Full text : Deutsches Kolonialblatt. XIX. Jahrgang, 1908. (19)

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In  Togo  ist  neu  eingetroffen:  Am  14.  Juni  1908
Leutnant  Frhr.  v.  Reitzenstein;  vom  Heimatsurlaub
  sind  am  14.  Juni  1908  im  Schutzgebiet
wieder  eingetroffen:  Zollamtsassistent  Lang  und
die  Stationsassistenten  Schulz  und  Hauffe.

Mit  Heimatsurlaub  in  Deutschland  eingetroffen:
Stationsassistent  Monts.

Deutsch-Südwestafrika.

Im  Schutzgebiet  sind  am  15.  Juni  eingetroffen:
Gerichtsassessor  Werner,  Landmesser  Henze,
Bmauptzollamtsvorsteher  Herz,
ziegler,  Verkehrssteuerpraktikant  Mattern,  die
bolizeisergeanten  Wilhelm  Papenhoff,  Friedrich

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Nowakowsky  und  Hans  Keller.

 

 

Aus  dem  Schutzgebietsdienst  entlassen  ist  mit
dem  17.  Juni  Zollaufseher  Schulte.

Zu  Polizeiwachtmeistern  sind  ab  1.  Juli  ernannt
  die  Polizeisergeanten  Laurin  und  Urner.

Angenommen  sind  als  Polizeisergeanten:  Oskar
Junge,  Friedrich  Kleinau,  Gustav  Wollert,
Johannes  Hapke,  Nikolaus  Esper,  Rudolf
Rogge,  Karl  Füchsel,  Otto  Schmidt  II,  Carl
Rudzinski,  Hermann  Raab,  Georg  Kirstein,
Josef  Alefelder,  Wilhelm  Haberland,  Martin

Gerichtsaktucr

 

Quenzer,  Paul  Döhler,  Ludwig  Maletz,  Georg
Notzold,  Ferdinand  Woywod,  Henry  Hoff-Auf

  Heimatsurlaub  sind  gereist:  am  2.  Juli
Bezirksamtssekretär  Fett;  am  10.  Juli  die  Polizeisergeanten
  Max  Reinecke  und  Bruno  Vogel;
am  11.  Juli  Gouvernementssekretär  Christiansen
und  der  Inspektionsoffizier  von  der  Landespolizei,
Leutnant  Freytag.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
von  Hamburg  aus  angetreten:
Am  22.  Juli  1908:  Feldwebel  Vogel  und
Sergeant  Winkler;
am  12.  August  1908:  Oberleutnant  Lutter.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen,  für  welche  hiermit  nochmals  der
Dank  des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

Vom  Vaterländischen  Frauenverein,  Abteilung
Moys  bei  Görlitz,  eine  Kiste  Liebesgaben  mit
Tabak,  Zigarren,  Strümpfen,  Taschentüchern,
Zigaretten,  Tabakspfeifen,  Zigarrenspitzen,  Büchern
und  Zeitschriften.

EEEC&2  R  chtamtlicher  Teisddnb

Die  wirischaftliche  eueumug  des  südwenafriranischen  Schusgebiets.

Von  Regierungsrat  Dr.  v.  Eschstruth.

Der  Nutzen  einer  kolonialen  Erwerbung  kann
sich  für  das  Mutterland  in  sehr  verschiedener
Weise  geltend  machen.  Durch  Belebung  des
Handels,  Imports  wie  Exports,  durch  Ausbeutung
  von  Erzlagern  und  sonstiger  natürlicher
Vorräte,  der  Bodenkraft  wie  der  Eingeborenen-Arbeitskraft,
  schließlich  durch  Ausdehnung  des
heimischen  Volksstammes  mittels  Verpflanzung
auf  das  Tochterland,  d.  h.  durch  Siedlung.

Im  konkreten  Fall  pflegt  natürlich  der  Nutzen
einer  einzelnen  Kolonie  häufig  in  verschiedenen
dieser  Richtungen  zutage  zu  treten.  Je  nachdem
  aber  ihr  Hauptzweck  entweder  in  Erschließung
  des  Handels  auf  bereits  vorhandener
Basis  oder  in  Erzeugung  von  Werten  durch
Ausbentung  der  natürlichen  Boden=  und  Entwicklung
  der  eingeborenen  Arbeitskräfte  oder  aber
schließlich  in  Ansiedlung  der  kolonisierenden  Bevölkerung
  besteht,  kann  man  von  Handelskolonien,

 

von  Pflanzungskolonien  oder  von  Siedlungskolonien
  sprechen.  Das  ist  nicht  etwa  eine
theoretisch-akademische,  sondern  eine  ganz  eminent
praktische  Frage.  Denn,  je  ausgesprochener  die
Bedeutung  einer  Kolonie  vorwiegend  in  einer
der  genannten  Richtungen  gipfelt,  desto  ausgesprochener
  müssen  Verwaltungsorganisation  und
Gesetzgebung,  wirtschaftliche  Einrichtungen  und
Eingeborenenpolitik  diesem  besonderen  Charakter
der  Kolonie,  ihrem  Lebenszweck,  angepaßt  und
entsprechend  ausgebildet  werden,  desto  schwerer
und  weittragender  —  ganz  besonders  in  der
Eingeborenenpolitik  —  pflegen  sich  Unklarheiten
über  den  Kolonisationszweck  oder  falsche  Wege
zu  seiner  Verwirklichung  zu  rächen.

Ist  ein  Kolonialgebiet  nach  Lage,  Klima  und
politischen  Verhältnissen  überhaupt  für  eine  breite
Besiedlung  mit  der  Bevölkerung  des  Mutterlands
  geeignet,  so  pflegt  die  Siedlungsfrage  sehr