5. Der innere Ausbau. · 25
Rückhalt. Er entschied deshalb auch in dem pommerschen Erbfolgestreit zu
Gunsten Brandenburgs, und die pommerschen Herzöge beugten sich vorläufig,
indem sie im Vertrage zu Prenzlau (1472) Brandenburgs Lehnshoheit anerkannten.
Aber die Pommern waren nicht gewillt, diesen Vertrag auch zu halten,
und fanden in ihrem Widerstande Unterstützung bei den Märkern selber. Als
Albrecht zum erstenmal nach Brandenburg kam, boten die Märker alles auf,
um ihn geziemend zu empfangen. Nach alter Sitte beschenkten ihn die Bürger
in Salzwedel mit Hafer, Fischen, Hammelkeulen und Bier; doch dies alles
machte auf ihn einen nur ärmlichen Eindruck. Auch die Fluren der Mark
wollten ihm nicht gefallen, wenn er an das schöne Franken dachte. An dem
märkischen Adel vermißte er die feine höfische Sitte der Süddeutschen; gegen
den Bürgerstand aber war er überhaupt eingenommen, wohl infolge der
vielen erbitterten Kämpfe, welche er mit den Nürnbergern hatte führen
müssen.
Als der Kurfürst nun, um die durch den Streit seines Vaters mit
Pommern verursachten Schulden zu decken, für vier Jahre eine Abgabe von
Bier und Wein forderte, widersetzten sich die Städte dieser indirekten Steuer,
weil sie den Markgrafen von den Ständen unabhängig mache, und bewilligten
ihm nur ein für allemal 100000 Gulden. Von dieser Summe sollte Albrecht
für die Domänen ein Drittel selber zahlen; er verschaffte sich dieses Geld,
indem er einige Waren mit einem geringen Zoll belegte. Obwohl mehrere
Schiedsgerichte ihm das Recht hierzu ausdrücklich zuerkannten, erregte die
Maßregel doch große Unzufriedenheit, besonders in den Städten; Havelberg
verjagte die Zollbeamten, und man hörte sogar die Drohung, im Kriegsfalle
werde man dem Kurfürsten keine Mannschaften stellen. Hierdurch waren
diesem die Marken noch mehr verleidet; er übertrug daher die Verwaltung
derselben seinem Sohne Johann und kehrte nach Franken zurück.
Johann hatte einen schweren Stand: die Einnahmen waren so gering,
daß er trotz der größten Sparsamkeit nicht selten Mangel litt; dazu sollte
er noch Kriege führen. Die Pommern fanden nämlich einen Bundesgenossen
an dem Könige Matthias von Ungarn, der die Krone von Böhmen zu erlangen
suchte, während Albrecht Achilles und der Kaiser seinen Gegenkönig
unterstützten. Als nun um diese Zeit Albrechts Schwiegersohn, Herzog Heinrich
von Glogau, starb und Albrecht vertragsgemäß dessen Land für seine verwitwete
Tochter in Anspruch nahm, machte ein Verwandter des Verstorbenen,
Hans von Sagan, ihr die Erbschaft streitig und fand die Hilfe des Ungarnkönigs
und der Pommern. Kurprinz Johann geriet in große Bedrängnis;
Hans von Sagan verbrannte schon die Vorstädte von Frankfurt. Da eilte
1478 Albrecht wieder aus Franken zur Hilfe herbei, berief einen Landtag
nach Berlin, und alle Stände stellten willig die geforderten Mannschaften.
Uber 20000 Mann soll Albrecht zusammengebracht haben. Er zwang zunächst
die Pommern zum Frieden, schlug dann das durch Ungarn verstärkte
Heer des Hans von Sagan und wandte sich hierauf gegen König Matthias,
der gleichzeitig von den Türken bedroht wurde und deshalb um Frieden bat.
Die Tochter Albrechts wurde entschädigt, die Pommern erkannten abermals