Vorbemerkungen.
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1. Jedes Wort hat einen Stamm. Er erscheint eutweder rein,
d. h. ohne jeden Zusatz, z. B. Wort, oder in Verbindung mit Bildungsteilen.
Bildungsteile sind:
a) Vorsilben: bewahren, gehorchen, entkleiden, erwärmen,
verwüsten, zerlegen, Urzeit, Undank, Antwort, Erzherzog;
b) Nachsilben: Treue, Söhnchen, Fremdling, Flügel, Leser,
Mühsal, Eigentum, Freiheit, Seligkeit, Kenntuis, Landschaft,
kindlich, folgsam, dankbar, golden, schöner,
schönste, lobtest, lobte, lobten;
c) bloße Mitlaute (Konsonanten): Federn, Vaters, trägst.
2. Sprachsilben nennt man diejenigen Bestandteile, in welche
ein mehrsilbiges Wort nach Stamm und nach Bildungssilben zerfällt,
z. B. Flüg-el, Les-er, gold-en, schön-er; Sprechsilben dagegen diejenigen,
in welche das Wort bei langsamer Aussprache zerlegt wird
(vgl. 8 23), z. B. Flü= gel, Le-ser, gol-den, schö-ner.
Oft fallen Sprachsilben und Sprechsilben zusammen, z. B. Be-trieb,
Ver--druß, Lab-sal, Klar-heit, lieb-lich, sag-te.
3. Man unterscheidet zwischen Anlaut, Auslaut und Inlaut
der Sprachsilben
Selbstlaute (Vokale) stehen im Anlaut, wenn sie am Anfange,
im Auslaut, wenn sie am Ende, im Inlaut, wenn sie in der Mitte
ihrer Silbe stehen. So steht z. B. e in Erz im Anlaut, in sagte
im Auslaut, in Herz im Inlaut.
Mitlaute (Konsonanten) — einer oder mehrere —, welche dem
Selbstlaut (Vokal) ihrer Silbe vorangehen, stehen im Anlaut, z. B.
ar in Grund. Mitlaute, welche dem Selbstlaut ihrer Silbe folgen,
stehen im Auslaut, wenn sie den Schluß des Wortes bilden, oder
wenn sich ihnen eine Nachsilbe anschließt, die mit einem Mitlaut beginnt,
z. B. nd in Grund und gründlich; dagegen im Inlaut,
wenn sich ihnen eine Nachsilbe anschließt, die mit einem Selbstlaut beginnt,
z. B. nd in Gründe, Gründung.
4. Man unterscheidet betonte und unbetonte Silben. Betonte
Silben haben entweder den Hauptton oder den Nebenton.
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