legte, falste er, selbst ehe noch das formelle und definitive Verbot
des Kaisers eingetroffen war"), seinerseits die Anberaumung
eines neuen Reichstages ins Auge. Noch wollte er zwar, ehe er
weitere Schritte thue, ferneren Bescheid aus Spanien abwarten?):
da verbreiteten sich aufs neue beunruhigende Gerüchte über das
Treiben der Kurfürsten; es sollte zwischen diesen von einer neuen
persönlichen Begegnung in Goslar die Rede sein. Das brachte
den Entschlufs des Infanten zur Reife. Durch die Ansetzung eines
Reichstages hoffte er, derartige Sonderzusammenkünfte zu hintertreiben,
in denen, wie er fürchtete, leicht etwas festgesetzt werden
möchte, was sich später nicht wieder ohne grofsen Nachteil für
des Kaisers Autorität werde rückgängig machen lassen?°).
Der Erzherzog holte also vom Regiment über die Lage der
Dinge im Reich ein Gutachten ein; dieses aber fiel zu Gunsten der
Ansetzung eines neuen Reichstages aus; bereits für Ostern des folgenden
Jahres sollte derselbe ausgeschrieben werden®). Dieser
Termin schien dann allerdings dem Erzherzog zu früh, er setzte
statt dessen den Jakobstag, 25. Juli, was sich das Regiment auch
gefallen liefs. Dagegen bestand letzteres darauf, dafs abermals
Speier als Malstatt ausersehen würde; man sei, meinte es, der
Stadt eine Entschädigung für den Aufwand schuldig, den sie für
die dorthin gelegte und dann fast im letzten Augenblick vereitelte
!) Der erwähnte kaiserliche Erlais vom 30. September traf den Infanten,
welcher Wien am 8. November verlassen hatte, gegen den 15. in Linz. Unter
dem 15. sandte er den Erlafs ans Reichsregiment mit der kurzen Weisung
„solchem Schreiben als die gehorsamen nachzukommen und zu geleben“.
Orig. in Wien H.H. St. A., Reichssachen, mit Präsentationsvermerk vom
8. Dezember.
?) Am 5. November meldete Campeggi aus Wien nach Rom: der Speierer
Tag werde wohl nicht zustande kommen, vielleicht aber, wenn es der Kaiser
genehmige, ein neuer Reichstag angesetzt werden (Monum. Vatic. Hungar. II,
I S. 65). Derselbe aus Wien am 17. November (Balan, Mon. ref. Luth.
nr. 179): ein neuer Reichstag werde berufen werden, obwohl Zeit und Ort
noch nicht festständen, worüber der Erzherzog das Gutachten des Regiments
einhole; Campeggi glaubt, Ferdinand warte auch noch auf Briefe des Kaisers.
3) Campeggi an Sadolet aus Wien 7. Dez. 1524. Balan, Mon. ref. Luth.
nr. 182, Lämmer, Monum. Vatie. nr. 15.
*) Das undatierte, in die letzten Wochen des Jahres 2524 gehörende
Regimentsgutachten befindet sich in Abschrift in Wien H. H. St. A.,
Reichssachen.