Full text : Handwörterbuch der Preußischen Verwaltung. Zweiter Band (L-Z). (2)

Vorbemerkungen.

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1.  Jedes  Wort  hat  einen  Stamm.  Er  erscheint  eutweder  rein,
d.  h.  ohne  jeden  Zusatz,  z.  B.  Wort,  oder  in  Verbindung  mit  Bildungsteilen.


Bildungsteile  sind:

a)  Vorsilben:  bewahren,  gehorchen,  entkleiden,  erwärmen,
verwüsten,  zerlegen,  Urzeit,  Undank,  Antwort,  Erzherzog;

b)  Nachsilben:  Treue,  Söhnchen,  Fremdling,  Flügel,  Leser,
Mühsal,  Eigentum,  Freiheit,  Seligkeit,  Kenntuis,  Landschaft,
  kindlich,  folgsam,  dankbar,  golden,  schöner,
schönste,  lobtest,  lobte,  lobten;

c)  bloße  Mitlaute  (Konsonanten):  Federn,  Vaters,  trägst.

2.  Sprachsilben  nennt  man  diejenigen  Bestandteile,  in  welche
ein  mehrsilbiges  Wort  nach  Stamm  und  nach  Bildungssilben  zerfällt,
z.  B.  Flüg-el,  Les-er,  gold-en,  schön-er;  Sprechsilben  dagegen  diejenigen,
  in  welche  das  Wort  bei  langsamer  Aussprache  zerlegt  wird
(vgl.  8  23),  z.  B.  Flü=  gel,  Le-ser,  gol-den,  schö-ner.

Oft  fallen  Sprachsilben  und  Sprechsilben  zusammen,  z.  B.  Be-trieb,
Ver--druß,  Lab-sal,  Klar-heit,  lieb-lich,  sag-te.

3.  Man  unterscheidet  zwischen  Anlaut,  Auslaut  und  Inlaut
der  Sprachsilben

Selbstlaute  (Vokale)  stehen  im  Anlaut,  wenn  sie  am  Anfange,
im  Auslaut,  wenn  sie  am  Ende,  im  Inlaut,  wenn  sie  in  der  Mitte
ihrer  Silbe  stehen.  So  steht  z.  B.  e  in  Erz  im  Anlaut,  in  sagte
im  Auslaut,  in  Herz  im  Inlaut.

Mitlaute  (Konsonanten)  —  einer  oder  mehrere  —,  welche  dem
Selbstlaut  (Vokal)  ihrer  Silbe  vorangehen,  stehen  im  Anlaut,  z.  B.
ar  in  Grund.  Mitlaute,  welche  dem  Selbstlaut  ihrer  Silbe  folgen,
stehen  im  Auslaut,  wenn  sie  den  Schluß  des  Wortes  bilden,  oder
wenn  sich  ihnen  eine  Nachsilbe  anschließt,  die  mit  einem  Mitlaut  beginnt,
  z.  B.  nd  in  Grund  und  gründlich;  dagegen  im  Inlaut,
wenn  sich  ihnen  eine  Nachsilbe  anschließt,  die  mit  einem  Selbstlaut  beginnt,
  z.  B.  nd  in  Gründe,  Gründung.

4.  Man  unterscheidet  betonte  und  unbetonte  Silben.  Betonte

Silben  haben  entweder  den  Hauptton  oder  den  Nebenton.
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