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regt hätte. Dem war nicht so. Der König kehrte sehr befriedigt
und sehr kaiserlich gesinnt von Prag zurück. Eher hätte ein wirklicher
Misgriff des Königs nachher Unzufriedenheit erregen können.
Der König fand dort auf seinem Tische in einer goldenen Dose
die Eventualbelehnung mit Ostfriesland.) Er war sehr eilig
Titel und Wappen des Ländchens anzunehmen, und aller Welt das
kund zu thun. Nicht also hatte es der Kaiser gemeint, der als
Oberrichter des Reiches nicht die Rechte und Ansprüche Dritter
aufheben und Linder verschenken durfte nach eigenem Gefallen.
Seckendorf bat im Namen des Kaisers, der König möge das unterlassen.
Friedrich Wilhelm entschuldigte sich sehr. Es that ihm nur
leid, daß der Kaiser ungnädig sei. Er bat Seckendorf es wieder
in Ordnung zu bringen, daß er mit seinem lieben Kaiser gut bleibe.
Als nächstes Mittel dieser guten Einigkeit hätte es nahe gelegen die
voreilig angemaßten Titel und Wappen abzuschaffen. So weit indessen
ging weder der Gehorsam, noch die Uneigennützigkeit des
Königs, und der Kaiser drückte um des lieben Freundes willen ein
Auge darüber zu.
Die freundliche Gesinnung dauert fort. Als 1733 wegen der
Königswahl in Polen eine Verwirrung unter den Mächten Europas
auszubrechen droht, hält Friedrich Wilhelm treu zum Kaiser.)
„Ich werde bei allen Gelegenheiten beweisen,“ ruft er dem Gesandten
zu, „wie aufrichtig ich es mit dem Kaiser meine. Ich will
für das kaiserliche Haus mich selbst, mein Blut und Gut und
meine Länder mit Vergnügen opfern. Meine Feinde mögen thun,
was sie wollen: so gehe ich nicht ab vom Kaiser, oder der Kaiser
muß mich mit Füßen abstoßen. Wo er das nicht thut, so bin ich
mit Treu und Blut der seinige bis in mein Grab.“
Man wird solche Ausdrücke nicht pressen wollen. Die Erfahrung
von 1725 hatte dem Kaiser gezeigt, daß dieser Reichsfürst
1) Förster: F. W. Bd. II. S. 113. — 2) a. a. O. S. 123.