Metadata : Realienbuch nebst einem Anhange für Deutsch und Raumlehre.

Naturlehre.

Allgemeine  Eigenschaften  der  Körper.  1.  Ausdehnung.  Dieser  Würfel,
  sowie  jeder  Körper,  nimmt  einen  Raum  ein.  Er  kann  nach  drei  Richtungen
(Länge,  Breite,  Höhe,  (Dicke)  hin  gemessen  werden  und  hat  nur  einen  geringen
körperlichen  Inhalt  oder  geringes  Volumen,  ist  also  klein.  (Wann  groß?)  Die
Grenzflächen  bilden  seine  Gestalt,  welche  rund,  eckig,  länglich  rc.  sein  kann.  Die
Masse,  welche  den  Körperraum  ausfüllt,  heißt  Stoff  oder  Materie.  Die  Ausdehnung
  der  Körper  besteht  darin,  daß  alle  einen  Raum  nach  drei  Richtungen
  hin  einnehmen.

2.  Undurchdringlichkeit.  Wo  dieser  Würfel  ist,  kann  zu  gleicher  Zeit  kein  anderer
  Körper  sein.  In  die  Taucherglocke  (Edmund  Halley  1716)  kann  deshalb
nur  wenig  Wasser  eindringen,  weil  die  Luft  darin  einen  Raum  behauptet.  Die  Körper
  sind  undurchdringlich,  weil  in  dem  Raum,  den  sie  einnehmen,  zu
gleicher  Zeit  kein  anderer  sein  kann.

3.  Porosität.  Der  Tafelschwamm  hat  sichtbare  Zwischenräume  oder  Poren  in
seiner  Materie.  Hat  ein  Körper  große  Poren,  so  heißt  er  locker.  Wann  dicht?  In
die  Poren  können  andere  Körper,  z.  B.  Wasser,  Luft,  Farbe  2c.  eindringen.  Der
Körper  wird  dann  größer.  Tafelschwamm,  Thüren,  Erbsen  quellen  auf.  Läßt  sich
ein  Körper  leicht  zusammendrücken,  so  heißt  er  weich.  Wann  hart?  Durch  die  Poren
können  andere  Körper,  auch  Licht,  Wärme  2c.  hindurchgehen.  Alle  Körper  sind
porös,  weil  sie  in  ihrer  Materie  Zwischenräume  oder  Poren  haben.

4.  Teilbarkeit.  Zusammenhang.  Kreide  kann  man  leicht  in  lauter  kleine  Stückchen
  zerstoßen.  Alle  Körper  können  durch  Stoßen,  Reiben,  Spalten,  Drücken,  Quetschen,
  Treten,  Stechen  geteilt  oder  in  unendlich  kleine  Teile  (Atomeh  zerlegt  werden.
Die  Teilbarkeitist  die  Eigenschaft  der  Körper,  wonach  sie  sich  inihrekleinsten
  Teile  (Atome)  zerlegen  lassen.  Die  Teilbarkeit  mancher  Körper  ist  sehr
groß.  —  Die  Art  und  Weise,  wie  die  kleinsten  Teile  eines  Körpers  mit
einander  verbunden  sind,  nennt  man  ihren  Aggregatzustand.  In  hinsicht
darauf  giebt  es  feste  oder  starre,  flüssige  und  luft=  oder  gasartige  Körper.

5.  Kohäsion.  Die  einzelnen  Teile  eines  Körpers  halten  mehr  oder  weniger
stark  zusammen  und  versuchen  der  Teilung  zu  widerstehen.  Das  Teilen  flüssiger  und
gasartiger  Körper  ist  leichter.  Die  Kraft,  welche  die  Atome  eines  Körpers
zusammenhält,  heißt  Kohäsions-oder  Zusammenhangskraft.  Wann  heißt
ein  Körper  hart,  spröde,  elastisch,  weich,  mürbe?

6.  Adhäsion.  Schwerkraft.  Haarröhrchenkraft.  Wenn  man  Kreide  fest  auf  die
Wandtafel  drückt  und  damit  über  sie  hinfährt,  so  bleibt  etwas  von  ihr  an  der  Wandtafel
  haften.—  Es  giebt  also  eine  Kraft,  die  verschiedene  Körper,  welche  einander
berühren,  zusammenhält.  Sie  zeigt  sich  um  so  stärker,  an  je  mehr  Punkten  sich  die
Körper  berühren.  Welches  ist  der  Zweck  sogenannter  Bindemittel,  als  Leim,  Kleister,
Kitt,  Kalk?  Die  Kraft,  welche  verschiedene  Körper,  die  einander  berühren,
  zusammenhält,  heißt  Anhangskraft  oder  Adhäsion.  —  Die  Bläschen,
welche  aus  dem  heißen  Kaffee  aufsteigen,  eilen  dem  Rande  des  Topfes  zu.  So  wirken
Körper  oft  schon  anziehend  auf  einander,  noch  ehe  sie  sich  berühren.  Diese  Kraft  heißt
Gravitations=  oder  Schwerkraft.  —  Eine  Flüssigkeit  steht  vermöge  der  Adhäsion
  am  Rande  eines  Gefäßes  höher  als  in  der  Mitte.  In  sehr  engen  Röhren,
Haarröhrchen  genannt,  wirkt  diese  Kraft  so,  daß  darin  befindliche  Flüssigkeiten
ziemlich  hoch  gehoben  werden.  Je  enger  die  Röhren  sind  und  je  geringer  die  Kohäsion
der  Flüssigkeit  ist,  desto  höher  wird  diese  gehoben.  In  vielen  Körpern  bilden  enge