Inhaltsverzeichnis : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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Ml######  Aus#—

Donnerstag,  25.  märz  1915

 

nd  die  Zeit  ge  ren.  dur  Mobilisierung
einer  ungeheuren  eiheit  der  Entch
  kihungen  n  der  saorenn  usorifS  zu  machen.
Welche  Macht  sich  auf  einen  Krieg  vorbereitet
atle,  ergeben  die  von  der  englischen  Regierung
letrosfenen  geheimen  politischen  Abmachungen
nit  Rußland  und  Frankreichs  mit  Belgien.  Daß
iie  Rücksichtnahme  auf  Belgien,  dessen  Unab-»ängigleit
  und  Integrität  durch  die  bekannte
erllärung  Deutschlands  gesichert  war,  Englands
beteiligung  am  Kriege  nicht  bedingt  hat,  hat
elbst  die  „Times“  in  einem  plötzlichen  Ansall
on  Wahrheitsliebe  unlängst  zugegeben.  Welßes
  Land  die  Freiheit  der  kleinen  Völker  tatächlich
  bedroht,  zeigt  die  ganze  Geschichte  des
aglischen  Kolonialreiches,  sowie  der  Gebrauch,
"en  England  von  dem  Gewaltmittel  seiner  Flotte
m  gegenwärtigen  Kriege  macht.

Rechtzeitig  wird  noch  etwas  anderes  bekannt.
Konan  Doyle  hat  am  Samstag  in  London  eien
  Vortrag  über  den  Krieg  gehalten.  Er
eilte  u.  a.  mit,  daß  Generalissimus  French
vcreits  seit  5  Jahren  ein  genaues  Studium
iber  das  Terrain  gemacht  habe,  auf  dem  jetzt
das  englische  Heer  den  Krieg  führt.  Aus  veser
Mitteilung  Doyles  ergibt  sich,  daß  die  Engänder
  also  schon  vor  5  Jahren  mit  der  Tatache
  gerechnet  haben,  daß  sie  in  Belgien  und
Frankreich  Krieg  führen  würden.

 

die  Gastwiete  Baverus  und  die
Blerpreis-Etrhöhung.

Der  Bayerische  Gastwirteverband  kennzeichnet
eine  Stellung  zur  Bierpreiserhöhung  in  einer
in  den  Bayerischen  Brauerbund,  die  Brauereidereine
  und  sämtliche  Wirte-Organisationen  geeichteten
  Denkschrift  wie  folgt:  „Die  bayerischen
Uastwirte  sind  gegen  eine  Bierpreiserhöhung,
da  sie  den  Wirten  leine  Vortkeile,  sondern  nur
Nachteile  bringen  kann.  Wenn  uns  aber  von
den  Brauereien  eine  Bierpreiserhöhung  auf.
jezwungen  werden  sollte,  dann  fordern  wir  50
Prozent  der  Erhöhung  als  Entschädigung  der
Wirte  für  alles,  was  sie  durch  die  Schaummaß,
rhohung,  die  Polizeinundenverlürzung,  die  Einchränkungen
  im  Brolverkauf  usw.  verloren  haren.
  Außerdem  stellen  wir  an  den  Bagerischen
Brauerbund,  an  die  Brauereivereine  und  alle
inzelnen  Brauereien  folgende  Forderungen:  1.
Für  den  gewöhnlichen  Ausschank  soll  ein  Einreitsbier
  und  außer  diesem  nur  mehr  Märzenind
  Starkbier  eingebraut  werden.  2.  Bei  der
Bierlieserung  soll  die  Qualität  nach  Prozenten
Stammwürze  bezeichnet  werden.  3.  Zwischen
den  Brauer=  und  Wirtekorporationen  sollen
Bierlieferungsverträge  abgeschlossen  werden,  in
denen  die  allgemeinen  Hauptpunkte  des  Ver-Taltnisses
  zwischen  Brauern  und  Wirten  fellulegen
  sind.  4.  In  die  Pachtverträge  soll  eine
Kriegskkausel  eingefügt  werden,  daß  ein  Pacht,
sjachlaß  während  des  Krieges  gewährt  wird;
ron  dem  übergebenen  Wirtschaftsinventar  soll
der  Wert  angesetzt  werden  und  jährlich  eine  Ab-Treibung
  von  10  Prozent  erfolgen.  5.  Für  eine
barlaution  soll  eine  Verzinsung  mit  5  Prozent
riolgen.  6.  Von  dem  Bierumsag  soll  ein  Pro.
sem  als  Entschädigung  für  Frühschoppen,  Weih,
aüachtsgeschenle  und  für  die  Vereine  gewährt
verden.  7.  Der  Flasch  enbierhandel  an  Privatle
zu  eingeschränkt,  nicht  unter  dem  Verkaufspreis

Wirte  erlaubt  und  möglichit  den  Wirten
9  übertragen  werden.  8.  Das  Hofbräuhaus
ind  die  Landbrauereien  sollen  unbedingt  dazu
rranlaßt  werden,  daß  sie  die  jeweile  fesigesetzten
Fierpreise  auch  dem  Publikum  gegenuber  ein.
alien.  9.  Die  Schleuderpreise  auf  dem  Lande
ollen  ausgemerzt  und  die  Unterbielung  den
#zieserpreise  hintangelalten  werden.  10.  Vei
tmendwelchen  Neuerungen,  die  den  Bierpreie,

Unser  Bild  zeigt  oben  Feldmarschall  Erzherzog
  Friedrich,  dessen  Tagesbefehl  der  Verteidigung
  von  Przemysl  hohe  Anertennung  ausspricht.
  Unten  links:  der  Verleidiger  der
Festung,  Feldmarschalleutnant  Hermann  Kusl



Institutes-seinigququ

manel,  unten  rechts  der  russische  Genetal  Radko
Dimitriew,  unter  dessen  Führung  die  Russen
beim  Sturm  auf  Przemysl  im  Herbst  1914
706%000  Mann  verloren.

meht  wie

 

 

das  Pacht=  oder  Bierlieferungsverhällnis  berüllren,
  soll  vorher  eine  Aussprache  zwischen  den
beteiligten  Brauereien  und  Wirten  stattsinden.
so  daß  eine  Verständigung  auf  gerechter  Grundlage
  erfolgen  kann.“

Sos-  und  Beesonlnacheichlen

München.  23.  März.  Eine  der  ersten  wifsenschaftlichen
  Größen,  Geheimrat  Rönigen,  begelt
  am  27.  März  in  aller  Siille  seinen  70.
Geburtstag.

Bünchener  Neulsteilen

muünchen,  23.  März.  Der  Magistrat  genehmigte
  heute  einstimmig  den  gemeindlichen
Haushaltsplan  für  das  Jahr  1915  mit  Mt
22  785  892.  Er  schließt  mit  einem  unlagen.
bedarf  von  23.8  Millionen  Mk.  ab.  Die  Festsetzung
  des  Umlagensatzes,  der  im  Jahre  1914
138  Prozent  betrug,  ist  erst  möglich,  wenn  die
Steuerveranlagung  beendet  ist.  Die  Reserve  beträgt
  1.1  Millionen.  Für  1915  ist  ein  Anlehensbedarf
  von  10.1  Millionen  vorgesehen,  der  nicht
durch  Begebung  einer  Inhaberanleihe,  sondern
durch  anderweitige  Kreditbeschaffung  aufgebracht
werden  soll.

München.  23.  Marz.  Heute  mittag  geriet  im
Gaswerk  Moosach  der  22  jährige  Gaoearbeiter
Heinrich  Fuchs  mit  dem  Kopf  in  eine  Koklsausnoßmaschine.
  Der  Kopf  wurde  ihm  zerdrückt.

Baerisches  Deericns

Kolbermoor,  21.  März.  Letzten  Sonntag
versammelte  sich  der  Kath.  Arbeiter  und  Ar
leiterinnenverein  im  Vereinslolal  bei  Herrn
Peter  Auer,  um  sich  von  ihrem  Prases  H.  H.
Kaspar  Marschall  vor  seinem  Wegzug  nach  ieinem
  neuen  Wirkungoort  Reichenhall  zu  verab
schieden.  Ein  Prolog,  sowie  von  Arbeiterinnen

 

 

 

vorgetragene  Lieder  eröffneten  die  Abschiedsseier.
  Herr  Nikolaus  Fromm  jun.,  sowie  Herr
Pfarrer  (beisenfelder  dankten  dem  Scheidenden
für  das  durch  31½1  Jahr  fortgesetzte  segensreiche

Birken  in  beiden  Vereinen,  sowie  für  sein  tatträftiges
  Mitarbeiten  in  Kirche  und  Schule.
Präses  Marschall  dankte  in  herzlichen  Worten.
Für  den  unterhaltenden  Teil  sorgten  drei  Mitglieder
  durch  Zithervorträge.

Kraiburg,  23.  März.  Als  die  16  jährige
Tochter  des  Muhlenbesitzers  Georg  Radlmeier
in  der  benachbarten  Kumpfmühle  bei  Ensdorf
eine  Butterrührmaschine  mit  Wasserbetrieb  in
Bewegung  setzen  wollte,  kam  sie  der  Transmission
  zu  nahe,  wurde  von  ihr  erfaßt  und  schreck.
lich  zugerichtet.  Der  rechte  Arm  des  Mädchens

wurde  zu  einer  formlosen  Masse  zerquetscht  und
2errissen.  Es  ist  sehr  fraglich,  ob  die  Bedauernswerte
  mit  dem  Leben  davonkommt.

Kommunales.

Sitzung  des  Kollegiums  der  Gemeinde-Bevollmächtigten
  in  Rosenheim.
am  Mittwoch,  den  24.  März  1915

vormitlags  129  Uh

Anwesend:  20  Mitglieder.

Vorsitzender:  G.  B.

Ein  Berehelichungsgesuch

·  DassbkollcginmlmttciichinilcincmVerehrlickungogesuch

  zu  befassen,  gegen  welches  ihm

das  Einspruchsrecht  zusteht.  Beichlossen  wurde,
von  diesem  Einspruch  (bebrauch  zu  machen.  Der

Bräutigam  sicht  zur  Zeit  im  Feld.

Krieg  aunleritühlzungen  aus  der

eichalmosenstiftung.

Aus  der  Reichalmosenstiftung  waren  im  letz.
ten  Jahre  21413  Mart  fur  Unterstügungen  bewillidt
  worden.  Heute  liegt  der  Antrag  vor,
auch  für  d  dies  82  Jahr  wieder  den  1  Betrag  von

 

Finsterwalder.

2000  Mark  zu  bewillligen  für  bedürflige,  underschuldet
  in  Not  geratene,  arbeitslose  Handwerk#sgehilfen
  und  Kleingewerbetreibende.  G.-B.
Cöpfert  frägt,  welche  Mittel  für  diese  Zwecke
rorhanden  ien.  Sie  sollten,  wenn  mögllch,
erhöht  werden.  G.-B.  Schmidt  meinte,  daß  die
letzten  Unterstützungen  eigentlich  nicht  ganz  dem
Zweck,  für  den  sie  beslimmt  seien,  zugeführt  worden
  wären,  da  auch  Leute  unterstutzt  wurden.
die  nicht  Handwerker  wären.  Auch  dem  Irrtum
sei  zu  begegnen,  daßz  es  sich  um  eine  Stiftung
des  Reiches  handle.  Der  Vorsitende  möchie
davor  warnen,  heute  schon  höhere  Summen.
als  beantragt,  zu  bewilligen.  Der  Winter
vorbei  und  die  arbeitslose  Zeit  auch.  Im  Be
darfsfalle  könne  man  immer  neue  Mittel  bewil.
ligen.  Auf  alle  Fälle  dürse  man  die  Unter
filutzungen  nicht  zu  weit  ausdehnen.  G.-B.
Göpfert:  Die  ganze  zeit  habe  man  von  Not
standsarbeiten  gesprochen,  hergestellt  habe  man
aber  keine.  Der  Vorsitzende  verweist  darauf,
daß  auch  heute  eine  Vorlage  darüber  das  Kol.
legium  zu  beschäftigen  habe.  Schließlich  wurden
die  beantragten  20700  Mark  einfstimmig  genehmigt.


Bauvorn  ahmen  im  Haustättergut.

Im  Haustättergut  sind  weitere  Bauvornab.
men  erforderlich.  Im  Prinzip  hat  das  Kollegium
  der  Errichtung  einer  Waschkuche  bereitzugestimmt.
  Heute  liegt  Kostenanschlag  vor,  der
fur  den  Andau  einer  Waschlüch=  den  Betrag
von  160/0)  Mark  vorsieht.  Der  Bauausschuß,
für  den  G.-B.  Schrettenseger  reseriert,  beantragt
  Genehmigung.  Weiter  soll  die  Altanc
im  ersten  Stock  um  3211  Mark  geschlossen  werden,
  während  der  Reserent  für  die  Verbesserung
der  Stallventilation  3070)  Marl  und  für  Erneuerungen
  im  Salettl  157!  Mark  beantragt.  Gegen
  die  Bewilligung  dieser  neuen  Summen  machlen
  sich  aus  den  Reihen  der  Kollegiumemitglieder
  verschiedene  Bedenken  geltend.  G.-B.  Stegmeier
  meint,  man  solle  darnach  trachten,  ob  man
niht  anders  durchlomme.  Die  Wasck  küche  könnte
auch  in  den  Keller  verlegt  werden.  Der  Referent
lält  diesen  Vorschlag  aus  baupolizeilichen  Grün.
den  für  undurchführbar.  Auch  die  Anlage  einer
Versitzgrube  würde  in  diesem  Falle  hohbe  Kosten
rerursachen.  G.-B.  Rais  meint.  wenn  etwas
gemacht  werde,  solle  es  gleich  richtig  gemacht
werden.  Er  schlage  aber  vor.  im  Hinblick  auf
diese  Verbesserungen  den  Pächter  zur  Zahlung
eines  höheren  Pachtschillings  zu  beftimmen.  In

ad'mlichem  Sinne  äußern  sich  auch  die  G.  B.
de  Dachs,  Schmidt  und  der  Vorsitzende.
Teschlossen  wurde,  den  Anträgen  des  Referenten
stattzugeben  unter  der  Bedingung,  daß  der  Pächble:
  die  jährliche  Pachtsumme  um  12  Mark  erhöbt.
  da  die  Bauvornahmen  Verbefferungen  mit
sich  bringen,  welche  bei  der  Pachtung  des  Objeltes
  nicht  vorhanden  waren.  Der  Beschluß
hictüber  wurde  cinstimmig  gefaßt.

Baumpflanzungen  im  Salingarten.

Vor  mehreren  Jahren  schon  entitanden  Lücken
im  Baumbestand  des  Salingartens.  Sie  soll.
len  schon  längit  ausgefüllt  sein,  aber  man  konnie
sich  nicht  über  die  Standplätze  der  Bäume  einigen.
  Neulich  brachte  das  Kollegium  der  Gemeindebenollmächtigten
  die  Angelegenbeit  in  Er
innerung  und  die  Stadtigär.  uerei  legte  eine  Vorlage
  dorüber  vor.  D  arnach  sind  Nackoflanzun
gen  in  die  Lücken  vorgesehen,  mwelche  bei  Ein
#ilanzung  in  die  alte  Baumreih:  :  0  51.  Mi.  und
bei  Einpflanzung  innerhalb  des  Trottoirs  2½
M.k.  Kosten  verursachen.  Fur  Auobessern  der  Lin
denallee  werden  15  Mil.,  fur  Plan  zung  von  Lin
den  an  der  ZKufsteinerstratze  7##  Mt.  und  fur
Paumpflege  im  Salingarten  88  Mk.  verlangk.
Der  Magistrat  nahm  zu  dieser  Vorlage  noch
reine  Stellung,  er  gab  sic  vielmehr  sofon  an
das  Kollegium  der  Gemeindebevollmächtigten.

 

Der  Borsißende  glaubt,  daßg  der  Zeitvunkt  fur

 

Wenn  er  getommen  war,  ihr  Vorwürfe
#  machen,  so  hatle  er  den  Zeitpuntt  dazu
t.  neriich  schlecht  gewahlt,  denn  die  Sennora
vor  memals  weniger  in  der  Laune  gewesen,
r*½  Tadel  geduldig  hinzgunehmen,  als  eben
Hejtig  fuhr  sie  aus  ihrer  bequemen  Stelung
  empor.  „Was  fällt  dir  ein?  Welche
berumwortung  babe  ic)  für  deine  Angelegeneen?
  Wenn  meine  Natschlae  dir  nicht  ger-#nrien,
  weshalb  hast  du  sie  dann  befolgt?  Und
1  weißt,  wie  ich  alle  Duntelheiten  und
halbheiten  hasse.  Sage  mir  vor  allem,  was
eschehen  ist,  wenn  du  willst,  daß  ich  dir  Rede
leyc.“
as  geschehen  ist?  Ja,  meine  Liebe,  ich
in  redastt  in  Verlegenheit,  wo  ich  da  anangen
  und  wo  ich  aufhören  soll.  Es  ist,  "
b  alle  Teufel  mit  einem  Male  aus  mich  los.
lelassen  waren  mit  dem  ausdrücklichen  Ausrag,
  mir  das  Leben  sauer  zu  machen.  Da  ist
dor  allem  dein  Günstliag.  dielser  neue  Direktor
der  La  Plata-Bank!  Ich  wußte  von  vornjerein,
  daß  uns  von  ihm  nichts  Gutes  kom.
nen  würde  —  ich  wußte  es,  sobald  ich  ihm
um  ersten  Male  in  die  Augen  gesehen  hatte.
du  aber  warst  seiner  ja  so  gewiß,  du  mein
est,  eine  willenlose  Marionette  aus  ihm  ma
u  konnen  wie  aus  dem  armen  Strahlendorf!"
„Nun,  und  was  ist's  mit  ihm?“  Wn

Keria  ungeduldig  ein.  „Du  bist  do  nccht
toricht  „genug  gVewesen,  dich  is  ihm  3
*

nein,  wlr  sind  die  allerbesten  Freunde.
Iber  diese  Freundschaft  anche,  den  Sennor
Kodewaldt  nicht,  mich  zugrunde  zu  richten.
Venninger  war  an  dlesensn  ourgen  bei  mir,  um

tierung  der  von  mir  gestern  überreichten  Wechiel
rundweg  verweigert  habe  mit  der  Erklarung,
es  würden  hinfort  nur  die  Unterschriften  solcher
Personen  honoriert  werden,  die  über  ein  ausreichendes
  Guthaben  bei  der  Bank  versügen.
Der  Hinweis  auf  den  großen  politischen  Einfluß
  und  die  aangesehene  gesellschaftliche  Stellung
der  hier  in  Frage  kommenden  Männer  machte
ihm,  nach  Henmingere  Erliarung.  nicht  den  geringsten
  Eindruck.  sich,  wie  er  sag!,
um  die  Politik  nicht  h  ünunerne  sondern
einzig  nach  seinem  kaufmännischen  Gewissen  zu
handeln.  Und  er  sei  fest  entschlossen,  rüchsichislos
  auf  die  pünktliche  Einlösung  aller  noch  von
seinem  Vorgänger  her  im  Portesfeuille  der  Bank
befindlichen  Wechsel  zu  dringen.  Ich  brauche
dir  kaum  1  Hanen,  Keine  teure  Maria,  daß  es
für  mich  n  anderes  als  den  Ruin  bedeutet,
wenn  er  66l  Hforan  Absicht  “
„Es  kann  sich  für  dich  doch  nur  darum
bandeln,  Zeit  zu  gewinnen,  und  dazu  findet
gene  on  ein  Mittel.“

„Ja,  wenn  die  Dinge  noch  ebenso  lagen.
wie  unter  seinem  Vorgänge  Aber  dieser
Sennor  hat  eine  Oepilsgenei  unersünr  die
verteufelt  unbequem  Kü  mich  ist.  Die  La-Plata-Bank
  nimmt  seit  dem  Beginn  seiner  Amtsfübrung
  keinen  größeren  Wechsel  mehr  in  Zahylung,
  ohne  den  Bezogenen  sogleich  davon  in
Kenninis  zu  setzen.  Mit  dem  alten  Auskunftsmittel
  geht  es  also  nicht  m

„Und  du  glaubst.  daß“  vr.  auch  dir  gegen-Über
  keine  Ausnahm  machen  würde?,  Hegt
er  denn  berelts  Mißcroun  gegen  dich  ?“

Sennor  del  Vaeco  0.  die  SE#neern  in
die  Höhe.  „In  seinem  Benehmen  verrät  sich
davon  nichte.  Munchmal  aber  mochte  ich.

 

nir  mitzutellen,  dak  der  Dlrektor  die  Diskondennach

  veinahe  glauben.  Och  weiß,  daß  er

 

Beziehungen  zu  diesem
-idal  unterhäln  de  ware  es  nicht  gerade  ein
Wunder.  wenn  der  ihm  irgendeinen  Argwohn
eingefluntert  hatte

Die  Sennora  verfank  für  eine  kleine  Weile
in  Nachdenken,  und  die  düstere  Wolke  auf
ihrem  Amtlin  bewies,  daß  sie  dabei  zu  keinem
erfreulichen  Ergebnis  gekommen  war.

„Brauchst  du  denn  das  Geld.  das  du  dir
aui  die  neuen  Wechsel  bershaßen  wolltest,  so
dringend.  Manuel?"  fragte  sie  e

Dringender,  als  ich  je  in  kereh  Leben
einer  Summe  bedurite.  Denn  ich  brauche  es
für  die  Einlösung  der  beiden  Papiere,  die  am
Sonnabend  dieser  Woche  fällig  sind,  und  die
Benito  Sunnols  Nomen  als  den  des  Bezogenen
  tragen.

Was  jür  Papiere  sind  das?“

Du  solltest  dich  ihrer  doch  erinnern.
Snabtensorn  tei  war  und  wir  erfuhren,  doß
nicht  Henninger,  wie  wir  vorausgesehzt  hatten,
sondern  ein  neuer  Mann,  von  dem  wir  noch
nichts  mußten,  zu  seinenr  Nachfolger  bestimmt

galt  es  na#urli  den  Gesahren  vorzubeugen,
  die  mu  der  unvermeidlichen  Reoision
für  mich  verbunden  sein  konnten.  Es  mußte
fur  die  Summe.  die  Strahlendorf  mir  nach
und  nach  hatte  zufließen  lassen,  irgendeine
Deckung  geschoffen  werden,  und  für  diesen
Zweck  schienen  die  Wechsel  des  reichen  Großtaufmann-
  vortrefflich  geeignet.“

„J  erstehe.  Benito  Sunnol  selbst  ahnt
nichts  von’  Pprer  Existenz?

Manuel  del  Vasco  nickte.  „So  ist  es.  Und
er  würde  wahrscheinlich  große  Augen  machen,
wenn  man  sice  ihm  am  Fölligkei:stage  zur  JZah#
lung  vorlegtr.  Daß  dier  um  jeden  Preis  verbindert
  werden  inub,  siebn  du  dach  wohl  ein.“

verwünschten  Doktor

Als

 

 

Freilich!
Summe:
„Um  eine  zebumal  großere,  als  ich  sie
beschafen  lonnte.  wibit  wenn  ich  alle  le
quellen  aueschopfte.  die  mir  zu  Gevote  siehen.
„Was  aber  riet  Henninger  dir.  zu  kun?
„Er  wiederholte.  was  er  mir  von  allem
Anbeginn  gesagt  bat.  Seine  Meinung  war  ja

Handelt  es  sich  um  eine  große

von  vornherein.  vaß  wer  den  neuen  Direltor
genau  io  behandeln  oluen  *  leinen  Vouqganger,

  und  er  indechtte  zum  Vo###urf,.
daß  ihn  beide.  du  und  Ilcbelldn  bisher  viecl
zu  wena  darauf  bedacht  newesen  wäret,  ihn

———

Cin  boses.  hohlncher
Sonna  Marin=  valle  L##pen.  Iu  e  unge
huldia,  dein  liuger  Greund“  Kann  er  die  Crfullung
  de  Jumches  gar  nicht  ab.  varten.  daß
auch  dieter  verbgte  Nivalc  ihm  den  Weg
freigibt

„Nun.  daß  1##nm  de:
nicht  letondere

Lacheln  zuckte  um

deoenwache  Lustand
eeriich  li:,  laß:  ich  doch  a
Ende  versteren.-  meite  del  Voßzco  guhmung=„Er
  hatte  mu  Besummthen  darauf  gerechnet,
zu  Slroblendoris  Nachfolger  ernannt  u  wecden,
und  ex  liof  ihn  hart,  daß  er  nich  in  diejer  Zuversicht
  getäuscht  jahb.  Wie  vortre#lich  er  cuch
die  Rolle  des  bescheidenen  Unternebenen  durch.
auführen  weiß  ich  lese  idm  doch  ott  genug  den
verzehrenden  Inarimm  über  diese  jatale  Notwendigtcit
  aus  den  Augen.“
Gortsezung  folgt.)