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im nächsten Sommer in die traurige Lage kommen, türkisch
zu sein.)
Vorläufig erhielten diese Gesandten die Zusage, dass
alles geschehen solle, was den Ständen möglich sei, um
ihnen beizustehen. Mit gnädiger Entlassung der Gesandtschaft
war die Sitzung beendigt.
Es kam nun für die Hilfesuchenden zunächst alles darauf
an, welchen Verlauf die Ausschussberatungen nehmen
würden; wurde hier ihr Gesuch abgewiesen, dann hatten sie
überhaupt nichts mehr vom Reiche zu hoffen.
Wir können sagen: die Zusammensetzung des Ausschusses
war ihrer Sache wenigstens nicht ungünstig. Schon
oben sind von uns die Mitglieder namhaft gemacht worden,
ohne dass dort erwogen worden wäre, welche Stellung zur
Türkenfrage die einzelnen einnehmen würden.
Da war zunächst Pfalzgraf Friedrich, wie schon erwähnt
ein treuer Anhänger des Hauses Habsburg und somit auch
für Ferdinands Pläne gegen die Türken eingenommen, ja
vielleicht durch irgendwelche Versprechungen dafür besonders
gewonnen. Wäre sein Bruder selbst da gewesen, so
hätte es jedenfalls anders gestanden, denn dieser würde gewiss
seinen Blick mehr auf das Reich, als auf Ungarn gerichtet
haben.
Wie sich Herzog Ludwig von Bayern in dieser Angelegenheit
verhalten habe, ist nicht mit Gewissheit zu sagen;
denn lag es auch in seinen Interesse, die Türken von Deutschland
fern zu halten, da er durch ein Vordringen derselben
nicht am wenigsten bedroht war, so stand er doch ebenso
wie sein Bruder Wilhelm dem Habsburger durchaus nicht
als Freund zur Seite.) Hatte doch Herzog Wilhelm einst
gehofft, deutscher Kaiser werden zu können! Beide Brüder
strebten nun danach, Ferdinand zu keinen Vorteilen?) kommen
1) Planitz an den Kurf. am 20. November 1522.
2) Vgl. Ney, 1. c. S. 16. |
3) Vgl. v. Druffel, Die Bairische Politik im Beginne der Ref.-Zeit
1519—24. München 1885. (Aus d. Abh. d. k. bayer. Ak.d. W. III. CI.
XVIl. Bd. III. Abt.) S. 27#f. — In d. Beilagen S. 103—105 Briefe J.