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die englische Schlachtflotte, wenn sie kam, lange ehe sie mit unserer
Flotte in Fühlung kommen konnte, schwere Verluste durch Minen und
Torpedotreffer erleiden.“ Als aber am 29. Oktober die Anker gelichtet
werden sollten, um zu der besagten Unternehmung auszulaufen,
brach, zunächst auf einzelnen Linienschiffen und Großen Kreuzern, die
Meuterei aus, während die Wannschaften der D-Zoote, der Torpedoboote,
der Minensuchboote und der Kleinen Kreuzer die Treue
bewahrten. Sie verbreitete sich schnell in einer Weise, daß der
Flottenchef nicht glaubte, zu einer kriegerischen Unternehmung auslaufen
zu können. Er detachierte daher das I. Geschwader nach der
Slbe, das IV. nach der Jahde und das III. nach Kiel. In Wilhelmshaven
schien damit die Ruhe wiederhergestellt zu sein; das llI. Geschwader
aber trug die Unordnungen nach Kiel, wo sie am I. November
ausbrachen und am 5. größeren Umfang annahmen, weil ihnen
kein entschiedener Widerstand entgegengesetzt wurde. Auch Abgeordnete,
die von der Regierung geschickt wurden, vermochten die Ruhe
nicht herzustellen, und ebensowenig ein Erlaß des Kaisers, der seine
volle Übereinstimmung mit der Regierung bekunden sollte. Truppen,
die das Kriegsministerium aufbot, versagten vollständig. Am
5. Tovember konnte die Meuterei nicht mehr unterdrückt werden
und wurde zum Anlaß der Revolution in ganz Deutschland. Die
Regierung des Hrinzen Max aber fand weder die Kraft, noch den
Entschluß, die anfangs nur örtliche Zewegung mit Gewalt zu unterdrücken.
Dornehmlich war die Charakterschwäche des Hrinzen daran
schuld; dann aber waren auch in der Regierung selbst revolutionäre
Slemente, die gegen eine solche Bewegung nicht mit Machtmitteln
vorgehen mochten. Wan fürchtete sich, offen gegen die Sozialisten
aufzutreten. Die Unabhängige Sozialistische Hartei hatte ganze Arbeit
gemacht. Unter ihrem Einflusse war LCiebknecht aus dem Suchthaus
entlassen, und Joffe war erst Ende Oktober aus Berlin entfernt
worden, nachdem er den Unabhängigen reiche Geldmittel zu revolutionären
Swecken in die Hand gespielt hatte. Sudem waren die Mehr-Reitssozialisten
dem Umsturz geneigt, die übrigen Harteien lau und
unentschlossen; die Stimmung in Deutschland der Regierung wenig
geneigt; man sehnte sich nach Frieden, glaubte der feindlichen Dropaganda
und war wenig gewillt, für die bestehenden Sustände einzutreten.
Der Wahrheit der Dinge wollte niemand ins Auge sehen;
in unbestimmter Weise hoffte man Gutes von der Sukunft. So kam
es, daß die revolutionären Elemente die Oberhand gewannen und
das Dolk sich halb unbewußt von ihnen vergewaltigen ließ, ohne
zu * daß jenen ganz allein Vorteile aus dem Umsturz erwuchsen.
Am 8. November erhoben sich in München die Mannschaften der
Ersatztruppen, riefen die Republik aus und erklärten den König für
abgesetzt. Auch in Berlin fanden am 9. vormittags Unruhen statt.
Hier Ratten die Unabhängigen unter Joffes Einfluß besonders viele