Einsendung  der  betreffenden  Zusammenstellungen
  an  das  Kaiserliche  Statistische  Amt  bedarf  es  nicht.

Zu  11:  Reichsausländer  erwerben  die  deutsche  Staatsangehörigkeit  nur  durch  förmliche
Naturalisation,  Frauen  durch  Verheirathung  an  einen  Inländer;  Kinder  eines  Reichsausländers  sind
nicht  schon  durch  Geburt  im  Inlande  deutsche  Reichsangehörige  geworden.
  Zu  12:  Die  Zählung  des  Militärs  (in  Kasernen,  Quartieren)  erfolgt  wie  die  der  Civilpersonen

namentlich.

Die  in  der  Nacht  vom  30.  November  zum  1.  Dezember  auf  Wache  befindlichen  Militärpersonen
werden  in  ihren  Quartieren  gezählt.

Für  alle  im  aktiven  Dienste  stehenden  reichsangehörigen  Militärpersonen  des  Heeres  und  der
Marine  mit  Einschluß  der  Militärbeamten  und  -Aerzte  und  der  auf  bestimmte  Zeit  Beurlaubten  ist
außer  dem  Worte  „aktiv“"  der  Truppentheil,  die  Kommando-  oder  Verwaltungsbehörde  u.  s.  w.  anzugeben.
  Unteroffiziervorschüler  und  Kadetten  gelten  als  nicht  zum  aktiven  Heere  gehörig,  während  Unter-