Full text : Unser Kaiser.

Ein  Gang  durch  den  Park.  91

Ein  Gang  durch  den  Park.

Wer  die  Umwelt  des  Kaisers  kennen  lernen  will,  muß  auch
einmal  einen  Gang  durch  den  Gartenpark  machen,  welcher
Haus  Doorn  umgibt.

Wir  treten  aus  der  Haustür,  steigen  die  Treppe  hinab  und
überschreiten  die  umgebende  Gracht  auf  der  Brücke.  Da  steht
gleich  zur  Linken  ein  langgestrecktes  einstöckiges  Gebäude,  das
unter  der  früheren  Besitzerin  eine  Orangerie  war  und  jetzt
zum  Wohnhaus  der  fünf  Kinder  der  Kaiserin  Hermine  aus
erster  Ehe,  der  Prinzen  und  Prinzessinnen  zu  Schönaich-Carolath,
  umgebaut  ist.  Gehen  wir  um  dieses  Haus  herum,
so  gelangen  wir  nach  einigen  Minuten  zum  Kraftwagenhaus,
in  dem  auch  der  Kriegskraftwagen  des  Kaisers  steht.  Weitergehend
  kommen  wir  an  bleinen  wirtschaftlichen  Bauten  vorüber.

Hier  biegt  der  Weg  wieder  in  freies  Gelände  über,  wo
die  rechte  Seite  des  Kaiserhauses  gerade  vor  uns  liegt.  Die
Fenster,  zu  denen  wir  hier  hinaufsehen,  gehören  zum  Sterbegemach
  der  Kaiserin  Auguste  Viktorig.  Dieses  wird  vom
Kaiser  und  der  Kaiserin  Hermine  wie  ein  Heiligtum  in
Ehren  gehalten.  Alles  ist  unverändert  geblieben,  wie  es
beim  Tode  der  Kaiserin  war.  Mit  Wehmut  erinnern  wir
ung  daran,  wie  oft  die  dem  Tode  entgegensiechende  Fürstin
mit  heißen  Tränen  aus  diesen  Fenstern  hinausgeblickt  hat.

Von  hier  wandern  wir  innerhalb  des  stark  umfriedigten
Gartenparks  um  die  Hinterseite  des  Hauses  herum.  Immer
fallen  uns  dabei  die  prächtigen  Gruppen  von  Oleandern
und  grünen  Sträuchern  auf,  die  der  Kaiser  in  den  von  ihm
geschaffenen  Lichtungen  gepflanzt  hat.  So  gelangen  wir