Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1899. (76)

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K.  2.  "„

Auf  sedem  Collo  muß  mit  leserlichen  Buchstaben  in  schwarzer  Oelfarbe  das  Wort

„Arsenik  (Gift)“
angebracht  seyn,  unter  welcher  Bezeichnung  es  auch  im  Manifest  aufgeführt  werden  muß.
K.  3.

Die  Ladung  muß  von  einem  geugnisse  der  Polizei-Behörde  des  Absendungsortes,  daß
bei  der  Verpackung  die  obige  Vorschrift  (§.  1)  befolgt  worden,  begleitet  seyn,  und  der
Schiffer  darf  sie  nur  annehmen,  wenn  sie  ihm  von  der  Hafenpolizei-Bebörde  des  Absendungsortes
  überwiesen  wird,  die  sich  vorher  genau  zu  überzeugen  hat,  daß  die  Verpackung  keine
dußerlich  erkennbare  Beschädigung  eilitten  hat,  auch  die  Bezeichnung  (5.  2)  vollständig  ist.

K.  4.

Bei  Versendung  von  Quecksilberpräparaten  (namentlich  dem  ätzenden  Sublimat,  dem
weißen  und  rotben  Präeipitat),  ferner  von  Bleizucker  und  Grünspan,  sind  die  Schiffer
ebenfalls  verpflichtet,  die  Ladung  nur  anzunehmen,  wenn  sie  von  der  Hafenpolizei-Behörde
ihnen  übergeben  wird,  welche  zuvor  die  Beschaffenheit  eines  jeden  Collo  sorgsältig  zu  untersuchen
  hat.

Auch  sind  viese  Waaren  in  den  Manifesten  unter  ihren  eigentbümlichen  Benennungen
aufzuführen,  und  vürfen  nicht  unter  allgemeine  Nubricken,  z.  B.  Material-Waaren,  einbegriffen
  werden.

8.  5.

Größere,  mindestens  50  Centner  betragende  Transporte,  der  in  den  #.  1  und  4  genannten
  Waaren,  sollen  in  besonderen  Schiffen  geführt  werden.

Kleinere  Quantitäten  können  zwar  mit  andern  Gütern  in  das  nemliche  Fahrzeug  aufgenommen
  werden,  jedoch  ordnet  die  Polizeihörde  des  Absendungshafens  die  Art  und  Weise
der  Absonderung  dieser  Giftsloste  von  der  übrigen  in  dem  nemlichen  Fahrzeuge  befindlichen
Ladung  an,  und  bemerkt  dieß  im  Manifeste.  #

Insbesondere  ist  hiebei  auf  Entfernung  solcher  Gegenstände  Rücksicht  zu  nehmen,  welche
mittelbar  oder  unmittelbar  als  Nahrungemittel  dienen.

S.  6.

Bei  der  Ein=  oder  Ausladung  dürfen  die  in  Rede  stehenden  Waaren  nicht  länger  als

prei  Tagesstunden,  niemals  aber  während  der  Nacht  im  Freien  lagern.