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Erziehung am franzdsischen Hofe eiferte Maximilian. Er besorgte,
den jungen Prinzen moͤchten dort feindselige Gesinnungen
gegen ihn beigebracht werden. Die Reformation machte aber
in dieser Hoferziehung bald eine-große Veränderung. Die
protestantischen Fuͤrsten trauten nun nicht mehr, ihre Soͤhne
an den katserlichen Hof zu schicken, wo unter Ferdinand l.
die Jesuiten regierten, Marimilian II., umringt. von spanisch
gesinnten Räthen, auch bei besseren Gestunungen doch nicht
Herr genug war, und unter Rudolph II. nichts Fürstenmäßiges
gelernt werden konnte. Man schickte deßwegen den Sohn
auf die Reise, gab ihm einen Proceptor und einen Reisigen
mit, *) ein paar Empfehlungsschreiben in die Tasche; so zog
er nach Frankreich und Italien, wenn es hoch kam, ging
er auch über's Meer nach England, kam endlich wieder nach
Hause und erzählte, welche Ehre ihm überall widerfahren sey.
Nichts lustiger als die Reisegeschichte eines solchen-deutschen
Fürsten! Zuweilen haben sie selbst eine solche Beschreibung
versucht und darin sorgfältig angemerkt, wie hoch sie an den
großen Höfen angesehen gewesen seyen; einige haben es auch
wohl mit der Wahrheit nicht so ganz genau genommen.
So erzählte unter Anderem, wie er wieder zu Hause kam,
Herzog Friedrich von Wirtemberg, Elisabeth in England
habe ihm den Hosenbandorden versprochen. Man schickte
Gesandte hin; sie erinnerte sich aber keines solchen Versprechens,
und hatte überhaupt nur eine dunkle Idee von dem
gereisten Prinzen. Von Ferdinand Albrecht J. von Braun-*)
„Nachdem auch unser Sohn groß und bengelhaft geworden,“
schrieb in dieser Periode ein Herzog an einen Kurfürsten, „so
finden wir nöthig, ihn in die Fremde zu schicken, und vornehmlich
an Ew. Liebden Hof, damit er daselbst Mores lerne.
Wir haben ihn also mit einem reisigen Knecht wohl versehen.“
Spittrer's sämmtliche Werre. XI. Bb. 4