Metadata : Lesebuch für die katholischen Volksschulen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Zweiter Teil: Mittelstufe. (2)

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gutes  Essen  und  Trinken,  sah  aber  niemand  als  die  bunte  Katze
und  ihr  Gesinde.  Einmal  sagte  sie  zu  ihm:  „Geh  hin  und  mähe
meine  Wiese  und  mach  das  Gras  trocken!“  und  gab  ihm  von
Silber  eine  Sense  und  von  Gold  einen  Wetzstein,  hieß  ihn  aber
auch  alles  wieder  richtig  abliefern.  Da  ging  Hans  hin  und
tat,  was  ihm  geheißen  war.  Nach  vollbrachter  Arbeit  trug  er
Sense,  Wetzstein  und  Heu  nach  Haus  und  fragte,  ob  sie  ihm
nicht  seinen  Lohn  geben  wollte.  „Nein,“  sagte  die  Katze,  „du
sollst  mir  erst  noch  einerlei  tun.  Da  ist  Bauholz  von  Silber,
Zimmeraxt,  Winkeleisen,  und  was  nötig  ist,  alles  von  Siler,
daraus  baue  mir  erst  ein  kleines  Häuschen.“  Da  baute  Hans
das  Häuschen  fertig  und  sagte,  er  hätte  nun  alles  getan  und
hätte  noch  kein  Pferd.  Doch  waren  ihm  die  sieben  Jahre
herumgegangen  wie  ein  halbes.  Fragte  die  Katze,  ob  er  ihre
Pferde  sehen  wollte.  „Ja“,  sagte  Hans.  Da  machte  sie  ihm
das  Häuschen  auf,  und  wie  sie  die  Tür  aufmachte,  da  standen
da  zwölf  Pferde;  ach,  die  waren  ganz  stolz,  die  blänkten  und
Spiegelten,  daß6  sich  sein  Herz  im  Leibe  darüber  freute.  Nun
gab  sie  ihm  zu  essen  und  zu  trinken  und  sprach:  „Geh  heim!
Dein  Pferd  geb’  ich  dir  nicht  mit;  in  drei  Tagen  aber  kommich
  und  bringe  dir'’s  nach.“  Also  machte  Hans  sich  auf,  und
sie  zeigte  ihm  den  Weg  zur  Mühle.  «

Wie  Hans  das  schönste  Pferd  bekam  und  die  Königstochter
  heiratete.

Sie  hatte  ihm  aber  nicht  einmal  ein  neues  Kleid  gegeben,
sondern  er  mußte  sein  altes,  lumpiges  Kittelchen  behalten,  das
er  mitgebracht  hatte,  und  das  ihm  in  den  sieben  Jahren  überall
zu  kurz  geworden  war.  Wie  er  nun  heimkam,  waren  die
beiden  andern  Müllerburschen  auch  wieder  da.  Jeder  hatte
zwar  sein  Pferd  mitgebracht,  aber  das  eine  war  blind,  das
andere  lahm.  Sie  fragten:  „Hans,  wo  hast  du  dein  Pferd?"  —
„In  drei  Tagen  wird's  nachkommen.“  Da  lachten  sie  und  sagten:
  „Jda,  du  Hans,  wo  willst  du  ein  Pferd  her  kriegen?  Das
wird  was  Rechtes  sein!“  Hans  ging  in  die  Stube.  Der  Müller
sagte  aber,  er  sollte  nicht  an  den  Tisch  kommen,  er  wäre  So
Zerrissen  und  zerlumpt,  man  müßte  sich  schämen,  wenn  jemand
hereinkäme.  Da  gaben  sie  ihm  ein  bißchen  Essen  binaus,  und
wie  sie  abends  schlafen  gingen,  wollten  ihm  die  zwei  andern.
kein  Bett  geben,  und  er  mußte  endlich  ins  Gänseställchen  Kriechen
  und  sich  auf  ein  wenig  hartes  Stroh  legen.