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griechische Literatur kam in Italien empor. Unglücklich,
denn die Griechen brachten auch alle ihre Laster nach Italien,
und das Lasterraffinement ward in Constantinopel viel höher
getrieben, als in den verderbresten Zeiten in Iralien. Der
Luxus kam gerade zu einer Zeit nach Iralien, wo auf einmal
in den Handel große Thätigkeit gekommen war, wo bald
nachher durch Erweiterung der Schifffahrt, durch Entdeckung
des Vorgebirgs der guten Hoffnung, Entdeckung von Amerika
neue Krankheiten nach Europa kamen und die Laster der eniferutesten
Theile der Welt sich einander communicirten.
Ferner war der verderbte Zustand in Italien zum Theil
in der That auch unmiltelbare Wirkung des durch die Künste
verfeinerten Geschmacks und der durch die verfeinerten Künste
gereizteren Sinulichkeit. Die Bemerkung von Rousseaou
ist unstreirig richtig: Man findet in der ganzen Geschichte
kein Volk, bei welchem Künste und Wisseuschaften auf einen
sehr hohen Grad gestiegen wären, und wo nicht zugleich das
moralische Verderben einen gleich großen Grad erreicht hätte:
So in Italien in der letzten Hälste des fünfzehnten Jahrhunderts.
Auch hat vielleicht zur Vermehrung des Verderbens gerade
in Rom beigetragen, doß Mehrere aus der Familie der Medicis
nach einander Päbsie wurden. Die Familie hatte in
Florenz sich allem Lurus, Ueppigkeit und Ausschweisungen
üÜberlassen, alles getban, was gemeiniglich der Reiche in einem
solchen Lande thut, wie Italien war. Es kamen zwei, drei aus
dem Hause auf den päbstlichen Tbron, lebten in Rom, wie sie
in Florenz gelebt hatten. Ihr Beispiel legitimirte die übrige
Geistlichkeit.
Wielleicht muß dahin gerechnet werden, daß es mit der
infamen Lebensart der Italiener fast eben so ging, wie mit
der Nachricht vom Trinken der Deutschen. Daß diese so
enorme Säufer seyen, davon fängt das Geschrei erst seit den