Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1852. (36)

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Im  Uebrigen  treten  hinsichtlich  der  Anwendung  der  Freimarken  folgende
Bestimmungen  ein:

S.  1.

S.  2.

Das  Frankiren  eines  Briefes  mit  Marken  ist  durch  den  Absender
selbst  dergestalt  zu  bewirken,  daß  auf  der  Adreß=  Seite  des  Briefes
links  in  der  oberen  Ecke  eine  oder  so  viel  Marken  neben  einander
befestigt  werden,  als  zur  Deckung  des  tarifmäßigen  Porto's  erforderlich
  ind.  —  Die  Befestigung  der  Marken  geschieht  durch  festes  Aufdrücken
  derselben  auf  den  Brief  nach  Anfeichtung  des  auf  der  Rückseite
  befindlichen  Klebstoffes.  —  Bei  Kreuzbandsendungen  sind
die  Marken  am  oberen  Rande  des  von  oben  nach  unten  laufenden
  Kreuzbandstreifens  auf  der  Adreß-Seite  zu  befestigen.

Die  mit  Marken  frankirten  Sendungen  (welche  der  Bezeichnung  „frei“
„franco“  u.  s.  w.  nicht  bedürfen)  können  gleich  unfrankirten  Briefen
in  die  Briefkasten  gelegt  werden.

.  Zur  Erleichterung  der  richtigen  Frankirung  durch  Marken  durch  die

Aufgeber  selbst  sind  bei  allen  bedeutenderen  Postämtern  gedruckte
Brief-Porto-Taxen  gegen  Entrichtung  der  Druckkosten  zu  haben.  Bei
den  kleineren  Poststellen  werden  solche  Tarife  abschriftlich  gegen  die
Schreibgebühr  verabfolgt.  Außerdem  werden  auch  die  betreffenden
Porto-Tarife  bei  jeder  Poststelle  zur  steten  Einsicht  für  das  Publikum
öffentlich  aushängen.

Briefe,  auf  denen  bei  der  Aufgabe  zur  Post  Marken  sich  befinden,

welche  den  Verdacht  erregen,  daß  sie  entweder  schon  einmal  in  Gebrauch
  gewesen,  oder  gefälscht  oder  unächt  sind,  werden  im  ersteren
  Falle  als  nicht  frankirt  behandelt  und  bei  der  Absendung  mit
Porto  belegt,  im  letzteren  Falle,  wenn  nämlich  die  Wahrscheinlichkeit
vorliegt,  daß  die  angebrachten  Marken  gefälscht  oder  unächt  sind,  gelangt
  die  betreffende  Sendung  gar  nicht  zur  Beförderung;  sie  wird
vielmehr  von  der  Aufgabe-Postanstalt,  behufs  der  Ergreifung  der  erforderlichen
  Maßregeln,  der  vorgesetzten  Behörde  eingeliefert.

Die  Verwendung  unächter  oder  gefälschter  Marken  und  deren
Fälschung,  sowie  die  Anfertigung  und  der  Besitz  nachgemachter  Druckformen
  wird  nach  den  bestehenden  Gesetzen  behandelt  und  bestraft.

.  Ist  die  Frankirung  einer  Briefsendung  durch  Marken  richtig  bewirkt,

d.  h.  erreicht  der  Werth  der  angebrachten  Marken  die  Höhe  des  tarifmäßigen
  Porto's,  so  hat  der  Empfänger  außer  der  Bestellgebühr