relch und England traten damals an die Seite der Pforte, Rußland wurde geschlagen.
Der dritte Pariser Frlede, welcher den Krieg beendlgte, zwang Rußland,
dem Anspruch auf ein aueschlleßliches Protektorat über die türkischen
Chriften zu entsagen und auf dem Schwarzen Meer keine Kriegeflotte mehr zu
unterhalten. Das Schwarze Meer wurde neutralisiert, wogegen die Pforte
sich verpflichten mußte, völllge Religionefrelbeit und Gleichderechtigung aller
ihrer Untertanen ohne Rücksicht auf das Rellglonedekenntule# einzuführen.
Aber das Streden der Rajavölker nach völliger Befrelung vom türkischen
Soche ging weiter. 1861 schlossen sich Moldau und Walachel zu einem elnzlgen
Staate zusammen, der den Namen Rumänlen annahm, aber noch unter Vasallenschaft
der Türkel verdlled.
Vorüdergehend besserten sich indessen die Bezlehungen der Türkei zu
Rußland. Dae Zarenreich konnte sich während des Deutsch-Französischen Krleges
von der Bestlmmung dee Parlser Vertrages, welche ihm das Recht des Haltene
von Krlegsschiffen im Schwarzen Meere beschränkte, einseitig lossagen. Und
die Pforte erklärte ihr Einverständnls. Oie Aufstände in den von Slawen bewohnten
türkischen Provrinzen Bosnien, Herzegowlna und Bulgarlen gingen
trotzdem dauernd weiter; 1876 drach in Bulgarien ein Aufstand aue, und auch
Serdien und Montenegro erklärten der Pforte den Krieg. In diesen trat Rußland
1877 ale Bundeegenosse der aufständischen Rajavölker ein, Rumänien schloß
sich an, kündigte der Pforte die Vasallenschaft, proklamlerte die Unadbängigkeit
seines Staates, stellte die Zahlungen des Triduts ein und wählte zu selnem
Fürsten den Prinzen Karl von Hohenzollern-Sigmaringen, einen entfernten
Verwandten und naben Freund dee deutschen Kaiserhauses. Der Krieg endigte
mlt dem Frleden von San Stefano, dessen Bestimmungen, wenn sie durchgefübrt
worden wären, Rußland zum Herrn auf dem Balkan gemacht hätten.
Das aber erregte die Besorgnie der übrigen Großmächte, namentlich Englande,
das gegen den Wlderspruch der Pforte eine Krlegeflotte durch die Dardanellen
lns Marmarameer einlaufen lleß. Es forderte, daß Rußland den
Friedensvertrag von San Stefano einem europischen Kongreß zur Durchderatung
und Anderung vorlege.
Oles lst der Augenblick, in welchem das sieben Jahre zuvor errichtete
deutsche Kaiserrelch zum ersten Male handelnd in dle Balkanwlrren
eingriff. Bismarck dot seine Vermittlung an, und unter seiner Leltung tagte
der Berliner Kongreß von 1878. Er endigte mit folgendem Ergednis:
1. Rumänien, Serdlen und Montenegro wurden von jeder Verbindung
mit dem Oemanischen Reiche gelsst und für unadhängig erklärt.
2. Rumänlen erhlelt die Dobrudscha, das Land zwischen dem süd-nördlich
verlaufenden Telle des Unterlaufs der Donau, dem Donau-Delta und dem
Schwarzen Meer, damit den wichtigen Schwarze-Meer-Hafen Konstanza.
3. Bulgarlen wurde zu elnem autonomen, aber der Türkel tridutpflichtigen
Staat erklärt. Im Süden von Bulgarlen wurde elne hauptsächlich von Bulgaren
bewohnte neue türklsche Proolnz Ostrumellen geblldet, welche von einem christlichen
Statthalter reglert werden sollte.
4. Grlechenland, das ebenfalls mit Ansprüchen auf Gedletserwelterung
bervorgetreten war, wurde vom Kongreß auf freundschaftliche Derhandlungen
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